Trichinen bei Wildschwein: Neuer Fall – so gefährlich ist ein Befall für Menschen

Bei einem Wildschwein wurden Trichinen nachgewiesen. Die Erkrankung kann unter bestimmten Voraussetzungen auch für Menschen gefährlich werden.
Lino Mirgeler/dpa- Trichinenbefall bei Wildschwein in Teltow-Fläming bestätigt – Untersuchung am 28. Juli 2025 durchgeführt.
- Infektion durch rohes/ungenügend erhitztes Fleisch kann beim Menschen Trichinellose auslösen.
- Symptome reichen von Fieber und Durchfall bis zu Muskelschmerzen und Sehstörungen.
- Ohne Untersuchung kein Fleischverkauf – in Deutschland Pflicht für Hausschweine und Wildtiere.
- Frühzeitige Behandlung entscheidend – Larven können bis zu 30 Jahre infektiös bleiben.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In Muskeln eines Wildschweins aus dem Landkreis Teltow-Fläming wurden Trichinen nachgewiesen. Das teilt die Kreisverwaltung mit. Demnach wurden die Trichinen bereits am 28. Juli 2025 im Rahmen einer Untersuchung im Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises Dahme-Spreewald gefunden. Das Wildschwein war der Mitteilung zufolge in einem Jagdgebiet bei Rangsdorf (Landkreis Teltow-Fläming) erlegt worden.
Das Nationale Referenzlabor für Trichinella des Bundesinstitutes für Risikobewertung habe den Nachweis Befund bestätigt, so Heike Lehmann von der Kreisverwaltung Teltow-Fläming. Bisher seien im Jahr 2025 in Brandenburg fünf Trichinenfälle registriert worden, 2024 waren es nach Angaben der Verwaltung insgesamt sechs.
Die zuständige Beigeordnete und Dezernentin Dietlind Biesterfeld wird in der Mitteilung zitiert mit: „Diese Zahlen und der jüngste Fall zeigen wieder einmal, wie unerlässlich die Trichinenuntersuchung bei allen Wild- und Hausschweinen sowie allen anderen für Trichinen empfänglichen Tierarten ist.“ Dazu gehörten auch Pferd, Dachs, Waschbär und Fuchs. Die Rate der Trichinennachweise in Brandenburg sei in diesem Jahr bereits im August recht hoch, so Dietlind Biesterfeld.
Was sind Trichinen und wie gefährlich sind sie für Menschen?
Trichinen sind eine ernsthafte Erkrankung der Tiere, die unter bestimmten Voraussetzungen auch für Menschen gefährlich werden kann. „Trichinen sind kleine Fadenwürmer, die verkapselt in der Muskulatur von Säugetieren, Vögeln und Reptilien auftreten. Sie kommen weltweit vorrangig bei Fleisch- und Allesfressern, aber auch beim Menschen vor. Eine Infektion mit Trichinen führt beim Menschen zur sogenannten Trichinellose“, erläutert die Kreisverwaltung Teltow-Fläming.
Die Übertragung auf den Menschen erfolge durch den Verzehr von rohem oder ungenügend erhitztem Fleisch infizierter Tiere sowie daraus hergestellter Produkte. Hierzu zählen demnach unter anderem Hackfleisch, Schinken und Rohwürste wie beispielsweise Salami und Knacker. Nach der Aufnahme von infizierten Lebensmitteln würden die Trichinenlarven im Magen freigesetzt und in den Dünndarm transportiert. „Dort entwickeln und vermehren sie sich weiter, bevor sie über die Lymph- und Blutgefäße in die Muskulatur gelangen.“ In der Muskulatur kapselten sich die Trichinenlarven ein und können dort bis zu 30 Jahre lang überleben und infektiös bleiben.
Die Trichinellose sei eine mild bis tödlich verlaufende Erkrankung mit einer Vielzahl von möglichen Symptomen. „Zu Beginn kann sie sich mit Mattigkeit, Schlaflosigkeit, hohem Fieber, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall und starkem Durstgefühl äußern“, heißt es. Im weiteren Krankheitsverlauf könne es unter anderem zu Muskelverhärtung, Muskelschmerzen, Heiserkeit, Atem- und Schluckbeschwerden sowie Schwellungen im Gesicht, Kopfschmerzen und Sehstörungen kommen.
Der Schweregrad der Erkrankung hänge maßgeblich von der Anzahl der aufgenommenen Larven und vom Immunsystem ab. Zur Behandlung der Trichinellose stünden verschiedene Medikamente zur Verfügung. Der Behandlungserfolg sei jedoch maßgeblich vom Zeitpunkt der Therapie abhängig. „Je früher mit einer Behandlung begonnen wird, desto besser sind die Therapieerfolge“, wird weiter erläutert.
Untersuchung auf Trichinen ist in Deutschland Pflicht
In Deutschland ist die Untersuchung auf Trichinen bei allen empfänglichen Tierarten Vorschrift. „Die Entnahme der Muskelprobe erfolgt bei Hausschweinen durch den zuständigen Fleischbeschautierarzt“, erklärt die Kreisverwaltung. Bei Wildschweinen könne die Probenahme unter bestimmten Voraussetzungen durch den Jäger selbst erfolgen. Erst nach Abschluss der Untersuchung darf das Fleisch verarbeitet werden.


