Sagen im Spreewald: Gute Geister, dunkle Mächte – die fünf wichtigsten Sagengestalten

Um den Schlangenkönig ranken sich viele Sagen im Spreewald. Sein Symbol, zwei gekrönten Schlangenköpfe, findet sich an vielen Häusern in der Region. Was hat es damit auf sich? (Symbolfoto)
Patrick Pleul/dpa- Der Spreewald ist reich an Sagen und Mythen, geprägt von Sorben- und Wenden-Kultur.
- Der Wassermann, die Lutki, die Mittagsfrau, der Plon und der Schlangenkönig sind zentrale Figuren.
- Wassermann warnt vor Ertrinken, Lutki helfen heimlich, Mittagsfrau symbolisiert Hitzewarnung.
- Plon bringt Glück bei Pflege, Schlangenkönig steht für Schutz und erscheint auf Hausdächern.
- Sagenkahnfahrten und Museen bieten tieferen Einblick in die Spreewälder Sagenwelt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Spreewald mit seinen verschlungenen Wasserwegen hat die Fantasie der Menschen seit jeher beflügelt. In dieser geheimnisvollen Flusslandschaft sind zahlreiche Sagen entstanden, die von wohlwollenden Geistern und dunklen Mächten erzählen. Diese Geschichten sind in der Kultur der Sorben und Wenden verwurzelt, die hier seit Jahrhunderten ihre Heimat haben.
Manche Sagengestalten sind bis heute so lebendig überliefert, dass sie Jung und Alt gleichermaßen in ihren Bann ziehen – und sogar Stoff für aktuelle Filmprojekte bieten.
Hier sind die fünf wichtigsten Sagenfiguren aus dem Spreewald.
Sagen aus dem Spreewald: Diese 5 Fabelwesen muss man kennen
- Der Wassermann ist in den Spreewaldfließen zu Hause. Um Kinder vor dem Ertrinken zu warnen, erschreckt er sie, sobald sie dem Wasser zu nahe kommen. Den Fischern im Spreewald beschert er einen guten Fang. Doch wer sich allzu furchtlos gibt, den zieht er hinab in die Tiefe. Nur selten kommt er an Land, um unerkannt Handel zu treiben – doch sein nasser Mantel verrät ihn stets. Seine schönen Töchter zeigen sich häufig auf Volksfesten. Dort verdrehen sie Männern den Kopf. Wer ihnen verfällt, muss ihnen für immer ins Reich der Nixen folgen.
- Die Lutki sind Miniaturwesen, denn „lutk“ ist das wendische Wort für „kleiner Mensch“. Der Sage nach leben sie mitten unter den Spreewaldbewohnern und helfen ihnen im Haushalt – ähnlich wie die Heinzelmännchen. Weil ihnen die Kirchenglocken zu laut sind, liegen ihre Behausungen jedoch unter der Erde. Ab und zu zeigen sie sich den Menschen, um sich etwas zu borgen. Dabei sagen sie stets das Gegenteil von dem, was sie eigentlich meinen. Wer sie richtig versteht und ihnen das Gewünschte leiht, erhält bei der Rückgabe ein kleines Geschenk.
- Die Mittagsfrau kommt zu denen, die in der größten Mittagshitze auf dem Feld arbeiten – und keine Pause einlegen. Damit steht sie symbolisch für den lebensbedrohlichen Hitzeschlag oder Sonnenstich. Bezwingen kann die Mittagsfrau nur, wer es schafft, ihr eine Stunde lang von der Arbeit, beispielsweise der Flachsernte, zu erzählen. Ist der Bauer fleißig und kennt sich aus, gelingt ihm das mühelos – und die weiß gekleidete Frau verschont ihn. Wer jedoch keine Ahnung hat, stirbt durch ihre Sense oder Sichel.
- Der Plon ist ein kleiner Drache, der auf dem Dachboden eines Hauses lebt. Wer ihn hegt und pflegt, ihn jeden Tag mit Hirsebrei oder Keksen füttert, dem bringt er Glück und Wohlstand. Wirtschaftete ein Bauer im Spreewald gut, so wurde ihm oft nachgesagt, der Plon wohne bei ihm zu Hause. Durch Misswirtschaft oder fehlende Pflege konnte man den Plon aber auch schnell wieder loswerden. Dann nahm er meistens wieder mit sich, was er dem Haus gebracht hatte – Pech und Armut folgten.
- Der Schlangenkönig ist Gegenstand vieler Sagen im Spreewald. Die Bekannteste erzählt von einem habgierigen Grafen, dem es durch eine List gelang, die wertvolle Krone des Schlangenkönigs zu stehlen. Als Dank wählte er die Schlangen zu seinem Wappentier. Noch heute sind viele Hausdächer im Spreewald mit zwei gekrönten Schlangenköpfen verziert. Sie symbolisieren den Schlangenkönig, der die Bewohner schützen soll.
Sagenkahnfahrt im Spreewald – mehr über Mythen erfahren
Diese fünf Sagengestalten aus dem Spreewald zählen zu den wichtigsten und bekanntesten, doch es gibt noch viele weitere faszinierende Figuren. Etwa die Irrlichter, die Wurlawy oder den Nachtjäger.
Wer mehr über die reiche Spreewälder Sagenwelt erfahren will, kann in regionalen Museen und Buchhandlungen, bei geführten Rundgängen oder auf Sagenkahnfahrten ab Lübbenau oder Burg (Spreewald) tiefer in die Materie eintauchen.


