Für die nächste Oberbürgermeisterin oder den nächsten Oberbürgermeister geht es um die Zukunft Hoyerswerdas. Wer auch gewählt wird: Der- oder diejenige wird gemeinsam mit Bürgern, Stadtrat, Unternehmern, Landkreis, Freistaat und Bund den Strukturwandel maßgeblich gestalten. Die RUNDSCHAU begleitet diesen Weg.
Die Aufgaben sind riesig: Das seit 15 Jahren langsam schrumpfende Hoyerswerda soll wieder wachsen. Die Hoffnung auf einen Universitäts-Campus am Ufer des Scheibe-Sees soll zur Realität werden. Das Industriegelände Zeißig braucht frischen Wind, damit es für neue Unternehmen attraktiv ist.
Strukturwandel in der Lausitz Auf dem Weg zum Zuse-Campus

Hoyerswerda

Auch der Traum eines „Zentrums für Bauen und Wohnen“ in Hoyerswerda – eines Häuserbauens neuen Typs – soll möglichst in Erfüllung gehen. Außerdem will Hoyerswerda dank Strukturwandel-Millionen Zukunftsprojekte anschieben – auch für seine Städtischen Wirtschaftsbetriebe.
Dazu kommt: Hoyerswerda will verbunden sein: mit Breitband, aber auch auf Straße und Gleis. Ein Stadtoberhaupt muss auf die geplanten Schienenprojekte zwischen Dresden, Kamenz und Hoyerswerda drängen, muss auf einen Ausbau der B 97 ebenso pochen wie auf den Bau der Magistrale zwischen Weißwasser, Hoyerswerda und Elsterwerda (MiLau). Diese Weichen werden in den kommenden sieben Jahren gestellt.

Hoyerswerdas OB-Kandidaten

Eine Herausforderung, der sich bei der Oberbürgermeisterwahl 2020 insgesamt fünf Kandidaten stellen, darunter erstmals auch zwei Frauen. Die Architektin und Citymanagerin Dorit Baumeister (57, parteilos) tritt für die Linken, Grünen und die Wählervereinigung Aktives Hoyerswerda an. Die OB-Kandidatin und ihre Unterstützer haben einige Schnittmengen. Unter anderem strebt sie mit ihrer Idee der „Mitmach-Stadt“ eine stärkere Bürgerbeteiligung an. Auch Wachstum durch Zuzug junger Leute oder die Schaffung eines IT-Campus am Scheibe-See stehen auf ihrer Agenda. Hoyerswerda soll eine Vorreiter-Rolle in der Lausitz einnehmen. Im Strukturwandel sieht sie eine „historische Chance“.
Die zweite OB-Kandidatin Claudia Florian (55, CDU) definiert den Strukturwandel ebenfalls als wichtigste Aufgabe. Sie möchte den eingeschlagenen Weg von OB Stefan Skora (60, CDU) weitergehen. Neben dem Bürgerhaushalt möchte sie auch ein Kinder- und Jugendparlament fest in Hoyerswerda etablieren. Der Erhalt von Lausitzhalle und Lausitzbad haben für sie oberste Priorität. Außerdem möchte sie Hoyerswerdas Schulden weiter abbauen, zugleich aber in den Bahnhof investieren.

Hoyerswerda

Neben den beiden Frauen streben auch drei Männer nach dem OB-Amt. Torsten Ruban-Zeh (57, SPD), der sein Parteibuch für die Wahl zur Seite legt, sieht sich in erster Linie als „sozialer Macher“. Er möchte Bürgerdialoge führen. Als Chef der AWO Lausitz hat er damit bereits gute Erfahrungen gemacht. Die Stadtverwaltung soll ein Dienstleister der Bürger werden. Seine Kernthemen hat er in der Wirtschaft und dem Strukturwandel.
OB-Kandidat Marco Gbureck (43, AfD) sieht jetzt die Chance, um etwas zu bewegen, wie er sagt. Ein Gelingen des Strukturwandels bis 2038 sieht er zwar skeptisch, aber auch pragmatisch. Die bereitgestellten Gelder vom Bund würde er gemeinsam mit dem Lautech Start-ups schaffen. Ansonsten treibt ihn das Industriegelände um. Das Einfahrtstor nach Hoyerswerda möchte er aufwerten.
Anders als seine Mitstreiter wurde der fünfte OB-Kandidat Dirk Nasdala (54, parteiunabhängiger Einzelkandidat) nicht über seine Partei nominiert, sondern wählte den schwierigeren Weg über die Einzelkandidatur. Der Jurist sieht sich als unabhängig und möchte für alle Bürger dieser Stadt da sein. „Gemeinsam für Hoywoj“, so lautet sein Motto. Sein Ziel ist ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl durch die Umsetzung des Genossenschaftsgedankens.

Hoyerswerda

OB-Wahl Hoyerswerda am 6. September 2020

Zur Wahl des Oberbürgermeisters in Hoyerswerda am 6. September 2020 wird sich zeigen, wer den Nerv der Bürger trifft. Bei diesem ersten Wahlgang müsste eine Kandidatin oder ein Kandidat 50 Prozent plus eine Stimme erhalten, um direkt gewählt zu werden. Falls diese Mehrheit nicht zustande kommt, findet am 20. September ein zweiter Wahlgang statt. Bei diesem möglichen zweiten Wahl-Termin reicht die einfache Mehrheit.

Oberbürgermeisterwahl 2020


Die heiße Phase der OB-Wahl 2020 hat begonnen. In den kommenden sechs Wochen kämpfen fünf OB-Kandidaten um die Sympathien der Wähler. Die RUNDSCHAU begleitet sie dabei medial. Im Rahmen der Wahlberichterstattung stellen wir Dorit Baumeister (57, parteilos), Claudia Florian (55, CDU), Torsten Ruban-Zeh (57, SPD), Marco Gbureck (43, AfD) und Dirk Nasdala (53, Freie Wähler) in allen Facetten vor. Unter der Rubrik „Frühstück mit“ wollen wir ihnen die Oberbürgermeister-Anwärter privat zeigen. Um die politische Seite geht es in einer Interview-Serie und Videos. Darin erklären die OB-Kandidaten ihre Themenschwerpunkte und gehen mit uns an die schönsten und schlimmsten Ecken der Stadt. Alle Texte und Videos zur OB-Wahl 2020 in Hoyerswerda finden Sie auch im Internet unter www.lr-online.de/hoywahl