Krankenhaus in Guben: Preiswert und gesund kochen – Profi vom Wilke-Stift gibt Tipps

In der Küche des Naëmi-Wilke-Stifts in Guben sorgt das Team jeden Tag für frische, gesunde Mahlzeiten für die Patienten und Patientinnen. Immer mittendrin: der stellvertretende Küchenchef Mirco Schultheis.
Renate Kulick-Aldag/Naëmi-Wilke-Stift- Mirco Schultheis vom Naëmi-Wilke-Stift gibt Tipps für gesundes Kochen.
- Gesunde Ernährung unterstützt Genesung und Prävention.
- Mediterrane Küche: Gemüse, Obst, Fisch, Olivenöl, Kräuter.
- Omega-3-Fettsäuren und Calcium wichtig für Gesundheit.
- Zucker in Maßen ok, Beratung bei Diabetes notwendig.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ob nach einer Operation, bei Erkrankungen oder einfach präventiv: Die richtige Ernährung kann beim Gesundwerden und Gesundbleiben entscheidend unterstützen. Mirco Schultheis, stellvertretender Küchenleiter am Naëmi-Wilke-Stift in Guben, weiß sehr gut, was Patienten dabei am besten hilft.
Nach Stationen in verschiedenen Hotels und Restaurants sowie auf dem Schiff geht der Koch seiner Leidenschaft inzwischen in der Neißestadt nach. Seit März 2022 arbeitet er am Naëmi-Wilke-Stift. Zur Vorbereitung hat Mirco Schultheis dafür auch eine Weiterbildung zum Diätkoch absolviert. Das Klischee vom ungenießbaren Krankenhaus-Essen hält sich hartnäckig, aber der Koch will zeigen, dass nicht nur Patienten und Patientinnen, sondern auch Gesunde von einer ausgewogenen Ernährung gesundheitlich profitieren können.
So klappt es mit der gesunden Ernährung
„Die Vorsorge beginnt idealerweise schon in jungen Jahren mit einer nährstoffreichen Ernährung und regelmäßiger Bewegung“, erklärt er. Bestehen Erkrankungen oder kann ein ausgewogener Lebensstil aus anderen Gründen nicht gänzlich umgesetzt werden, kann eine bewusste Ernährung auch zu einem späteren Zeitpunkt im Leben helfen, die Gesundheit zu unterstützen. „Wichtig ist es, sich bewusst zu machen, dass kein Lebensmittel per se schlecht ist. Auch Butter ist in Maßen in Ordnung. Die Dosis macht das Gift“, sagt Mirco Schultheis.

Das A und O des gesunden Wocheneinkaufs: Obst und Gemüse. Fisch und Fleisch sollten nur ein- bis zweimal pro Woche auf dem Teller landen.
Hauke-Christian Dittrich/dpaSein Credo in der Küche: einfach, gesund und lecker. „Das Schöne ist, es braucht kein Hexenwerk. Es gibt eine große Bandbreite an nährstoffreichen Lebensmitteln, die sich mit wenigen Handgriffen in kurzer Zeit lecker zubereiten lassen“, sagt der Koch. Dafür können sich Interessierte an der mediterranen Küche orientieren.
Gesund kochen mit einem einfachen Rezept
Ein Beispiel: eine Aubergine, eine Zucchini und eine Paprika mit nativem Olivenöl und einem Ziegenkäse auf einer Folie anrichten, zwei Kräuterzweige hinzugeben, zum Beispiel Thymian und Rosmarin, die Folie verschließen und das Päckchen im Ofen bei 200 Grad Celsius 20 Minuten garen. „Dazu etwas schonend gebratenes Hähnchenfilet und schon hat man ein gutes Mittag- oder Abendessen“, erklärt Mirco Schultheis. „Mit dem Gemüse nehme ich Ballaststoffe zu mir, mit dem Hähnchen Eiweiß und mit dem Käse Calcium.“
Was gehört zur „mediterranen Küche“?
- Gemüse, Obst, Nüsse, Vollkornprodukte und Samen bilden die Grundlage.
- Kaltgepresstes Olivenöl liefert ungesättigte Fettsäuren.
- Hinzu kommen Kräuter wie Thymian, Rosmarin, Koriander, Salbei, Fenchel, Kümmel, Anis, Oregano und Basilikum, aber auch Fisch und Meeresfrüchte.
- Hülsenfrüchte wie Bohnen und Linsen liefern Ballaststoffe.
- Fleisch und Wurstwaren werden in geringen Mengen konsumiert. Auch Weißmehl, Salz und Industriezucker stehen eher selten auf dem Speiseplan.
Gesunde Ernährung: Sind Salz, Zucker und Öl tabu?
Calcium kann bei Osteoporose helfen und steckt in Milchprodukten oder auch in grünem Blattgemüse. In einigen Pflanzen wie Spinat oder Mangold ist aber auch Oxalsäure enthalten. Sie hemmt die Aufnahme von Calcium und Eisen, sodass man diese Sorten mit tierischen Calcium- beziehungsweise Eisenquellen kombinieren sollte, ergänzt der stellvertretende Küchenchef.
Hochwertige Öle wie Rapsöl, natives Olivenöl oder Walnussöl liefern in einem ausgewogenen Verhältnis Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren. Omega-3-Fettsäuren können entzündungshemmend wirken und sind ein wichtiger Baustein der Zellmembranen. Statt Salz werden Suppen, Gemüsepfannen und Co. mit frischen Kräutern gewürzt.
Bei Diabetes-Patienten spielt zudem der angemessene Umgang mit Zucker eine Rolle. „Das heißt nicht, dass man komplett auf Süße verzichten muss. Desserts können zum Beispiel mit Agavendicksaft, Bananen und ähnlichen Lebensmittel gesüßt werden. Auch Zucker ist in kleinen Mengen in Ordnung. Dabei sollte man aber immer Rücksprache mit einer Fachperson halten“, sagt Mirco Schultheis. Am Naëmi-Wilke-Stift arbeiten die Köche dafür mit dem Team der Diabetesberatung, den behandelnden Ärzten und weiteren Akteuren eng zusammen.
Ernährung: Was Abwechslung in den Speiseplan bringen kann
Zudem empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung Erwachsenen, 1,5 Liter täglich zu trinken, bevorzugt Trink- und Mineralwasser oder ungesüßte Kräuter- und Früchtetees. Je nach Erkrankung, den Außentemperaturen und weiteren Faktoren kann der Bedarf auch höher liegen.
Und was ist mit Superfoods wie Acai-Beere oder Chiasamen, die als besonders gesundheitsfördernd gelten? Mirco Schultheis hat eine klare Meinung: „Warum nicht? Wer sie gut verträgt, kann damit Abwechslung in den eigenen Speiseplan bringen. Denn am Ende kommt es darauf an, sich im Alltag eine Routine aufzubauen, die zum eigenen Leben passt und die sich langfristig gut umsetzen lässt.“

