„Wir haben uns von Anfang an, mit der ganzen Familie richtig gut aufgenommen gefühlt“, blickt Julia Schlieper (34) auf die ersten Tage im Osten Deutschlands zurück. „Wir haben diesen Schritt nicht eine Minute lang bereut“, fügt sie lächelnd hinzu. Und wenn sie „wir“ sagt, meint sie auch ihre Cousine Ricarda Schlieper, mit der sie gemeinsam das erfolgreiche Unternehmen Schlieper für Landmaschinen GmbH mit Hauptsitz in Sonnewalde führt.

Die Väter kamen nach Brandenburg

Bereits in den frühen Tagen der politischen Wende kamen die Väter der beiden Geschäftsfrauen nach Brandenburg. Das Unternehmen, welches bereits 1959 in Soest (Westfalen) gegründet wurde, kam zunächst mit Landmaschinenpartner John Deere im Rücken, als Filialgründer 1991 nach Herzberg. Schnell wurde klar, dass das landwirtschaftliche Wachstum in den jungen Bundesländern die volle Aufmerksamkeit des Unternehmens brauchte.

Mit dem neuen Firmengelände in Sonnewalde, welches 1997 bezogen wurde, zeichnete sich schon ein Trend ab, ganz in den Osten der Republik zu wechseln. „Unsere Väter pendelten zwischen Soest und Sonnewalde hin und her, da war an ein geregeltes Familienleben nicht zu denken“, beschreibt Julia Schlieper die damalige Situation. Folgerichtig kam dann die Entscheidung, das Unternehmen in Soest zu verkaufen und Sonnewalde zum unternehmerischen Mittelpunkt von Schlieper für Landmaschinen zu machen.

Betriebswirtschaft studiert

In der Zwischenzeit hatte Julia Schlieper ihr Studium der Betriebswirtschaft begonnen, welches sie 2009 erfolgreich abschloss. Praktische Erfahrungen sammelt sie noch bei der Firma John Deere und einem Maschinenbau-Unternehmen. „Wir wurden zwar nie gedrängt, im Familienunternehmen zu arbeiten, aber aus der Familie hatten meine Cousine und ich immer einen nahen Bezug zur Firma“, kommentiert sie den nächsten Schritt in ihrer persönlichen, aber auch in der firmengeschichtlichen Entwicklung.

Im Jahr 2014 war es dann so weit und Julia und Ricarda Schlieper übernahmen das Unternehmen: „Unsere Väter sind in den verdienten Ruhestand gegangen und auch wieder zurück in die Heimat nach Soest“, berichtet die junge Unternehmerin. In der Zwischenzeit beschäftigt das Unternehmen knapp 75 Mitarbeiter, zehn Azubis und kann auf über 900 Kunden verweisen.

Privat fühlt sich Julia Schlieper gemeinsam mit Ehemann Robert Beck und Töchterchen Mia (2) in Großräschen, in der Alma-Siedlung wohl. Geheiratet haben beide im Jahr 2016 und in diesem Jahr noch einmal kirchlich in Großräschen. „Wir haben unsere Hochzeit im Seehotel gefeiert, das war wunderschön“, schwärmt sie noch heute. An Großräschen schätzt die Unternehmerin natürlich das attraktive Umfeld am Großräschener See: „Viele junge Familien wohnen hier in der Alma-Siedlung, da lernt man sich schnell kennen. Ich habe hier sogar viele Mädelsabende“, lacht die junge Mutter.

Die Region hat Potenzial

Für ihr Unternehmen ist Julia Schlieper immer auf der Suche nach engagierten Mitarbeitern: „Die Region hat starkes wirtschaftliches Potenzial und auch die Lebensbedingungen haben sich sehr positiv entwickelt“, weiß sie. „Aktionen, wie die Rückkehrertage sollten unbedingt genutzt werden, um sich über die Möglichkeiten, die die Heimat bietet, zu informieren“, fügt die Unternehmerin hinzu. Die Türen für eine Bewerbung stehen auch bei Schlieper für Landmaschinen offen.

Die Rückkehrertage

Der Regionale Wachstumskern Westlausitz (RWK) veranstaltet die Rückkehrertage am 27. Dezember 2019 von 10 bis 15 Uhr in Finsterwalde und Schwarzheide. Das Kulturhaus in Schwarzheide wird dabei wieder Angebote der Städteregionen Großräschen, Lauchhammer, Schwarzheide und Senftenberg umfassen. In Finsterwalde wird die Veranstaltung in der Aula des Sängerstadt-Gymnasiums stattfinden.

Der Wachstumskern Westlausitz

Zentral, im Herzen Europas gelegen, bilden die Städte Finsterwalde, Großräschen, Lauchhammer, Schwarzheide und Senftenberg die Wirtschaftsregion Westlausitz. Dieser regionale Wachstumskern (RWK) wird vom Land Brandenburg nachhaltig gefördert. Die Westlausitz ist international wie regional optimal erreichbar: Die Metropolen Berlin, Dresden und Leipzig liegen in unmittelbarer Nähe – es bestehen direkte Anschlüsse an die internationalen Verkehrswege auf Straßen, Schiene, Wasser und in der Luft. Zu den Aktivitäten des RWK zählen die Rückkehrertage, die einmal im Jahr durchgeführt werden.