Hund in Finsterwalde
: Chihuahua-Welpe ausgesetzt – Kampf um die kleine Helga

Ein Chihuahua-Welpe wird mitten in der Nacht in Finsterwalde ausgesetzt. Der kleine Hund kämpft ums Überleben. Tierschützer berichten von den erschütternden Umständen.
Von
Sven Hering
Finsterwalde
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Das Schicksal von Hunde-Welpen Helga berührt Finsterwalde. Tierschützer kümmern sich um den wenige Wochen alten Chihuahua-Mix.

Das Schicksal von Hunde-Welpen Helga berührt Finsterwalde. Tierschützer kümmern sich um den wenige Wochen alten Chihuahua-Mix.

Tierschutzverein Finsterwalde/Delloch
  • Chihuahua-Welpe Helga wurde nachts in Finsterwalde ausgesetzt, kämpft ums Überleben.
  • Eine Tierschützerin nahm das dehydrierte und kranke Tier auf, versorgt es liebevoll.
  • Helga leidet an Parvovirose und möglicherweise einem Wasserkopf, Prognose ungewiss.
  • Tierschutzverein Finsterwalde benötigt Spenden für weitere Behandlungen.
  • Appell an Tierhalter: Tiere nicht aussetzen, Unterstützung suchen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es war eine kalte, regnerische Nacht in Finsterwalde, als am frühen Sonntagmorgen gegen 1:30 Uhr ein dunkles Auto in der Langen Straße auf Höhe der Hausnummer 30 anhielt. Was dann geschah, ließ selbst erfahrene Tierschützerinnen erschüttert zurück: Ein kleiner Chihuahua-Mix-Welpe wurde aus dem Kofferraum genommen und auf die nasse Straße gesetzt – dann verschwand das Auto wieder in der Dunkelheit.

Das grausame Geschehen blieb nicht unbeobachtet. Eine Anwohnerin, die wegen des Regens aus dem Fenster sah, wurde Zeugin der herzlosen Aktion. Kurz darauf eilte jemand auf die Straße, um das verängstigte und durchnässte Tier aufzulesen. Ohne dieses Eingreifen hätte das nur wenige Wochen alte Hundemädchen womöglich nicht überlebt.

Hund ausgesetzt: „Das hätte auch ganz anders ausgehen können“

„Das hätte auch ganz anders ausgehen können“, sagt Sabine Delloch, Vorsitzende des Tierschutzvereins Finsterwalde. „Das nächste Auto hätte das Tier leicht übersehen und überfahren können. Wir sind froh, dass jemand hingesehen und gehandelt hat.“

Wie die Tierschutzvereinschefin berichtet, wurde der Fund sofort dem Ordnungsamt gemeldet – ein wichtiger Schritt, den viele Tierfreunde nicht kennen. „Bei einem Fundtier muss umgehend Anzeige erstattet werden. Wenn das Ordnungsamt nicht erreichbar ist, wie oft am Wochenende, sollte man die Polizei unter 110 informieren. Sie hat die Kontakte zu den zuständigen Stellen.“

In diesem Zustand wurde der Welpe in Finsterwalde gefunfen.

Hund Helga: In diesem Zustand wurde der Welpe in Finsterwalde gefunden.

Tierschutzverein Finsterwalde/Delloch

Die kleine Hündin, die von ihrer neuen Pflegemama den Namen „Helga“ erhalten hat, befindet sich nun in liebevollen Händen. Eine aktive Tierschützerin hat den Welpen aufgenommen. „Als ich sie gesehen habe, wusste ich sofort: Die gebe ich nicht mehr her“, erzählt die Frau, die aber anonym bleiben möchte.

Zu jung, schwach und krank: die Risiken für Hund Helga

Helgas Zustand ist jedoch weiterhin kritisch. „Sie war stark dehydriert, schwach und viel zu jung, um von der Mutter getrennt zu sein. Der Tierarzt vermutet Parvovirose und möglicherweise einen Wasserkopf, denn ihr Kopf ist im Verhältnis zum Körper sehr groß.“ Parvovirose ist eine hochansteckende Viruserkrankung bei Hunden, die durch das Canine Parvovirus (CPV) verursacht wird. Sie ist besonders gefährlich für Welpen und nicht geimpfte Hunde und kann tödlich verlaufen.

Die erste Diagnose war niederschmetternd, doch die engagierte Frau ließ sich nicht entmutigen. Sie fütterte den Welpen alle zwei bis drei Stunden mit einer Spritze und versorgte ihn mit Welpenmilch, gekochtem Hähnchen sowie einer speziellen Aufzuchtnahrung vom Tierarzt.

„Es ist ein Fulltime-Job, aber wenn ich sehe, wie die Kleine inzwischen herumspringt und meine Hausschuhe anknabbert, geht mir das Herz auf“, sagt die Helferin. „Sie hat einen unglaublichen Lebenswillen.“

Inzwischen wird Helga liebevoll umsorgt und wieder aufgepäppelt.

Inzwischen wird Helga liebevoll umsorgt und wieder aufgepäppelt.

Tierschutzverein Finsterwalde/Delloch

Dieser Fall macht fassungslos – nicht nur wegen der Kälte und des Alters des Hundes, sondern vor allem wegen der Art und Weise, wie er entsorgt wurde. Die Tierschützerinnen vermuten, dass es sich um ein „aussortiertes“ Tier aus einer Zucht handelt. „Sie ist zu klein, zu schwach, nicht verkäuflich – also hat man sie einfach ausgesetzt.“ Das sei kein Einzelfall, so Sabine Delloch.

Tierschützerin in Finsterwalde will die kleine Helga übernehmen

Helga erholt sich inzwischen zusehends. Die kritischen ersten Tage liegen hinter ihr, auch wenn sie noch medizinisch beobachtet werden muss. Ihre derzeitige Pflegerin möchte Helga nach Ablauf der gesetzlich vorgeschriebenen 28 Tage übernehmen, sofern sich in dieser Zeit kein Besitzer meldet, was bei einem ausgesetzten Tier jedoch als unwahrscheinlich gilt.

„Ich habe selbst einen Chihuahua“, erzählt sie. „Und ich wollte schon länger einem weiteren Hund ein Zuhause geben. Dass es so kommt, hätte ich nie gedacht – aber Helga gehört jetzt einfach zu mir.“

Für die Tierschützerin ist klar: „Wer sein Tier nicht mehr halten kann, hat immer die Möglichkeit, sich an den Tierschutz zu wenden. Ein Anruf genügt. Aber so etwas – ein Tier in der Nacht aussetzen, ohne jede Chance – das ist einfach nur grausam.“

Tierschutzverein Finsterwalde bittet um Spenden für Hunde in Not

Der Tierschutzverein Finsterwalde appelliert eindringlich an alle Tierhalter: „Bitte setzen Sie keine Tiere aus! Melden Sie sich, wenn Sie Hilfe benötigen. Wir stehen Ihnen zur Seite.“

Unterstützung benötigt allerdings auch der Tierschutzverein selbst. So sind bei Helga noch einige Untersuchungen und Behandlungen nötig, die viel Geld kosten werden. „Für diesen und ähnliche Fälle sind wir für jede Spende dankbar“, sagt Sabine Delloch.