Hund in Finsterwalde: Wie es Chihuahua Helga geht und warum es jetzt Streit gibt

Der in Finsterwalde ausgesetzte Chihuahua-Welpe Helga wird von seiner Pflegemama fürsorglich betreut.
Tierschutzverein Finsterwalde/Delloch- Chihuahua-Welpe Helga wurde in Finsterwalde ausgesetzt und kämpft mit Krankheiten.
- Pflegemama betreut Helga intensiv, sie benötigt spezielle Nahrung und medizinische Pflege.
- Helga hat Spulwürmer und Parvovirose, bleibt in Quarantäne.
- Es gibt Streit um Spendengelder, aber auch große Unterstützung.
- Helga bleibt zunächst Fundtier, Pflegemama möchte sie adoptieren.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Schicksal der kleinen Helga bewegt Finsterwalde – und mittlerweile sogar ganz Deutschland. Mitten in der Nacht war der winzige Chihuahua‑Mix in einem Wohngebiet aus einem Auto heraus ausgesetzt worden. Eine Anwohnerin wurde Zeugin des erschütternden Moments: Helga, wie der kleine Welpe später genannt wurde, blieb zittrig im Regen zurück. Nur das beherzte Eingreifen der Nachbarschaft rettete ihr das Leben.
Wenige Tage später gleicht Helgas Alltag einem Drahtseilakt. Die Tierfreundin, die den Welpen in ihre Obhut nahm und anonym bleiben möchte, berichtet von einem neuerlichen Rückschlag: „Gestern mussten wir wieder zum Tierarzt. Helga hat Würmer erbrochen, selbst ihr Kot war voll davon – heute sogar mit Blut. Noch ist sie nicht über den Berg.“
Chihuahua Helga braucht intensive Pflege
Ein zweiter Entwurmungszyklus und engmaschige Kontrollen seien nötig; Desinfektion gehöre zum stündlichen Ritual. „Spulwürmer können auch auf Menschen übergehen – das macht die Pflege zu einem Full‑Time‑Job.“
Trotz allem gibt es auch immer wieder die schönen Momente: „Wenn sie mal fit ist, tobt sie los und macht eben das, was Welpen so machen.“

Am liebsten spielt Chihuahua-Welpe Helga mit den Latschen der Pflegemama.
Tierschutzverein Finsterwalde/DellochTierärzte hatten bereits Parvovirose diagnostiziert – eine lebensgefährliche Viruserkrankung – und den Verdacht auf Hydrozephalus („Wasserkopf“) geäußert. Helga bleibt deshalb in Quarantäne, wird mit Welpenmilch, gekochtem Hähnchen und Spezialfutter aufgebaut. „Sie bekommt so eine Art Astronautennahrung, da sind alle wichtigen Nährstoffe drin“, sagt ihre Betreuerin.
Während das Tier um sein Leben kämpft, kocht im Hintergrund eine hitzige Debatte. So wird der Pflegestelle gar mit Anwalt gedroht. „Leute behaupten, wir wollten uns bereichern“, sagt die Pflegemama fassungslos. Ihre Entscheidung, anonym zu bleiben, habe sie „aus Selbstschutz“ getroffen: „Ich bekomme Nachrichten nachts um zwölf, werde beschimpft. Aber ich gebe Helga nicht her.“
Tierarztkosten werden mit Spendengeldern bezahlt
Sie ergänzt: „Wir haben alle einen anderen Job, wir machen das ehrenamtlich und wir sind auf Spendengelder angewiesen.“ Wer sonst bezahle die ganzen Kastrationen von Katzen, von Katern, die wir auf der Straße finden? „Natürlich brauchen wir Spendengelder. Aber das wollen einige Leute nicht verstehen.“

In diesem Zustand wurde der Welpe in Finsterwalde gefunden.
Tierschutzverein Finsterwalde/DellochSabine Delloch, Vorsitzende des Tierschutzvereins Finsterwalde, stärkt der Pflegestelle den Rücken: „Polizei und Ordnungsamt sind eingeschaltet, der Hund ist offiziell als Fundtier registriert. Wir haben alles richtig gemacht.“ Dass ausgerechnet Tierfreunde angefeindet würden, sei traurig, aber kein Einzelfall: „Bei kleinen Rassehunden sehen manche nur den Marktwert.“ Chihuahua wie Helga seien aktuell sehr gefragt.
Gleichzeitig erlebt der Verein eine Welle der Solidarität. „Ein Unternehmer hat sofort 100 Euro gegeben, es kam viel Zuspruch sogar aus Hamburg und München – sogar 200 Euro wurden anonym gegeben“, berichtet Sabine Delloch. Doch die laufenden Tierarztkosten fressen die Summe schnell auf: Medikamente, Diagnostik und Spezialfutter belasten die Vereinskasse. „Ohne Unterstützung könnten wir Tiere wie Helga gar nicht versorgen.“ Die Chefin des Tierschutzvereins ergänzt: „Für diesen und ähnliche Fälle sind wir für jede Spende dankbar.“
Wie es für Chihuahua Helga weitergeht
Rechtlich bleibt Helga zunächst 28 Tage Fundtier; meldet sich kein Besitzer, darf die Pflegemama sie adoptieren. „Wenn wir sie durchkriegen, bleibt sie bei mir“, verspricht die Frau, die selbst einen Chihuahua hat. Bis dahin pendelt sie weiter zwischen Küche, Waschmaschine und Tierarztpraxis, wischt Böden mit Desinfektionsmittel und zählt jede Mahlzeit, die nicht wieder herauskommt.
Doch es gibt auch Grund zur Hoffnung: 480 Gramm hatte Helga gewogen, als sie von ihrer Pflege-mama übernommen wurde. Ohne Hilfe hätte sie wohl kaum noch ein paar Stunden überlebt. „Jetzt sind es 720 Gramm, da bin ich schon stolz drauf“, betont sie. Wenn sich der Welpe weiter stabilisiert habe, stünden noch einige Behandlungen und Impfungen an. „Wir denken da von Tag zu Tag.“
Helgas Kampf ist noch nicht gewonnen. „Doch ich bin zuversichtlich, dass wir es schaffen werden“, sagt ihre Pflegerin.
Tier gefunden – so verhält man sich richtig
Bei einem Fundtier müsse umgehend Anzeige erstattet werden. Das sagt Sabine Delloch, Chefin des Tierschutzvereins Finsterwalde. Wenn das Ordnungsamt nicht erreichbar sei, wie oft am Wochenende, sollte man die Polizei unter 110 informieren. Sie habe die Kontakte zu den zuständigen Stellen.
Der Tierschutzverein Finsterwalde appelliert eindringlich an alle Tierhalter: „Bitte setzen Sie keine Tiere aus! Melden Sie sich, wenn Sie Hilfe benötigen. Wir stehen Ihnen zur Seite.“



