Straßen-Katzen in Elbe-Elster: Jährliche Futterkosten so teuer wie ein halber Kleinwagen

Dank größerer Katzen-Futterspenden kann sich der in Elbe-Elster tätige Tierschutzverein Finsterwalde eine Weile über Wasser halten.
Tierschutzverein FinsterwaldeAn den fast zwei Dutzend Futterstellen in Elbe-Elster werden von ehrenamtlichen Tierfreunden jeweils bis zu 20 Katzen versorgt. Es handelt sich um schon lange frei laufende, aber zunehmend auch in Haushalten lästig gewordenen Tiere.
„Die Leute setzen immer mehr Katzen ab einem Alter von zehn Wochen aus. Diese sind meistens nicht kastriert und vermehren sich weiter. Viele Tiere wurden während der Coronazeit angeschafft und sind nun überflüssig“, sagt Sabine Delloch, Vorsitzende des Tierschutzvereins Finsterwalde. Sie weiß von Fällen, in denen Mutterkatzen samt ihrer Jungen im Wald „entsorgt“ wurden.
Die Folgen für die Tierfreunde nähmen große Ausmaße an. Die Vorsitzende schätzt, dass sich die jährlichen Futterkosten nur für Katzen inzwischen auf 8000 bis 9000 Euro summieren. Nicht eingerechnet jene Leistungen, die die Ehrenamtler selbst investieren.
Tierfreunde aus Elbe-Elster gehen auf Betteltour
Um über die Runden zu kommen, sind sich die Tierschützer nicht zu schade, in alle Himmelsrichtungen Bettelanfragen zu stellen, wie es Sabine Delloch formuliert. Zuletzt mit Erfolg. Fressnapf, ein Unternehmen für Heimtierbedarf, habe zwei Paletten mit Futter und Streu geschickt. Eine dritte Palette sei vom Deutschen Tierschutzbund gekommen, der alle Vereine unterstütze. Auch BayWa Finsterwalde helfe. „Das muss bis zum Jahresende reichen“, sagt die Vereinsvorsitzende.
Futterboxen im Supermarkt für die Katzen
Ein zweites Spendenstandbein seien die Futterboxen in Einkaufsmärkten. Diese stehen bei Rewe im Elstercenter Elsterwerda sowie seit dem 1. Juli im Kaufland, aber auch bei Obi in Finsterwalde. Allein diese Boxen, gefüllt von einkaufenden Tierfreunden, würden etwa ein Viertel des Jahresbedarfs decken. Festgestellt werde, dass die Spendenbereitschaft aufgrund der allgemeinen Teuerung nachgelassen habe und für Hunde mehr gespendet werde als für Katzen.