Garten in Guben
: Auf diese Tipps schwört die Expertin im Frühjahr

Nach Obstschwemme und Annahmestopp bleiben Hobbygärtner an der Neiße unsicher. Wie läuft das Frühjahim Garten und auf Obstwiesen in Guben an?
Von
Bernd Töpfer
Guben
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Gabriela Behnke in der Gärtnerei am Stadtpark Guben packt gerade ihr Fahrzeug.

Gabriela Behnke in der Gärtnerei am Stadtpark.

Gabriela Behnke in der Gärtnerei am Stadtpark Guben packt gerade ihr Fahrzeug. Hobbygärtner können im Garten schon jetzt loslegen, sagt sie. Doch nicht mit jeder Arbeit.

Bernd Töpfer
  • Nach Obstschwemme und Annahmestopp 2023 in Guben bleibt die Lage unklar.
  • Lohnmosterei Burg setzte Annahmestopp nach Ausfall eines Lkw-Fahrers.
  • Gärtnerin: Jetzt Kernobst schneiden; Salat/Kohlrabi mit Folie/Vlies pflanzen.
  • Vlies statt Plastik empfohlen: besserer Frostschutz für junge Pflanzen.
  • Frühblüher wie Tulpen, Primeln, Stiefmütterchen möglich; Ranunkeln meiden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Äpfel, Birnen und Quitten sorgen an der Neiße für Schlagzeilen. Erst brachte im Vorjahr die Obstschwemme lange Schlangen in der Annahmestelle der Gärtnerei am Stadtpark in Guben. Gabriela Behnke hatte alle Hände voll zu tun, die reichlich gewachsenen Früchte anzunehmen.

Dann kam urplötzlich das Stoppzeichen und sorgte für weitere Debatten: Nach dem Ausfall eines Lkw-Fahrers in der Lohnmosterei in Burg (Spreewald) wurde ein Annahmestopp verhängt. Gabriela Behnke musste Kleingärtner mit ihrem Obst in Guben schweren Herzens nach Hause schicken. Die Spreewald-Mosterei nahm die Früchte nicht mehr ab. Das ist für das traditionelle Apfelanbaugebiet beinah ein Super-GAU.

Wie es in diesem Jahr wird, bleibt vorerst abzuwarten. Man könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen, so Gabriela Behnke. Erst einmal muss man schauen, ob wieder reichlich Obst an den Bäumen wächst und ob es zu einer Obstschwemme kommt. Erinnerungen an die Situation vor drei Jahren werden allerdings auch wach. Hobbygärtner haben an eine reichliche Apfelernte geglaubt. Dann vermiesten starke Fröste während der Blüte die Obsternte.

So geht die Gärtnerin im Frühjahr im Garten vor

Bis zur Apfelblüte ist noch etwas Zeit. Doch die Sonne steht schon höher. Den Hobbygärtnern juckt  es in den Fingern. Ist es schon ratsam, loszulegen? „Natürlich“, sagt Gabriela Behnke. Aktuell komme bei ihr vieles zusammen.

Im Januar und Februar konnte man bei den teilweise sehr niedrigen Temperaturen nichts machen. „Jetzt stehen die Arbeiten geballt an“, umschreibt sie die Arbeitsspitze. Und gleichzeitig gibt sie für die Apfelbäume einen Tipp. „Kernobstbäume können jetzt schon verschnitten werden“, erklärt die Gärtnerin.

Die ersten Farbpunkte im Kleingarten können gesetzt werden. Salat und Kohlrabi-Pflanzen gehören bereits in den Boden, sagt Gabriela Behnke. „Natürlich unter einem Folienhütchen“, ergänzt sie. Um die zarten Pflänzchen vor Frost zu schützen. „Die vertragen dann auch schon mal zwei, drei Grad unter Null, die es in der Nacht werden können.“

Vlies oder Plastik fürs Beet? Darauf setzt die Gärtnerin

Allerdings setzt sie in der Gärtnerei nicht auf die Plastik-Hütchen. Gabriela Behnke schwört dagegen auf aus Wolle gefertigtes Vlies, das sie über die jungen Pflänzchen, die sie aktuell großflächig anzieht, legt. Die Sonnenstrahlen gehen durch, auch Wasser und Wind. Wenn die jungen Blätter dagegen in einer Frostnacht an das Plastik-Hütchen anstoßen, werden sie weiß. Das passiere bei Vlies nicht, weil es bessere Wärmedämmeigenschaften habe, argumentiert Gabriele Behnke.

Aktuell möchte man im Garten überall gleichzeitig sein, um loszulegen. Allerdings sollte man mit Bedacht vorgehen, denn die Nächte können mit Frosttemperaturen noch ziemlich kalt werden, wie in der dritten Märzwoche. Ob der Frost in diesem Frühjahr durch ist? „Da wäre ich noch sehr vorsichtig“, ergänzt die Gärtnerin.

„Geht ein Gewitter über kahle Bäume, wird es noch einmal kalt“, zitiert sie eine Bauernregel. Im Februar habe es solch eine Wettersituation gegeben, und es könne schon noch mal richtig kalt werden, so die Expertin. Selbst im April müsse man auch noch damit rechnen, wie das Jahr 2022 gezeigt hat. Seinerzeit ist ein großer Teil der Obstblüte erfroren.

Gute Aussichten für die Ernte in Guben und Umgebung?

Trotzdem können Hobbygärtner schon loslegen, Frühblüher in die Erde zu bringen. Diese bringen Farbtupfer in den Garten. Tulpen, aber auch Primeln und Stiefmütterchen sind gut geeignet. „Allerdings wäre ich mit Ranunkeln noch sehr vorsichtig. Mit den frostempfindlichen Stauden sollte man dann doch lieber noch ein paar Tage warten“, rät die Expertin den Ungeduldigen.

Der Regen an der Neiße zu Beginn der dritten Märzwoche sei gut, aber auch dringend nötig gewesen: Gut sechseinhalb Liter auf den Quadratmeter seien innerhalb von anderthalb Tagen gefallen, habe die Gärtnerin in Guben gemessen. „Das ist schon ganz ordentlich“, so Gabriela Behnke. Wenn das so weitergehe, können die Hobbygärtner sehr zufrieden sein und auf eine ordentliche Ernte hoffen.