FSME in Elbe-Elster: Zecken-Alarm – Landkreis ist jetzt Risikogebiet

Zecken gelten als Überträger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Der Landkreis Elbe-Elster gehört jetzt zu den Risikogebieten.
Frank Rumpenhorst/dpa- Landkreis Elbe-Elster ist neues FSME-Risikogebiet (Robert-Koch-Institut).
- FSME-Virus wird durch Zecken übertragen und kann Hirnentzündungen verursachen.
- 2024 wurden 686 FSME-Fälle gemeldet, zweithöchste Zahl seit 2001.
- Impfung gegen FSME wird für Risikogruppen und Menschen in FSME-Gebieten empfohlen.
- Landkreis Elbe-Elster plant baldige Erklärung und Handlungsempfehlungen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Landkreis Elbe-Elster ist ab sofort FSME-Risikogebiet. Das geht aus einer Mitteilung des Robert-Koch-Instituts hervor. Damit gibt es im Landkreis eine erhöhte Gefahr, an einer durch Zecken übertragenen Hirnhautentzündung zu erkranken. Eine Region wird als Risikogebiet eingestuft, wenn dort auffällig viele FSME-Fälle aufgetreten sind.
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist laut Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit (BIÖG) eine Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute, die durch Viren hervorgerufen wird. Die Erreger kommen in vielen Ländern Europas, in Russland und Asien vor. Das FSME-Virus vermehrt sich hauptsächlich in kleinen Nagetieren wie Mäusen. Über infizierte Zecken wird es dann auf den Menschen übertragen. FSME-Erkrankungen werden meistens im Frühjahr und im Sommer bis in den Herbst, vereinzelt auch im Winter, beobachtet.
Zahl der FSME-Erkrankungen nimmt zu
In Deutschland besteht ein Risiko für eine FSME-Infektion laut Robert-Koch-Institut vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, in Südhessen, im südöstlichen Thüringen, in Sachsen und im südöstlichen Brandenburg. Einzelne Risikogebiete befinden sich zudem in Mittelhessen, im Saarland, in Rheinland-Pfalz, in Niedersachsen und in Nordrhein-Westfalen.
Jetzt sind drei neue Risikogebiete hinzugekommen, von denen zwei an bekannte Risikogebiete grenzen: In Bayern ist es der Stadtkreis Augsburg und in Brandenburg der Landkreis Elbe-Elster. In Niedersachsen wird der Landkreis Celle zum Risikogebiet. Somit sind aktuell 183 Kreise als FSME-Risikogebiete ausgewiesen. Im Jahr 2024 wurde mit 686 FSME-Erkrankungen die zweithöchste Erkrankungszahl seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2001 gemeldet.
In Brandenburg gelten neben Elbe-Elster die Stadt Frankfurt (Oder) sowie die Landkreise Oberspreewald-Lausitz, Oder-Spree und Spree-Neiße als Risikogebiete.
Übertragung und Infektionsrisiken des FSME-Virus
Das FSME-Virus wird laut BIÖG häufig über Zecken übertragen. Durch einen Zeckenstich können die Viren in die Blutbahn des Menschen gelangen. Nicht jeder Stich einer Zecke führe jedoch zu einer FSME-Infektion. Menschen ab 40 Jahren hätten ein höheres Risiko einer schweren FSME-Erkrankung. Vor allem Senioren seien anfälliger für Komplikationen.
Eine spezielle Behandlung gegen die FSME-Erkrankung gibt es laut Bundesinstitut nicht, daher werden ausschließlich die Beschwerden behandelt. Schwere Verläufe sollten im Krankenhaus behandelt werden, unter Umständen sogar intensivmedizinisch.
Eine Impfung gegen FSME wird empfohlen für Menschen, die in FSME-Risikogebieten wohnen und sich viel in der Natur aufhalten oder auch Reisenden in Gebiete mit einem besonderen FSME-Risiko im In- und Ausland, sofern ein Kontakt zu Zecken wahrscheinlich ist. Auch Berufsgruppen wie beispielsweise Förster, Waldarbeiter oder Jäger in FSME-Risikogebieten sollten laut Bundesinstitut über eine Impfung nachdenken. Zum Aufbau des Impfschutzes sind drei Impfungen erforderlich.
Der Landkreis Elbe-Elster will wegen der neuen Risikobewertung noch in dieser Woche eine Erklärung mit möglichen Handlungsempfehlungen abgeben, heißt es aus der Kreisverwaltung.

