Bis zum Ende dieser Woche bleiben die Schulen und Kitas in Brandenburg und Sachsen zu. Ganz normal. Es sind ja schließlich Ferien. Doch was wird danach? Darüber herrscht immer noch Unklarheit.

Die Schul- und Kita-Schließungen zum Schutz vor der Ausbreitung des Coronavirus waren auf die Zeit bis zu den Osterferien begrenzt. Bleiben die Schulen nun weiter zu? Geht der Schulbetrieb ganz normal weiter? Oder wird es eine schrittweise Öffnung geben?

Merkel und die Ministerpräsidenten beraten am Mittwoch

Fest steht bisher nur, dass es am Mittwoch (15. April) dazu Beratungen geben wird. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder wollen in einer Videokonferenz über das weitere Vorgehen im Kampf gegen das Coronavirus beraten. Dabei geht es zunächst um die Frage der Ausgangsbeschränkungen und Kontaktsperren, die in den einzelnen Bundesländern bis zum 19. April verhängt wurden – aber eben auch um die Schulen.

Cottbus

Entscheiden kann die Kanzlerin das nicht. Denn Bildung ist ebenso wie der Infektionsschutz Ländersache. Theoretisch denkbar wäre also auch, dass jedes Bundesland für sich einen eigenen Weg geht. Homeschooling in Bayern, regulärer Unterricht in Brandenburg? So ganz mag man sich das derzeit nicht vorstellen. Bayerns Regierungschef Markus Söder hat bereits vor einem Überbietungswettbewerb gewarnt. „Wir brauchen einen sicheren und besonnenen Weg aus der Coronakrise“, schrieb der CSU-Chef am Dienstag auf Twitter.

Denkbar ist, dass sich die Länder-Chefs bereits am Mittwoch auf einen gemeinsamen Weg einigen und diesen dann auch gleich verkünden. Sicher ist das aber keineswegs.

Brandenburg: Entscheidung zu Schulen am „Donnerstag oder Freitag“

Ulrike Grönefeld, Sprecherin des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport in Brandenburg, will auch RUNDSCHAU-Nachfrage noch nichts zu einer möglichen Öffnung sagen. Sie rechnet damit, dass zunächst die Kanzlerin vor die Presse tritt und dann, am Donnerstag (16. April) oder Freitag (17. April), die Landesministerien ihre Entscheidung bekannt geben. „Es gilt, die Gesundheit aller zu schützen. Das ist der entscheidende Maßstab, an dem sich Brandenburgs weiteres Vorgehen orientiert“, betont die Sprecherin.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) kündigte am Dienstagabend an, dass es eine schrittweise Rückkehr zur Normalität geben werde. Der Regierungschef hält vor allem für Kinder Erleichterungen für sinnvoll: „Im Interesse der Kinder und ihres Wohlergehens wäre es gut, dass möglichst viele von ihnen bald wieder in Krippe, Kita und Schule gehen können“, sagte der derzeitige Bundesratspräsident den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Am Mittwoch um 19 Uhr will Woidke über die Gespräche mit der Kanzlern und den Stand der Planungen in Brandenburg informieren. Ob er sich dann auch schon zu den Schulen äußern wird, ist noch offen.

Sachsen kündigt Entscheidung zu Schulen für Donnerstag an

Ähnlich die Lage in Sachsen. Susann Meerheim vom sächsischen Kultusministerium rechnet für Donnerstag (16. April) mit einer Entscheidung. „Wir werden schrittweise hochfahren, zunächst wird es um die Kinder mit Förderbedarf und um Grundschulkinder gehen, die dringenden Betreuungsbedarf beim Lernen haben“, so die Pressesprecherin. Zu einem konkreten Datum der Schulöffnung will auch sie nichts sagen.

Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) kündigte einen Vier-Stufen-Plan für Sachsen an. Details sollen aber erst nach dem Telefonat mit der Kanzlerin am Mittwoch mitgeteilt werden.

Berlin: Nächste Woche wohl noch keine Schule

In Schleswig-Holstein hat Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Dienstag eine schrittweise Lockerung der Corona-Auflagen in Schleswig-Holstein angekündigt. Der Regierungschef geht davon aus, dass in einigen Bereichen bundesweit einheitlich vorgegangen wird. Als Beispiel nannte er die Regeln für Kitas und Schulen. Er rechne mit einem Konsens in vielen Bereichen, sagte Günther.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat Hoffnungen auf eine rasche Lockerung der seit Wochen geltenden Beschränkungen wegen der Coronakrise gedämpft. So etwas werde es „frühestens ab 27. April, eventuell auch erst ab 1. Mai“ geben, sagte Müller am Dienstag in einem Interview auf Radio eins. „Ab kommendem Montag wird es wahrscheinlich nicht sein. Das muss man schon sagen“, fügte er hinzu.

RKI: Grundschulen noch nicht öffnen

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hatte am Montag für einen „realistischen“ Zeitplan zurück zur Normalität plädiert, wenn das Infektionsgeschehen dies ermögliche. So empfahlen die Wissenschaftler, Schulen „so bald wie möglich“ wieder zu öffnen – angefangen bei Grundschulen sowie Unter- und Mittelstufen.

Anders als die Leopoldina regt das Berliner Robert Koch-Institut (RKI) an, Schulen zuerst wieder für die höheren Jahrgänge zu öffnen. Es gehe dabei um die Annahme, dass Jugendliche Abstandsregeln besser einhalten könnten, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag (14. April). „Das ist eine Entscheidung der Politik“, ergänzte er.

Abi-Prüfungen finden in Brandenburg und Sachsen statt

Klarheit gibt es bisher nur für die Abiturienten. „Das schriftliche Abitur soll in Brandenburg am 20. April starten. Dies ist unabhängig von der derzeitigen Aussetzung des Unterrichts an Brandenburgs Schulen“, erklärt Ulrike Grönefeld, Pressesprecherin des Bildungsministeriums in Potsdam, gegenüber der RUNDSCHAU.

In Sachsen sollen die Abiturprüfungen wie geplant am 22. April beginnen. Das hat Kultusminister Christian Piwarz (CDU) den Schülern versichert.

Potsdamer Bildungsministerium bittet um Verständnis

Für Eltern, Schüler und Lehrer ist das alles derzeit ziemlich unbefriedigend. Müssen sie doch erneut ad-hoc reagieren. „Wir bitten Sie um Verständnis für diese Haltung. Gerade uns im Ministerium für Bildung und Jugend ist bewusst, wie schwierig dies für die Betroffenen, insbesondere die Kinder, Jugendlichen und Eltern ist“, sagt Ulrike Grönefeld in Potsdam. (mit dpa)

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