Regionalliga Nordost: Piplica schlägt bei Lok Leipzig Alarm – scharfe Kritik an Mentalität

Mentalitätsfrage: Trainer Tomislav Piplica kritisiert bei Lok Leipzig die Einstellung seiner Spieler und sieht eine wichtige Sache, die im Kader fehlt.
IMAGO/Gabor KriegEs ist ein wichtiges Spiel, das am Dienstag (26. März) in der Regionalliga Nordost auf Lok Leipzig wartet. Im Nachholspiel gegen das formstarke Carl Zeiss Jena müssen die Sachsen Wiedergutmachung betreiben – für eine schwache Saison mit viel Unruhe, Präsidenten- sowie Trainerwechsel und für das vorzeitige Aus im Landespokal Sachsen.
Dort unterlag der Regionalligist am Wochenende (23. März) dem Oberliga-Tabellenführer Bischofswerdaer FV mit 2:3 nach Verlängerung. Zwei Rückstände hatte der Regionalligist noch aufgeholt, doch in der 104. Minute das dritte und entscheidende Tor kassiert. Trainer Tomislav Piplica wählte gegenüber der Leipziger Volkszeitung (LVZ) gnadenlose Worte: „Der absolute Wille hat gefehlt. Einige dachten, dass es mit 50 Prozent geht – dann kriegst du auf die Fresse, Bischofswerda ist ein Top-Gegner.“ Der ein oder andere sei nicht bereit, „über 90 Minuten die dreckige Arbeit zu machen.“
Piplica sieht keine Führungsspieler bei Lok Leipzig
Der Trainer, der nach der Trennung von Almedin Civa übernommen hat, holte zur Generalkritik aus: „Ich bin einer, der Mentalität und harte Arbeit braucht – das haben wir im Kader nicht.“ Der Bosnier erzählte aus seiner eigenen Karriere, die der ehemalige Torwart lange Zeit bei Energie Cottbus verbrachte und dort als großer Außenseiter in der Bundesliga spielte. Er habe immer in kleinen Vereinen gespielt, wo Identifikation und Hingabe besonders wichtig waren, sagte der Lok-Trainer. „Es geht nur gemeinsam“, erklärte Piplica.
Dazu zählt der Coach auch die Fans, für das Duell mit Jena brauche es den 12. Mann, sagte er gegenüber der LVZ. Einfach austrudeln lassen will man die Saison nach dem Pokal-Aus nicht: „Von Abhaken kann keine Rede sein, es sind noch viele Spiele“, betonte Außenverteidiger Linus Zimmer. Als gebürtiger Leipziger hat Zimmer trotz seiner erst 21 Jahre das Zeug zur Identifikationsfigur und Führungsspieler bei Lok.
Sportlich muss sich der Verein bei 13 Punkten Vorsprung auf den Tabellenletzten und elf auf den Vorletzten voraussichtlich keine Abstiegssorgen mehr machen, aber es geht bereits um die Zusammenstellung des Kaders zur neuen Saison und die mögliche Verlängerung auslaufender Verträge. Und vielleicht kristallisieren sich in den verbleibenden Partien ja auch noch die gesuchten Führungsspieler heraus: „Manchmal brauchen Jungs Zeit, um sich in eine Führungsrolle zu entwickeln“, sagte Piplica.

