Regionalliga Nordost: Lok Leipzig blamiert sich im Pokal – „dann kriegst du auf die Fresse“

Pokal-Aus: Für Lok Leipzig und Djamal Ziane (hier im Ligaspiel gegen den SV Babelsberg) ist im Viertelfinale des Landespokals Sachsen Schluss. Der Gegner aus der Oberliga setzt hingegen eine Erfolgsserie fort.
IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Jan KaeferAuch wenn in der Regionalliga Nordost am Wochenende nur zwei Spiele stattfanden, waren viele Teams nicht untätig und stattdessen in ihren jeweiligen Landespokalen gefordert. Viele von ihnen zeigten sich souverän, Lok Leipzig im Viertelfinale des sächsischen Landespokals allerdings nicht, die Mannschaft schied beim Oberliga-Tabellenführer Bischofswerdaer FV aus.
2022/23 hatte Lok den Wettbewerb gewonnen und durfte danach in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Eintracht Frankfurt antreten. Dieses Mal war vorzeitig Schluss; 2:3 nach Verlängerung hieß gegen Bischofswerda. Die zwischenzeitlichen 0:1 und 1:2-Rückstände hatte der Regionalligist noch aufgeholt, doch in der 104. Minute das dritte und entscheidende Tor kassiert. „Heute gibt es keine Ausrede“, sagte Leipzigs Luca Sirch nach Abpfiff im MDR. „Es war Pflicht, weiterzukommen. Das ist heute zu wenig gewesen, so ehrlich muss man sein.“
Trainer Tomislav Piplica wählte gegenüber der Leipziger Volkszeitung noch härtere Worte: „Der absolute Wille hat gefehlt. Einige dachten, dass es mit 50 Prozent geht – dann kriegst du auf die Fresse, Bischofswerda ist ein Top-Gegner.“
Landespokal Sachsen bringt fast noch eine Überraschung
Der Oberligist setzte mit dem Überraschungserfolg seine Erfolgsserie fort, schon in der dritten Runde hatte Bischofswerda mit dem Chemnitzer FC einen Regionalligisten aus dem Wettbewerb geworfen. Auch in der Liga ist die Mannschaft nach 21 Spieltagen noch ungeschlagen und hält Aufstiegskurs – im nächsten Ligaspiel am 6. April heißt der Gegner VfB Krieschow. „Das ist dieses Jahr einfach unsere Mentalität“, sagte Siegtorschütze Can-Deniz Tanriver im MDR. „Wie wir als Team miteinander agieren, das zeichnet uns aus.“ Im Halbfinale trifft die Mannschaft jetzt auf Drittligist Erzgebirge Aue, der sich mit zwei späten Toren (82./90.+1) gegen Oberligist SC Freital durchgesetzt hatte.
Beinahe hätte der sächsische Landespokal übrigens noch eine faustdicke Überraschung gebracht, denn Drittligist Dynamo Dresden schrammte nur knapp an der Blamage gegen Oberligist VFC Plauen vorbei. Erst in der 115. Minute rettete Stefan Kutschke Dynamo ins Elfmeterschießen, wo die Dresdener mit 6:5 siegten. Deutlich souveräner zeigte sich im Viertelfinale der FSV Zwickau, der gegen Sachsenligist Fortuna Chemnitz mit 4:1 siegte, Torjäger Marc-Philipp Zimmermann schnürte einen Doppelpack.
Carl Zeiss Jena siegt ohne Glanz, Greifswald souverän
Bereits eine Runde weiter fortgeschritten ist der Brandenburger Landespokal, wo am Wochenende die Halbfinal-Begegnungen gespielt wurden. Der SV Babelsberg siegte gegen Brandenburgligist MSV Neuruppin souverän mit 3:0, Finalgegner Energie Cottbus gegen Brandenburgligist Union Klosterfelde mit 5:0.
Auch in Thüringen wurden bereits die Finalteilnehmer ausgespielt. Der ZFC Meuselwitz siegte deutlich mit 6:1 gegen Verbandsligist Thüringen Weida. Mehr Mühe hatte Finalgegner Carl Zeiss Jena beim 2:0-Sieg im Stadtduell gegen Verbandsligist Schott Jena. Nachdem der Außenseiter mit einem Lattentreffer in der 89. Minute den Ausgleich verpasst hatte, sorgte Carl Zeiss im direkten Gegenzug mit dem zweiten Treffer für die späte Entscheidung.
Regionalliga-Tabellenführer Greifswalder FC siegte im Viertelfinale des Mecklenburg-Vorpommern-Pokals standesgemäß mit 5:2 gegen Verbandsligist FC Schönberg. Im Berliner Pokal-Viertelfinale setzte sich Viktoria Berlin gegen Landesligist BFC Meteor mit 4:0 durch, der Berliner AK schied hingegen mit 0:3 gegen Titelverteidiger TuS Makkabi (NOFV-Oberliga Nord) aus. Nach einer gespielten Stunde war Makkabi in Führung gegangen und legte in der Nachspielzeit zwei weitere Tore nach. In der Runde zuvor hatte der BAK noch den BFC Dynamo aus dem Pokal geworfen.



