Am Mittwochnachmittag sind sowohl das Viertelfinale als auch das Halbfinale im Fußball-Landespokal ausgelost worden. Gelingt Titelverteidiger FC Energie Cottbus der erneute Coup? Damit würde sich der Regionalligist zum alleinigen Rekordsieger aufschwingen. Aktuell stehen der FCE und der SV Babelsberg, der im Achtelfinale von den Lausitzern ausgeschaltet werden konnte, bei jeweils zehn Landespokal-Titeln.
Im Viertelfinale sind Mannschaften von der sechsten bis aufwärts in die vierte Liga unter sich. Und Energie erwischte mit dem Werderaner FC Viktoria einen Brandenburgligisten. Reist Cottbus am 25. März zum Sechstligisten, kommt es auch zum Wiedersehen mit einem Ex-Stürmer. Werders Patrick Richter trug zwischen 2006 und 2010 das Wappen des FCE auf der Brust. In der Folge entwickelte er sich zu einem der treffsichersten Offensivspieler des Landes Brandenburg.

Landespokal Brandenburg – das Viertelfinale im Überblick

Werderaner FC Viktoria (Brandenburgliga) – Energie Cottbus (Regionalliga Nordost)
TSG Einheit Bernau (Brandenburgliga) – Ludwigsfelder FC (Oberliga Süd)
MSV Neuruppin (Oberliga Nord) – FSV Luckenwalde (Regionalliga Nordost)
Germania Schöneiche (Brandenburgliga) – VfB Krieschow (Oberliga Süd)

Stimmen zur Auslosung

Werders Trainer Martin Nitzsche zeigt sich nicht übermäßig begeistert von der Auslosung: „Klar ist das ein attraktives Los, aber ich bin da eher pragmatisch und hätte mir Energie Cottbus vielleicht erst im Halbfinale gewünscht und jetzt gegen einen Brandenburgligisten oder Oberligisten gespielt. Da wären die Chancen auf ein Weiterkommen sicher größer gewesen. Aber ich will auch keine Euphorie-Bremse sein. Wir wollen für dieses Spiel natürlich attraktive Rahmenbedingungen schaffen und ich weiß, dass sich viele Fans darauf freuen. Gleichzeitig brauchen wir nicht drumherum zu reden, dass Cottbus der haushohe Favorit ist. Auf der anderen Seite haben sie nach dem Ausscheiden von Babelsberg auch den Druck, den Pokal jetzt gewinnen zu müssen. Wir wollen auf jeden Fall so lange wie möglich dagegenhalten. Große Vorfreude gibt es natürlich auch bei fünf unserer Spieler, die einst bei Energie im Nachwuchs gespielt haben.“
Energie Cottbus ist sich seiner Favoritenrolle gegen den Brandenburgligisten Werderaner FC bewusst. „Wir sind natürlich Favorit und wollen unbedingt unser Ziel erreichen – den Gewinn des Landespokals“, teilt der Verein kurz und knapp mit.
Bei Oberligist MSV Neuruppin ist der Respekt vor dem kommenden Gegner groß. Das liegt vor allem daran, weil Trainer Jan Kistenmacher den kommenden Gegner aus Luckenwalde zwischen 2018 und 2021 selbst als Chefcoach betreute. „Es ist schön, dass wir einen Regionalligisten und eine Mannschaft, die ich sehr gut kenne, bekommen haben. Dadurch weiß ich aber auch, dass der FSV ein sehr starker Gegner ist. Fast alle Spieler, die dort sind, habe ich noch selbst trainiert. Aus der ersten Elf sind es bestimmt neun Jungs. Ich kenne die Qualität der Luckenwalder. Deshalb müssen wir uns keine Illusionen machen und einen sehr guten Tag erwischen.“
Brandenburgligist TSG Einheit Bernau freut sich auf den Gegner aus der Oberliga Süd, dem Ludwigsfelder FC. Maik Frank, Co-Trainer der TSG sagt: „Für uns ist es ein ganz nettes Los, der Gegner geht voll in Ordnung, und Heimspiel für uns ist auch schön. Für uns war wichtig, und dass habe ich auch so aus der Mannschaft herausgehört, dass wir nicht unbedingt gegen einen Ligakonkurrenten antreten müssen. Mit dem Süd-Oberlisten bei uns zu Hause sind wir glücklich. Die Chancen schätze ich fifty-fifty ein.“
Schöneiches Trainer Matthias Schönknecht: „Das wird eine gute Herausforderung für uns. Krieschow war letztes Jahr im Finale und dort verlor der VfB nur knapp gegen Energie. Die halbe Mannschaft hat Einsätze in der 3. Liga, und mit Andy Hebler haben sie auch noch einen herausragenden Stürmer, der diese Saison 90 Prozent der Ligatore für Krieschow markierte. Ich weiß nicht, ob man in Krieschow unbedingt glücklich über das Los Schöneiche ist. Wir werden versuchen, es unserem Gegner so schwer wie möglich zu machen und hoffen, dass wir anders als gegen Frankfurt in Bestbesetzung antreten können. Krieschow ist schon ein anderes Kaliber als Frankfurt, aber es ist Pokal. Alles ist möglich. Wir freuen uns jedenfalls auf das Spiel. Ich kenne auch ein, zwei Spieler aus der Oberliga Süd und hoffe, dass sie mir einen Spickzettel vollschreiben werden.“
Krieschow-Trainer Toni Lempke hat Respekt vor dem Brandenburgligisten: „Alle, die in der Brandenburgliga auf Platz 1 stehen, können auch Oberliga spielen. Insofern ist Schöneiche die schwierigste Aufgabe aus der Brandenburgliga.“ Unweigerlich richtet sich der Fokus aber auch bereits auf ein mögliches Halbfinale gegen Energie Cottbus: „Das ist natürlich ein Thema. Das kriegst du nicht wegmoderiert, egal wie oft man sagt, dass man erstmal das Viertelfinale spielen muss. Alle Anrufe, die ich bisher bekommen habe, waren zu Cottbus. Ich hätte lieber im Finale gegen Energie gespielt, aber wenn man vielleicht eine Chance hat, dann am ehesten zu Hause auf unserem kleinen, kompakten Platz.“

Die Ansetzungen für das Halbfinale

Sieger VF 1 – Sieger VF 4
Sieger VF 2 – Sieger VF 3
Spieltermine im Überblick: Viertelfinale am 25. März, Halbfinale am 8. April oder am 18. Mai. Das Finale ist für den 3. Juni vorgesehen. Es wird auch in diesem Jahr wieder im Rahmen des bundesweiten Finaltages der Amateure ausgetragen.

Vier Mannschaften wiederholen Pokal-Coup

Mit dem MSV Neuruppin, dem VfB Krieschow, dem FSV Luckenwalde sowie Titelverteidiger FC Energie Cottbus haben es vier Teams ins Viertelfinale geschafft, die auch in der Saison 2021/2022 in diese Spielrunde vordringen konnten.
Schaffen sie es erneut? In der vergangenen Saison erspielten sich die Fußballer des VfB Krieschow das Final-Ticket gegen Ortsnachbar FC Energie Cottbus.
Schaffen sie es erneut? In der vergangenen Saison erspielten sich die Fußballer des VfB Krieschow das Final-Ticket gegen Ortsnachbar FC Energie Cottbus.
© Foto: Steffen Kretschmer
Im Rückblick hießen die Viertelfinal-Paarungen und Ergebnisse damals wie folgt:
SV Altlüdersdorf – MSV Neuruppin 0:1
VfB Krieschow – FSV Luckenwalde 4:0
SV Grün-Weiß Ahrensfelde – SV Babelsberg 0:2
FC Energie Cottbus – Fortuna Babelsberg 8:0
Halbfinale 2021/2022:
FC Energie Cottbus – SV Babelsberg 2:0
VfB Krieschow – MSV Neuruppin 2:0

Landespokal Brandenburg – die Einnahmen der Vereine

Am meisten gibt es auch in dieser Saison für den Landespokalsieger zu verdienen. Die genaue Höhe hängt davon ab, welche Erlöse der Deutsche Fußball-Bund (DFB) aus der Zentralvermarktung ausschüttet. Der Brandenburger Landespokalsieger muss dabei 25 Prozent der Einnahmen aus der Zentralvermarktung für die 1. Runde des DFB-Pokals abgeben.
In der vergangenen Saison bekam Energie Cottbus vom DFB 209 247 Euro für die Teilnahme am Erstrunden-Spiel gegen Werder Bremen. Ein Viertel davon ging an jene Vereine, die es im zurückliegenden Landespokal mindestens bis ins Achtelfinale geschafft hatten. Finalist VfB Krieschow bekam etwas mehr als 15 000 Euro. Die Unterlegenen der Halbfinals (7800 Euro), Viertelfinals (2600 Euro) und Achtelfinals (1300 Euro) konnten ebenfalls die Vereinskasse etwas füllen.
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