Neues Jahr – auch neue Spieler beim FC Energie Cottbus? Der Tabellenführer der Fußball-Regionalliga Nordost will sich unbedingt noch einmal verstärken, um für den Kampf um die Meisterschaft sowie die dann folgenden Aufstiegsspiele gerüstet zu sein.
Die Rundschau kennt die wichtigsten Eckdaten des FCE-Planes für die Transferperiode im Januar und sagt auch, welcher in der Gerüchteküche gehandelter Spieler definitiv nicht in die Lausitz wechseln wird.

Wo hat Energie Cottbus den größten Bedarf?

Ganz klar – im Angriff. Energie Cottbus konnte zwar die meisten Tore aller 18 Teams der Regionalliga Nordost erzielen (37). Aber mit Eric Hottmann hat der FCE derzeit auch nur einen einzigen gesunden Stürmer für das Zentrum im Kader. Der am Knie operierte Tim Heike steht auch beim Wiederbeginn gegen Chemie Leipzig am 21. Januar noch nicht zur Verfügung. Heike wird mit Jahresbeginn ins Lauf- und Aufbautraining einsteigen.
„Momentan haben wir mit Eric Hottmann nur einen etatmäßigen Mittelstürmer. Wenn er ausfallen sollte, dann würden wir blank dastehen. Dieses Risiko ist einfach zu hoch“, sagt Präsident Sebastian Lemke. Alle anderen Positionen in den einzelnen Mannschaftsteilen sind derzeit doppelt besetzt.

Kann sich Energie Cottbus überhaupt einen neuen Stürmer leisten?

Ja! Präsident Sebastian Lemke hat grünes Licht gegeben. „Wir haben bei der Etatplanung für den Winter einen gewissen Betrag eingeplant. Dennoch müssen wir natürlich die überall steigenden Kosten im Auge behalten“, betont Lemke. Das bedeutet: Energie Cottbus muss zwar weiterhin sehr genau auf das Geld schauen. Man ist aber trotzdem fest entschlossen, einen neuen Stürmer in die Lausitz zu holen.

Wie denkt die Mannschaft über Neuzugänge?

Wie in der Vergangenheit nimmt Trainer Claus-Dieter Wollitz auch diesmal das Team, speziell den Mannschaftsrat, mit ins Boot bei möglichen Neuverpflichtungen. Denn die gute Stimmung in der Kabine soll auch in der Rückrunde ein wichtiger Faktor zugunsten des FCE sein.
Kapitän Axel Borgmann erklärt: „Möglicherweise könnten wir uns in der Offensive verstärken, um mehr Optionen zu haben. Wir können uns sehr glücklich schätzen, dass Eric Hottmann immer einsatzfähig war. Um unsere Ziele zu erreichen, wäre mehr Flexibilität schon zu begrüßen.“

Welches Profis soll der neue Stürmer mitbringen?

Er muss vor allem zum wuchtigen Eric Hottmann passen, der mit seinen kraftvollen Sprints viele Lücken in der gegnerischen Defensive reißen kann. Durch den angestrebten Transfer soll vor allem die von Kapitän Axel Borgmann angesprochene Flexibilität erhöht werden. Denkbar ist, dass Energie Cottbus dann auch mit zwei Stürmern aufläuft.
Trainer Claus-Dieter Wollitz nannte kurz vor Weihnachten im Interview mit „Niederlausitz aktuell“ einige Details. „Es ist so, dass wir mit einem Spieler in Kontakt sind, der auf allen Offensivpositionen spielen kann und ein gutes Fußballalter hat. Jetzt müssen wir schauen, ob der abgebende Verein mitspielt“, sagte Wollitz.

Welche Namen werden in der Gerüchteküche gehandelt?

Die Gerüchteküche in der Regionalliga Nordost ist derzeit noch recht kalt. Bis zum 31. Januar läuft die Winter-Transferperiode im deutschen Fußball. In der Gerüchteküche gehandelt wird Maximilian Krauß von Liga-Konkurrenz Carl Zeiss Jena. Dieser Name wird insbesondere auf dem Internetportal tm.de von den FCE-Fans heiß diskutiert.
Die Rundschau weiß jedoch aus dem Umfeld des Spielers: Die Spur ist kalt – an diesem Gerücht ist nichts dran. Maximilian Krauß wird mindestens bis Saisonende in Jena bleiben. Dann läuft sein Vertrag bei den Thüringern zwar aus. Eine Kontaktaufnahme durch Energie Cottbus bezüglich eines Wechsels im Sommer habe es aber ebenfalls nicht gegeben, ist aus dem Umfeld von Krauß zu hören.
Diesen Sachstand hat inzwischen auch René Klingbeil, Cheftrainer von Carl Zeiss Jena, gegenüber der Ostthüringer Zeitung bestätigt. „Maximilian Krauß fühlt sich bei uns wohl. Ein Wechsel ist kein Thema“, erklärt Klingbeil.

Wie groß sind die Chancen auf einen Neuzugang bei Energie Cottbus?

Wie gesagt: Der Verein hat sich ausdrücklich zur Verpflichtung eines weiteren Stürmers bekannt und stellt auch die entsprechenden Mittel zur Verfügung. Ob der angestrebte Transfer klappt, ist dennoch fraglich, weil der Markt überschaubar ist. Trainer Claus-Dieter Wollitz gilt ohnehin nicht unbedingt als Freund von Wechseln im Winter.
Dass es trotzdem Sinn machen kann, stellten Energie Cottbus und Wollitz allerdings im Winter 2017 unter Beweis: Damals wurde Marcelo de Freitas im Januar als Neuzugang vorgestellt. Der Brasilianer von Oberlausitz Neugersdorf war eines der letzten fehlenden Puzzleteile für die spätere Aufstiegsmannschaft.
Immerhin einen Neuzugang gibt es aus dem eigenen Lazarett: Mittelfeldspieler Joshua Putze hat vor Weihnachten den entscheidenden Belastungstest nach dem Kreuzbandriss bestanden. Putze kann also pünktlich zum Start der Vorbereitung auf die Rückrunde am 4. Januar wieder ins Training einsteigen. Er ist in dieser Saison noch ohne Pflichtspiel-Einsatz.