Wahl 2024 in Hoyerswerda
: Diese 105 Bewerber wollen einen Sitz im Stadtrat

Am 9. Juni werden in Sachsen die Stadt- und Gemeinderäte gewählt. Für den neuen Stadtrat in Hoyerswerda kandidieren 105 Frauen und Männer. Neben bekannten Namen finden sich auch Neulinge.
Von
Catrin Würz
Hoyerswerda
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Im Gebäude des Neuen Rathauses von Hoyerswerda finden immer die Tagungen des Stadtrates statt. Wer da künftig mitentscheiden darf, wird sich zur Kommunalwahl am 9. Juni zeigen.

Michael Helbig

Am 9. Juni werden landesweit die Weichen für die Kommunalpolitik in den kommenden fünf Jahren gestellt. Sowohl für die Landkreise als auch für die Städte, Gemeinden und Ortschaften werden neue Kommunalvertretungen gewählt.

Auch in Hoyerswerda steht nun fest, wer für die Stadtratswahl 2024 kandidiert. Insgesamt sind 30 Mandate zu vergeben – aber mehr als dreimal so viele Frauen und Männer treten als Bewerber an. Insgesamt 105 Namen werden auf dem Wahlschein für die Stadtratswahl in Hoyerswerda stehen – nominiert von acht Parteien und Wählervereinigungen. Es sind alles Parteien und Wählergruppen, die auch gegenwärtig schon im Stadtrat vertreten sind.

CDU tritt in Hoyerswerda mit 21 Kandidaten an

Die meisten Kandidaten für den neuen Stadtrat hat die CDU nominiert. Insgesamt 21 Frauen und Männer gehen für die Christdemokraten ins Rennen. Die Spitzenplätze 1 bis 3 belegen Claudia Florian, Frank Hirche und die Ärztin Dr. Gitta Kaltschmidt, die alle drei schon langjährige Stadtratsmitglieder sind. Außerdem stehen folgende Namen für die CDU auf dem Stimmzettel: Nick Jantschke, Robert Widera, Conni Böhme, Michael Mandrossa, Norman Krause, Dr. Christoph Wowtscherk, André Pieprz, Christian Behring, Jürgen Schröter, Evelin Graf, Oliver Heinze, Dr. Benjamin Küßner, Hubertus Scholze, Bernd Wiesner, Eugeniusz Diesterheft, Peter Mark, Uta Nuck und Thomas Schneider.

21 Frauen und Männer hat der CDU-Stadtverband Hoyerswerda für die Stadtratswahl 2024 nominiert. Auf dem Foto ist auch Bürgermeister Mirko Pink (2.v.r.), der als Versammlungsleiter nicht nominiert ist.

CDU Hoyerswerda

Die CDU hat für ihren Wahlkampf ein klares Ziel ausgerufen: Sie will im Stadtrat von Hoyerswerda wieder klar größte Fraktion werden.

AfD steht auf Listenplatz 1 in Hoyerswerda

Mit insgesamt 15 Kandidatinnen und Kandidaten tritt die AfD zur Stadtratswahl in Hoyerswerda an. Die Partei hatte vor fünf Jahren die meisten Stimmen von den Wählern in Hoyerswerda erhalten und wird deshalb in diesem Jahr den Listenplatz 1 auf dem Wahlschein einnehmen.

Zu den AfD-Kandidaten zählen Detlef Degner, Sebastian Dömmel, Doreen Schwietzer , Reinhard Neumann und Hans-Jürgen Wald, die alle auch im aktuellen Stadtrat bereits vertreten sind. Neu dazu kommen als Bewerber Ronny Szepanski, Uwe Köhler, Tom Hauptmann, Sabine Baer, Falk Hempel, René Warlich, Steffen Kunath, Falk Sitte und Heike Lehmann.

Diese Kandidaten schickt die AfD Hoyerswerda in die Stadtratswahl 2024. Drei Bewerber sind nicht auf dem Foto.

Sebastian Dömmel/AfD

Linke und SPD treten mit gut gefüllten Listen an

Für die Partei Die Linke gehen insgesamt 13 Kandidaten ins Rennen. Dazu gehören Ralf Haenel, Elke Jung, Manja Klimt, Uwe Kratzert, Cornelia Seifert, André Koch, Karl-Heinz Schütze, Andreas Raffelt, Henri Müller, Jan Krüger, Detlef Niemz, Falk Müseler und René Köhlert. Zu der Liste zählen viele langjährig erfahrene Kommunalpolitiker, die schon seit vielen Jahren im Stadtrat vertreten sind, aber auch neue Köpfe. Mit Henri Müller ist der jüngste Kandidat zum Zeitpunkt der Wahl 27 Jahre alt, mit Ralf Haenel wird der älteste Kandidat am Wahltag 75 Jahre alt sein.

Für Die Linke treten bei der Stadtratswahl in Hoyerswerda an: Cornelia Seifert, Manja Klimt, Elke Jung, Ralf Haenel, Andreas Raffelt (1. Reihe v.l.) sowie André Koch, Karl-Heinz Schütze, Jan Krüger, Falk Müseler (2. Reihe) und Renè Köhlert, Detlef Niemz, Uwe Kratzert (3. Reihe). Es fehlt: Henri Müller.

Die Linke Hoyerswerda

18 Frauen und Männer hat die SPD für den neuen Stadtrat nominiert. Als Spitzenkandidaten wurden Polizistin Katharina Korch, Rechtsanwalt Jan Kregelin sowie Betriebswirtin Kristin Kentsch gewählt. Letztere ist auch Landtagskandidatin für die SPD im Wahlkreis 55. Außerdem stehen auch Thomas Delling, Martina Görner, Uwe Blazejczyk, Anna Garbotz, Günther Jahnel, Andrea Hartkopf, Marcus Beier, Evgenia Ruban, Oliver Westphal, Sven Keitsch, Tom Hilmar Seidelt, Roland Wehner, Rüdiger Siebers, David Geier und Erfried Manka auf der SPD-Stadtratsliste.

Sechs Frauen und zwölf Männer kandidieren für die SPD zur Stadtratswahl in Hoyerswerda.

SPD Hoyerdwerda

Freie Wähler wollen „StadtZukunft“ gestalten

Für die Freie Wählervereinigung StadtZukunft Hoyerswerda treten elf Bewerber an. Dazu zählen der Vorsitzende der Freien Wähler, Marcel Linack, sowie die drei auch jetzt schon aktiven Stadträte Lutz Tantau, Dirk Nasdala und Ralf Zeidler. Zudem wurden Petra Schenk, Bernd Ziemann, Dagmar Steuer, Marco Groß, André Müller, Hans-Jürgen Ranft und Frank Thäle für die Liste der FW StadtZukunft gewählt. Die Freien Wähler treten nach eigenen Angaben als parteiunabhängige Wählergruppe und mit einem modern-konservativen Wertebild zu den Kommunalwahlen an.

Das sind acht der insgesamt elf Kandidatinnen und Kandidaten, die für die Freie Wählervereinigung StadtZukunft in Hoyerswerda zur Wahl antreten.

Stadtzukunft/Linack

Aktives Hoyerswerda hat 13 Personen nominiert

Das vor zehn Jahren gegründete Bürgerbündnis „Aktives Hoyerswerda“ stellt aktuell zwei Stadträte in Hoyerswerda. Dass es in der neuen Legislatur deutlich mehr sein sollen, zeigt die Kandidatenliste mit 13 Namen darauf. Für das Bündnis „Aktives Hoyerswerda“ werfen erneut die beiden aktuellen Stadträte Christian Bormann und Jens Dubrau ihren Hut in den Ring, darüber hinaus aber auch weitere fünf Frauen und sechs Männer aus Hoyerswerda. Dazu zählen Christian Völker-Kieschnick, Franziska Hauptmann, Cindy Paulick, Sabine Daul, Cornelia Déus, Alexander Pelzer, Frank Seifert, Jan Zschieschang, Alexander Habura, Boglárka Szüecs und Haiko Schnippa.

Diese Kandidaten treten bei der Stadtratswahl 2024 für das Bürgerbündnis Aktives Hoyerswerda an: Boglárka Szüecs, Frank Seifert, Christian Bormann, Sabine Daul, Christian Völker-Kieschnick, Jan Zschieschang, Jens Dubrau, Franziska Hauptmann, Cornelia Déus, Alexander Habura und Haiko Schnippa (v.l.). Nicht auf dem Foto sind Cindy Paulick und Alexander Pelzer.

Haiko Schnippa

Das Bürgerbündnis wolle eine aktive Kommunalpolitik mitgestalten und setzt dabei auf Kooperation mit allen demokratischen Kräften, heißt es in einer Mitteilung.

Grüne peilen Fraktionsstärke an

Während Frauen auf den meisten Wahllisten deutlich in der Unterzahl sind, tritt Bündnis90/Die Grünen sogar mit mehr Frauen als Männern an: Fünf Frauen und vier Männer kandidieren für die Stadtratswahl am 9. Juni. Mit Stadträtin Antje Naumann, Architektin Dorit Baumeister (parteilos) sowie Hebamme Grit Kretschmar-Zimmer führen drei starke Frauen die „Grünen“-Liste Liste an. Komplettiert wird sie von Elias Kleppinger, Berit Koch, Detlef Hanke, Sandra Heinze, Felix Pál und Michael Dorn.

Diese Frauen und Männer kandidieren für Bündnis90/Die Grünen für den Stadtrat in Hoyerswerda.

Henriette Braun

Mit der ehemaligen Oberbürgermeisterkandidatin Dorit Baumeister hat Bündnis90/Die Grünen eine in der Stadt sehr bekannte und engagierte Hoyerswerdaerin als parteilose Kandidatin gewinnen können. Baumeister hatte zur OB-Wahl beachtliche 33,4 Prozent auf sich vereinen können. Die Grünen wollen im neuen Hoyerswerdaer Stadtrat laut ihrem Programm mindestens in Fraktionsstärke (zwei gewählte Räte) vertreten sein, um eigene Anträge einbringen zu können.

Konservatives Bürgerbündnis formiert sich

Neu und doch nicht ganz neu ist das Konservative Bürgerbündnis Hoyerswerda (KBH), das erstmals auf dem Wahlschein zur Stadtratswahl Hoyerswerda vertreten sein wird. Gegründet wurde es von Michael Ratzing und Marco Gbureck, die beide bis Anfang März noch der AfD-Fraktion im Stadtrat Hoyerswerda angehörten. Aus der Fraktion traten sie aus und gründeten das Konservative Bürgerbündnis Hoyerswerda. Die Liste konnte die notwendigen 100 Unterstützungsunterschriften erbringen. Neben Ratzing und Gbureck kandidieren für KBH auch noch Christopher Teichert, René Blechschmidt und Angelika Ratzing.

An der Hürde der Unterstützungsunterschriften gescheitert sind dagegen die FDP, die Satirepartei „Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative“ und das rechte Bündnis Oberlausitz/Freie Sachsen. Alle drei Wahlvorschläge haben in Hoyerswerda nicht die erforderlichen 100 Unterstützer erbringen können, um es auf den Stimmzettel zu schaffen. Die Freien Sachsen werden vom Verfassungsschutz als Teil der rechtsextremistischen Szene eingestuft und beobachtet.