Wetter in Sachsen: Das sagen Experten zur aktuellen Hochwassergefahr

Eine Pfütze vom letzten Hochwasser hat sich auf den Elbwiesen vor der historischen Altstadtkulisse in Dresden gebildet. Das letzte Hochwasser in Sachsen liegt erst ein paar Wochen zurück. Elbe und Mulden führen noch immer mehr Wasser als sonst. Nun kommt neben Sturm auch neuer Regen und das Tauwetter dazu. Steigt die Hochwasser-Gefahr nun wieder? Das sagen Experten.
Robert Michael/dpaPlusgrade, Schneeschmelze und Regen lassen Sachsens Flüsse und Bäche in den nächsten Tagen wieder ansteigen. Teilweise sind die Böden noch gefroren oder zumindest gesättigt. Steigt damit die Hochwassergefahr wieder an?
- Das sagen Experten zur aktuellen Hochwasser–Lage in Sachsen.
- So wird das Wetter in Sachsen am heutigen Dienstag und bis zum Freitag (26.01.).
Erneute Gefahr für Hochwasser in Sachsen?
Das Wetter in Sachsen bewegt die Menschen bereits seit Dezember letzten Jahres. Da kam es zuerst zum Wintereinbruch, dann folgte Hochwasser, dann Glatteis sowie strenger Frost und nun herrscht bei sehr milden Temperaturen Tauwetter.
Abhängig von der Niederschlagsmenge können die Pegel der Flüsse nach der Prognose des Landeshochwasserzentrums wieder rasch steigen — auch sind die Böden noch teils gesättigt oder gefroren.
Der Grenzwert für die Alarmstufe 1 könnte vereinzelt schon am Mittwoch wieder erreicht werden. Zuletzt kam es im Dezember letzten Jahres zu Alarmstufe 3 in Dresden.
„Flächendeckendes Hochwasser ist aber nicht zu erwarten“, sagte eine Sprecherin des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Dresden auf Anfrage.
An 66 Prozent der Flusspegel sei der Wasserstand derzeit unterhalb des monatstypischen Wertes. Nur die Elbe sowie die Freiberger und die Zwickauer Mulde führten noch mehr Wasser als normal.
„Tauwetter allein sorgt nicht für Hochwasser“, sagte sie. Es hänge vom Tauprozess und der Menge des Niederschlags ab, ob lokal und temporär der Grenzwert der untersten Alarmstufe erreicht werde. „Das ist das Signal, dass der Meldedienst eröffnet und man in Bereitschaft ist.“
Die Situation sei aber anders als vor Weihnachten mit wiederholt teils ergiebigen Niederschläge zwischen 60 und 90 Litern pro Quadratmeter im Bergland.
Die Hydrologen erwarten bis Dienstagmittag geringe Mengen Niederschlag, die in den Kammlagen der Mittelgebirge noch als Schnee fallen. In der Nacht zum Mittwoch seien bei steigenden Temperaturen bis maximal 20 Liter Regen pro Quadratmeter vorhergesagt. In der Summe von Regen– und Schmelzwasser seien bis Mittwochmorgen 10 bis 22 Liter pro Quadratmeter vorhergesagt, im Erzgebirgsvorland auch bis 30 Liter — bis zum Wochenende dann fielen geringere Mengen.
Obwohl es auch im Einzugsgebiet der Elbe in Tschechien taut und regnen wird, geht die Prognose derzeit nicht von einem Erreichen der untersten Alarmstufe bei vier Metern aus. Am Dienstagmorgen schwankte der Wasserstand am Pegel Dresden um 2,50 Meter, normal sind zwei Meter. Die Hydrologen schätzen, dass dort bis Donnerstag etwa ein Meter dazukommt — zu Jahresbeginn lag der Wert über fünf Meter.
Wetter in Sachsen: Schwere Sturm– und Orkanböen auf dem Fichtelberg
Mit viel Wind ist am Dienstag in Sachsen zu rechnen. Es gibt außerdem teils leichte Schauer, wie der Deutsche Wetterdienst am Dienstagmorgen mitteilte. Die Temperaturen steigen auf bis zu 8 Grad Celsius und im Bergland auf bis zu 6 Grad. Für den Fichtelberg sind schwere Sturmböen vorhergesagt.
Die Nacht auf Mittwoch (24.01.) ist nach der Vorhersage teilweise regnerisch, in den Kammlagen des Erzgebirges fällt zeitweise Schnee. Es weht ein kräftiger Wind mit stürmischen Böen, auf den Erzgebirgsgipfeln gibt es orkanartigen Böen.
Die Temperaturen sinken auf bis zu 4 Grad, im Bergland auf bis —1 Grad. Am Mittwoch zieht der Regen wieder ab und geht in wechselnde Bewölkung mit Schauern über. Die Temperaturen steigen auf milde 13 Grad, im Bergland 11 Grad. Laut den Vorhersagen soll es frischen bis starken Wind mit Sturmböen, teils auch schweren Sturmböen geben. Für den Fichtelberg sind Orkanböen angekündigt.
Am Donnerstag (25.01.) gibt es weiterhin viel Bewölkung mit gelegentlichen Schauern. Im Bergland fallen diese als Schneeschauer. Die Temperaturen erreichen maximal 6 bis 8 Grad, im Bergland 1 bis 6 Grad. Es weht ein mäßiger Westwind, vereinzelt gibt es Windböen. Auf dem Fichtelberg kommt es zu schweren Sturmböen.
In der Nacht zum Freitag (26.01.) ist es wolkig, bleibt aber meist niederschlagsfrei. Die Tiefsttemperaturen liegen bei 2 bis 4 Grad. Tagsüber hält sich die Bedeckung, es zieht Regen durch das Land. Es folgen aber größere Auflockerungen. Der Wind weht weiterhin mäßig bis böig bei Höchstwerten zwischen 8 und 10 Grad, im Bergland zwischen 4 und 8 Grad.
In der Nacht zum Samstag (27.01.) wechselnd bewölkt und weitgehend niederschlagsfrei. Die Tiefsttemperaturen liegen zwischen 3 und 1 Grad, im oberen Bergland bis —2 Grad.



