Sachsenmilch Leppersdorf: Tierschützer blockieren Molkerei-Zufahrt – so endet der Protest

Tierschützer haben sich beim Sachsenmilch-Werk in Leppersdorf versammelt, um die Zufahrt zur Molkerei zu blockieren. Die Gruppierung „Animal Rebellion“ ist mit Aktionen bundesweit präsent.
Xcitepress/Christian essler- Aktivisten von „Animal Rebellion“ blockierten Zufahrt zur Molkerei Sachsenmilch in Leppersdorf.
- Protest gegen ganzjährige Anbindehaltung, die millionenfaches Tierleid verursache.
- 40 bis 60 Demonstranten, einige klebten sich fest, andere besetzten Milchtransporter.
- Polizei: friedliche Stimmung, betriebliche Abläufe durch Umleitung nicht gestört.
- Forderung: Umstellung auf pflanzliche Produkte, Betrieb in öffentliches Eigentum überführen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Tierschützer der Gruppe „Animal Rebellion“ machen in Sachsen gegen Massentierhaltung mobil und fordern zum Umdenken auf. Am Freitagmorgen (15. August 2025) blockierten Aktivisten eine Zufahrt zur Molkerei Sachsenmilch der Unternehmensgruppe Theo Müller in Leppersdorf (Landkreis Bautzen) nördlich von Dresden.
Das Unternehmen sei mitverantwortlich für millionenfaches Tierleid, sagte eine Sprecherin der Gruppierung. Sachsenmilch beziehe Milch aus der sogenannten ganzjährigen Anbindehaltung. Bei dieser Form der Tierhaltung stehe die Kuh ihr Leben lang angekettet an einem Platz im Stall und könne sich nicht einmal umdrehen.
Demonstranten kapern Milchtransporter
Die Polizeidirektion Görlitz bezifferte die Zahl der Demonstranten auf etwa 40, „Animal Rebellion“ sprach von etwa 50 bis 60 Aktivisten. Laut Polizei hatten sich mehrere Personen auf einer Zufahrtsstraße festgeklebt, drei Teilnehmer waren auf einen Milchtransporter geklettert, der in das Werk fahren wollte.
„Das Verhalten ist friedlich, die Stimmung ist ruhig“, beschrieb Polizeisprecher Kai Siebenäuger die Atmosphäre. Die betrieblichen Abläufe seien nicht gestört gewesen. Die Molkerei besitze noch andere Zufahrten, nach einem kurzen Stau habe der Verkehr umgeleitet werden können.
„Animal Rebellion“: Deutschland muss endlich abstillen
„Müllermilch verarbeitet Milch aus tierquälerischer Anbindehaltung und macht sich mitverantwortlich für massives seelisches und körperliches Leid, das in Deutschland immer noch über einer Million Rindern in Anbindehaltung angetan wird“, erklärte Scarlett Treml, Aktivistin bei „Animal Rebellion“. Jeder „Joghurt mit der Ecke“ – so ein Slogan von Müllermilch – bedeute zwangsläufig „Milch von der Kette“. Dieser Umstand müsse Verbrauchern bewusst sein. Die Existenzberechtigung von Kühen dürfe nicht länger auf ihren Nutzen reduziert werden: „Höchste Zeit also, Deutschland endlich abzustillen.“
Nach Ansicht von „Animal Rebellion“ steht das Unternehmen „exemplarisch für ein System aus Tierausbeutung und Machtkonzentration“. „Dieser Standort muss aus unserer Sicht in öffentliches oder genossenschaftliches Eigentum überführt und die Produktionskapazitäten konsequent auf pflanzliche, nachhaltige Produkte umgestellt werden“, hieß es.
Sachsenmilch Leppersdorf – so endet der Protest
Wie die Polizei am Freitag um 14:30 Uhr mitteilt, sind die Zufahrtstraßen zur Firma seit dem späten Vormittag wieder frei. Und weiter: „Insgesamt nahmen 41 Personen an der nicht angezeigten Versammlung teil. Mehrere dieser Versammlungsteilnehmer blockierten die Zufahrtsstraße und hatten sich zum Teil mit den Händen an der Straße festgeklebt, drei besetzten einen Milch anliefernden Lkw. Der Rest befand sich am Straßenrand und machte mit Bannern und Plakaten auf sich aufmerksam.“
Die Einsatzkräfte hätten die Situation kommunikativ gelöst. Die Personen räumten Straße und Lkw freiwillig. Identitäten wurden festgestellt und Anzeigen wegen Nötigung gefertigt. Anliefernde Laster konnten während der Blockade zu einer anderen Zufahrt umgeleitet werden.
„Animal Rebellion“ ist eine bundesweit organisierte Gruppierung. Die Sachsenmilch Leppersdorf GmbH in Leppersdorf hat rund 3000 Mitarbeiter und bezeichnet sich selbst als einen der modernsten milchverarbeitenden Betriebe Europas. Aus der angelieferten Milch – nach eigenen Angaben jährlich rund 1,7 Milliarden Kilogramm – werden Produkte wie Milch, Butter, Joghurt oder Käse hergestellt.

