Ein halbes Jahr nach der Messerattacke auf zwei Männer in Dresden muss sich der Tatverdächtige unter anderem wegen Mordes am Oberlandesgericht (OLG) verantworten. Der Prozess am Staatsschutzsenat beginnt nach Angaben vom Dienstag am 12. April, bis Ende Mai sind zunächst elf weitere Verhandlungstermine geplant. Der Generalbundesanwalt wirft dem Mann zudem versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung vor. Der 21-Jährige aus Syrien wird beschuldigt, am 4. Oktober zwei Touristen aus Nordrhein-Westfalen in der Altstadt angegriffen und „aus einer radikal-islamistischen Gesinnung“ heraus niedergestochen zu haben. Ein 55-Jähriger aus Krefeld war kurz darauf im Krankenhaus gestorben, ein 53-Jähriger aus Köln überlebte schwer verletzt.

Dresden/Berlin

Tatverdächtiger war seit Jahren als Islamist bekannt

Der Täter konnte zunächst unerkannt entkommen und war dann am 20. Oktober gefasst worden. Die Bundesanwaltschaft hatte einen Tag später die Ermittlungen übernommen, als sich die Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund verdichteten. Der seit 2015 in Deutschland geduldete junge Mann war den Behörden seit Jahren als Islamist bekannt und wenige Tage vor der Tat aus dem Jugendstrafvollzug entlassen worden.