• Am 04.10.2020 wurden in Dresden zwei Touristen niedergestochen.
  • Einer der beiden Männer aus Nordrhein-Westfalen starb.
  • Ein 21-jähriger Syrer wurde im Prozess als Täter zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.
Nach der tödlichen Messerattacke auf zwei Touristen in Dresden in Sachsen ist ein 21-Jähriger zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Oberlandesgericht Dresden sprach den Syrer Abdullah A., der als islamistischer Gefährder gilt, am Freitag (21.05.2021) wegen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung schuldig. Zudem stellten die Richter die besondere Schwere der Schuld fest. Damit wäre eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren in der Praxis praktisch ausgeschlossen. Zudem ordneten die Richter den Vorbehalt der Sicherungsverwahrung an.

Prozess in Dresden: 21-Jähriger sticht zwei Touristen aus Nordrhein-Westfalen nieder

Der 21-Jährige hat nach Überzeugung des Gerichts am 4. Oktober 2020 zwei Männer aus Nordrhein-Westfalen, die er als Homosexuelle zu erkennen glaubte, von hinten niedergestochen. Ein 55-Jähriger starb, sein 53 Jahre alter Lebenspartner überlebte nur knapp.
Die Bundesanwaltschaft hatte im Sinne der Anklage die Höchststrafe gefordert sowie die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld beantragt und die Anordnung des Vorbehalts einer Sicherungsverwahrung. Dem hatten sich Anwälte der Schwester des Toten und des Überlebenden angeschlossen. Auch die Verteidigung hatte die Vorwürfe als bewiesen angesehen, plädierte aber wegen der nötigen „Nachreife“ ihres zur Tatzeit 20 Jahre alten Mandanten für eine Verurteilung nach Jugendstrafrecht.

Dresden/Berlin

Messerangriff in Dresden: Abdullah A. wurde wegen Propaganda für das Terrornetzwerk Islamischer Staat verurteilt

A. war 2015 als minderjähriger Flüchtling nach Deutschland gekommen. Wegen Propaganda für das Terrornetzwerk Islamischer Staat (IS) hatte ihn das OLG 2018 zu einer Jugendstrafe verurteilt, die nach Attacken auf Vollzugsbeamte verschärft wurde. Ende September 2020 wurde er unter strengen Auflagen entlassen. Nach der Bluttat fünf Tage später konnte er zunächst unerkannt entkommen. Knapp drei Wochen später wurde er anhand einer DNA-Spur identifiziert und in der Innenstadt gefasst - in seinem Rucksack befand sich ein Schinkenmesser.