In Sachsen sind am Mittwoch 3667 neue Corona-Fälle gemeldet worden. Zudem sind weitere 122 Corona-Patienten gestorben, wie aus einer Übersicht des Sozialministeriums hervorgeht. Damit sind seit Beginn der Pandemie 3614 Corona-Tote im Freistaat registriert worden. Die Sieben-Tages-Inzidenz, also der Wert an Neuerkrankungen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche, lag bei 262,1. Den höchsten Wert der zehn Landkreise und drei kreisfreien Städte meldete der Landkreis Meißen mit 457,1.
Sachsen sieht angesichts anhaltend hoher Infektionszahlen keine Alternative zur Fortsetzung eines harten Lockdowns und will in teilweise sogar weiter an den Stellschrauben drehen. Da für den Freistaat schon seit 14. Dezember verschärfte Regeln gelten, muss er nicht wie andere Länder beispielsweise einen 15-Kilometer- Radius für die Bewegungsfreiheit einführen. Den gibt es für bestimmte Betätigungen bereits. Einen Beschluss will das Kabinett am Freitag fassen. Worum geht es und wie sind die Reaktionen?

Was gilt für Kitas und Schulen?

Nirgendwo im Lockdown liegen die Nerven von Eltern so blank wie beim Thema Kinderbetreuung und Schule. Wenn es die Infektionszahlen zulassen, sollen Schulen und Kitas ab 8. Februar im eingeschränkten Regelbetrieb wieder öffnen. An den Grundschulen soll wie bereits im Frühjahr in festen Klassen unterrichtet werden, an weiterführenden Schulen in einem Wechsel von Unterricht zu Hause und in der Schule. Schüler der Abschlussklassen sollen ab 18. Januar wieder zur Schule gehen können - in geteilten Klassen. Der Philologenverband warnt vor weiteren Belastungen für Schüler und Lehrer, denn Lernen und Lehren im Wechselmodell sei harte Arbeit.

Wie weiter mit den Ferien?

Winterferien in Sachsen waren vom 10. bis 22. Februar geplant. Nun ist ein Kompromiss vorgesehen. Die erste Ferienwoche soll auf die erste Februarwoche vorgezogen werden und Schülern, Eltern und Lehrern als „Verschnaufpause“ dienen, wie es Kultusminister Christian Piwarz (CDU) ausdrückt. Die zweite planmäßige Ferienwoche soll in der Karwoche vor Ostern nachgeholt werden. Wenn Eltern schon einen Urlaubsplatz für die eigentliche Ferienzeit gebucht haben, können die Kinder vom Unterricht freigestellt werden. Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) geht davon aus, dass vielen derzeit ohnehin nicht der Sinn nach Urlaub steht.

Dresden

Das soll für Kontakte gelten

Sachsen kehrt wie alle Bundesländer zur Regel 1 plus 1 zurück: Ein Hausstand soll sich ab kommenden Montag nur noch mit einer weiteren Person treffen. Kinder unter 14 Jahren zählen bei der Beschränkung nicht. Bisher waren das zwei Hausstände mit maximal Leuten. Um die Kontakte zu begrenzen, plant Sachen die Auslastung der Straßenbahnen und Busse auf 25 bis 50 Prozent zu senken. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) sprach von einer dringlichen Empfehlung und will das zunächst mit Verkehrsunternehmen besprechen. Fortan sollen zudem nicht mehr alle Betriebskantinen offen sein. Außerdem bittet die Regierung um so viel Homeoffice wie möglich.
Verlängerung von Corona-Lockdown Bund und Länder legen bei Beschlüssen nach

Berlin

Wer bezahlt die Pandemie am Ende?

Die Sorge um die Kosten der Pandemie treibt viele schon heute um. Der Landtag hatte im Frühjahr 2020 einstimmig einer Schuldenaufnahme von bis zu sechs Milliarden Euro zugestimmt. Derzeit läuft eine Debatte, ob die dafür vorgesehene Tilgungszeit von acht Jahren nicht viel zu kurz ist. Allerdings müsste dafür die Verfassung geändert werden. Ifo-Forscher Joachim Ragnitz schlug unlängst einen Zeitraum von 20 bis 30 Jahren vor. Auch die Grünen halten das für sinnvoll. Die SPD sieht wie Regierungschef Kretschmer auch den Bund in der Pflicht. Man sei nicht in der Lage, eigene Einnahmen massiv zu steigern, sagte SPD-Fraktionschef Dirk Panter am Mittwoch.
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