Bombendrohungen in Sachsen
: Polizei rückt in Schulen in Görlitz, Bautzen und Lauta an

UPDATE 8. August, 16.59 Uhr: An einigen Schulen in Sachsen ist kurz nach den Sommerferien der Schulbetrieb schon wieder gestört. Die Polizei rückt an, auch an der Oberschule in Lauta.
Von
dpa ,
Ronald Ufer
Görlitz/Bautzen/Lauta
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07.08.2024, Görlitz: Polizisten stehen an einer Absperrung in der Nähe eines Schulgebäudes in Görlitz. In Ostsachsen läuft an vier Schulen ein Polizeieinsatz. Die Polizei wollte zunächst nicht bestätigen, dass Bombendrohungen der Anlass waren. Foto: Danilo Dittrich/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Polizisten stehen an einer Absperrung in der Nähe eines Schulgebäudes in Görlitz. In Ostsachsen läuft an vier Schulen ein Polizeieinsatz. Die Polizei wollte zunächst nicht bestätigen, dass Bombendrohungen der Anlass waren.

Danilo Dittrich/dpa

Nach den Bombendrohungen gegen vier Schulen am Mittwoch in Görlitz, Bautzen und Lauta, folgten am Donnerstag Bombendrohungen gegen zwei Schulen in Plauen. Dort gingen bei den Oberschulen gleichlautende E-Mails ein, wie die Polizei mitteilte. Zunächst musste demnach von einer Ernsthaftigkeit der Drohungen ausgegangen werden.

Die Schulen wurden daher noch vor Schulbeginn abgesperrt. Die Polizei durchsuchte die Gebäude mit Sprengstoffspürhunden, fand jedoch keine verdächtigen Gegenstände. Die Schülerinnen und Schüler wurden den Angaben zufolge von den jeweiligen Schulen entweder nach Hause geschickt oder zunächst vor Ort außerhalb des Schulgebäudes betreut. Bisher sei noch unklar, ob es einen Zusammenhang zu den Bombendrohungen von Mittwoch gibt, so der Sprecher. Mittlerweile hat die Polizei Entwarnung gegeben.

Drohungen auch in Mittelsachsen und im Erzgebirgskreis

Einen Polizeieinsatz gab es laut einer Mitteilung auch an einer Grundschule in Zittau, bei der in der Nacht zum Donnerstag eine Bombendrohung eingegangen war. Nach ersten Ermittlungen ging die Polizei jedoch nicht von einer Ernsthaftigkeit des Schreibens aus. Die Schule wurde daher nicht evakuiert.

Drohungen erhielten auch jeweils zwei Schulen in Marienberg (Erzgebirgskreis) und Rochlitz (Landkreis Mittelsachen), wie ein Sprecher der Polizeidirektion Chemnitz mitteilte. Auch dort ging die Polizei nicht von einer ernst zunehmenden Ankündigung aus, sodass der Unterricht regulär weiterlaufen konnte.

Schulen in Görlitz, Bautzen und Lauta am Mittwoch betroffen

In Ostsachsen liefen gestern an vier Schulen Polizeieinsätze. Betroffen waren zwei Schulen in Görlitz sowie jeweils eine in Bautzen und Lauta. Das teilte die Polizeidirektion Görlitz am Mittwoch (7. August) mit. Hintergründe blieben auf Nachfrage zunächst unklar. Die Polizei wollte zunächst nicht bestätigen, dass Bombendrohungen der Anlass waren. Vermutlich sollen die aber in der Nacht zu Mittwoch per E-Mail eingegangen sein. Die Polizei soll am Mittwoch, gegen 7 Uhr davon Kenntnis erhalten haben.

Der Schulbetrieb konnte nicht stattfinden. Auf Fotos ist zu sehen, dass die Polizei Straßen absperrte. Die Schulen wurden durchsucht. Danach gab die Polizei Entwarnung. Die Lehrkräfte hatten die Schülerinnen und Schüler bereits in Sicherheit gebracht.

„Nach ersten Ermittlungen geht die Polizei nicht von einer Ernsthaftigkeit der Drohung aus“, hieß es. Ein Teil der betroffenen Schulen habe den Betrieb dennoch zunächst eingestellt. Die Ermittlungen der Polizei dauern an. In Sachsen hatte die Schule am Montag (5. August) nach den Ferien wieder begonnen.

Oberschule Lauta setzt Unterricht fort

Betroffen von einer Bombendrohung war unter anderem auch die Oberschule Lauta. Nach Eingang der Drohung wurden die Schüler zunächst geordnet aus dem Gebäude geführt. Die Polizei durchsuchte anschließend die Schule, fand jedoch keine Bombe. Nach der Freigabe durch die Einsatzkräfte konnten die Schüler wieder die Klassenräume betreten und den Unterricht fortsetzen.

„Die Polizei teilte mir mit, dass es keine Bedenken gegen die Fortsetzung des Unterrichts gebe“, sagte Schulleiterin Sabine Rost. „Auf dieser Grundlage habe ich mich für die Weiterführung des Unterrichts entschieden.“ Die Informationen über die Bombendrohung, den Polizeieinsatz und die Weiterführung des Unterrichts wurden zur Information der Eltern auch auf der Homepage der Schule veröffentlicht.

Bombendrohungen auch an Schulen in Thüringen

In Thüringen hatte es zu Beginn des neuen Schuljahres in der vergangenen Woche gleich an mehreren Schulen Bombendrohungen gegeben. Gleichlautende E-Mails gingen von einer identischen Absenderadresse ein. In vielen Städten mussten Schüler und Lehrer Gebäude verlassen, die Polizei durchsuchte die Schulhäuser. Landesweit kamen dabei auch Sprengstoffspürhunde zum Einsatz, so die Landeseinsatzzentrale der Polizei. Fündig wurden die Beamten aber nicht.

Eine weitere Drohung ging parallel zu dem Geschehen in Ostsachsen am Morgen am Erfurter Gutenberg-Gymnasium ein. Laut Polizei wurde das Gelände sofort evakuiert und abgesperrt. Der laufende Schulbetrieb ist nach ersten Angaben bis morgen ausgesetzt.