Bombendrohungen in Sachsen: Polizei ermittelt nach Alarm in Bautzener Schule – und in Brauerei

24.01.2024, Sachsen, Bautzen: Ein Polizeiauto steht vor der Lindenschule in Bautzen. Die Schule wurde wegen einer Bombendrohung evakuiert.
Paul Glaser/dpaWegen einer Bombendrohung ist am Mittwoch (24.1.) die Lindenschule im ostsächsischen Bautzen evakuiert worden. Die rund 100 Schüler und Lehrer der Förderschule für geistige Entwicklung wurden in das Sorbische Schul- und Begegnungszentrum in der Nähe gebracht, wie Polizei und Landratsamt mitteilten. Der Einsatz wurde inzwischen beendet, eine Bombe wurde nicht entdeckt.
Die Schüler wurden im Hort und der Turnhalle des Schulzentrums auch psychologisch betreut. Der Landkreis hatte für betroffene Eltern eine Hotline eingerichtet.
Die Eltern konnten ihre Kinder im Schulzentrum abholen, diese Möglichkeit haben die meisten nach Angaben des Landratsamtes Bautzen auch genutzt.
Pädagogen der Schule evakuierten die Schüler
Alle verbleibenden Schüler werden mit dem normalen Schülerverkehr wie gewohnt nach Hause gebracht. Der Unterricht am Donnerstag wird planmäßig in der Lindenschule durchgeführt.
Der für Bildung zuständige Erste Beigeordnete des Landkreises Bautzen, Jörg Szewczyk, dankte allen Beteiligten für ihren Einsatz. „Die Pädagogen der Lindenschule, das Team des Sorbischen Schul- und Begegnungszentrums und des Schulamtes sowie die Einsatzkräfte vor Ort haben professionell und vorbildlich gehandelt.“ Die Evakuierung war nach Polizeiangaben durch die Mitarbeiter der Schule nach den Plänen des Landkreises erfolgt.

Die Lindenschule wurde wegen einer Bombendrohung evakuiert.
Paul Glaser/dpaSpürhunde suchen nach Sprengstoff in Bautzener Schule
Die Polizei hatte das Schulgelände weiträumig abgesperrt und das Gebäude mehrere Stunden lang unter Einsatz von Spürhunden nach einer Bombe durchsucht, aber keinen Sprengkörper gefunden. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten.
Nach Polizeiangaben informierte die Schulleiterin am Morgen über die Drohung per Mail, daraufhin wurde das Gebäude geräumt. Zu möglichen Motiven und Hintergründen der Tat wurden zunächst keine weiteren Angaben gemacht.
In einer Polizeidirektion in Ostsachsen ist am Mittwoch noch eine weitere Bombendrohung eingegangen. Ein Unbekannter drohte mit einem Anschlag auf eine Brauerei.
Mehrere Brauereien wurden deutschlandweit bedroht
Polizisten nahmen Kontakt zu mehreren entsprechenden Unternehmen in den Landkreisen auf. Nach Rücksprache und Prüfung der Gebäude waren keine Auffälligkeiten festzustellen.
Beamte überprüften Außenanlagen und Gebäude der größeren Produktionsstätten dieser Art in den Landkreisen Bautzen und Görlitz. „Es wurden keine Auffälligkeiten gefunden“, gab eine Polizeisprecherin danach Entwarnung. Die Verantwortlichen und die Beschäftigten seien sensibilisiert, „die Augen offenzuhalten“ für Verdächtiges.

Ein Bombenspürhund hat das Gelände der Lindenschule in Bautzen durchsucht. Die Schule wurde wegen einer Bombendrohung evakuiert.
Paul Glaser/dpaEs stellte sich nach Angaben der Polizeidirektion Görlitz zudem heraus, dass es auch andernorts in Deutschland ähnliche gegen Brauereien gerichtete Drohanrufe gab. Die Kriminalpolizei ermittelt auch hier aufgrund der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten.
Die Polizei untersuchte auch, ob es einen Zusammenhang mit der Bedrohung in Bautzen gibt. Dies sei aber wegen der sehr unterschiedlichen Begehungsweise eher unwahrscheinlich.
Bombendrohung auch in einem Gymnasium in Aue
Wegen einer anonymen Bombendrohung ist am Mittwochmorgen auch ein Gymnasium in Aue im Erzgebirge evakuiert worden. Das von der Schulleitung geräumte Gebäude wurde von Spezialisten samt einem Sprengstoffspürhund durchsucht, wie ein Sprecher der Polizeidirektion Chemnitz sagte. Am Mittag gab die Polizei Entwarnung.
Die Drohung ging danach am Dienstagabend per Mail bei der Schule ein. Zuerst berichtete das Onlineportal tag24. „Es ist nach derzeitigem Stand nicht von einer Ernsthaftigkeit auszugehen“, sagte der Polizeisprecher unter Verweis auf ähnliche Fälle in der Vergangenheit etwa in Leipzig. Ein Zusammenhang auch zu Fällen in Bremen und Görlitz werde geprüft.


