Wut bei Union Berlin
: Abseitstor gegen Frankfurt? „Skandalös“ und „lächerlich“

Union Berlin ist wütend nach dem aberkannten Sieg in der Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt – aber auch die Gäste schimpfen über Schiedsrichter Osmers.
Von
Jan Lehmann
Berlin
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1.BL 1. FC Union - Eintracht Frankfurt 2024/25: Fussball, Herren, Saison 2024/2025, 1. Bundesliga (8. Spieltag), 1. FC Union Berlin - Eintracht Frankfurt, Tim Skarke (1. FC Union Berlin), Jubel nach Tor zum 2:1 mit Botschaft aus den Stutzen, Tor wurde aberkannt, 27.10. 2024, Foto: Matthias Koch

Tim Skarke jubelte vergeblich über das vermeintliche Siegtor für den 1. FC Union Berlin gegen Eintracht Frankfurt. Der Treffer wurde aufgrund einer Zentimeter-Entscheidung aberkannt.

Matthias Koch
  • Union Berlin wütend über aberkanntes Siegtor gegen Frankfurt wegen Abseits.
  • Sportchef Heldt kritisiert Schiedsrichter: "Millimeter-Entscheidung, vier Minuten Nachspielzeit zu kurz."
  • Frankfurts Markus Krösche unzufrieden mit Gelb-Roter Karte für Theate.
  • Trainer von beiden Teams äußern sich positiv über das Spiel, trotz Kontroversen.
  • Spieler Trimmel und Hollerbach bedauern Entscheidung, wünschen sich mehr Toleranz bei VAR-Entscheidungen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der 1. FC Union Berlin ist wütend über die späte Entscheidung beim 1:1 (0:1) gegen Eintracht Frankfurt. Der vermeintliche Siegtreffer von Tim Skarke wurde nach dem Check durch den Videoschiedsrichter wegen Abseits aberkannt. In den TV-Bildern wurde eine Linie eingeblendet, in der die Hacke von Union-Kapitän Christopher Trimmel um Zentimeter im Abseits gewesen sein soll.

Zuvor hatten sich die Berliner jubelnd in den Armen gelegen, sie feierten den vermeintlichen Last-Minute-Sieg. Es wäre der vierte Heimsieg in der Bundesliga in Folge gewesen – das gab es im Stadion an der Alten Försterei noch nicht.

Union-Sportchef Horst Heldt schimpfte direkt nach dem Abpfiff bei „DAZN“: „Ist ja lächerlich – kann ich es nochmal sehen? Lassen wir es beiseite, das ist eine Millimeter-Entscheidung. Bei allem Respekt, wer soll denn das bitte sehen?“

Später in der Interviewzone ärgerte er sich zudem über die Nachspielzeit – nur vier Minuten trotz zwei längerer VAR-Überprüfungen. „Das war insgesamt keine gute Leistung vom Schiedsrichter-Team“, so Heldt, der fragte: „Wer in Gottes namens soll das denn bitte entscheiden, dass das ein Abseitstor gewesen ist? Wir reden über Millimeter-Entscheidungen.“ Der Berliner Sportchef konstatierte: „Das zu reklamieren, ist wirklich peinlich. Wir sind wirklich erbost über die Art und Weise, wie das heute gehändelt wurde. Ich bin fassungslos. Wir haben zwei Punkte verloren, die nimmt der Schiedsrichter mit nach Hause.“

Aber auch die Frankfurter zeigten sich enttäuscht von der Leistung von Schiedsrichter Harm Osmers. Frankfurts Sportchef Markus Krösche nahm Stellung zur Gelb-Roten Karte für Arthur Theate in der 76. Minute. Er formulierte: „Ich muss jetzt die richtigen Worte finden, ohne dass ich gleich wieder einen Angriff kriege. Es ist in dieser Situation klar, dass es vorher ein Foul war und er steht fünf Meter daneben. Es war letztendlich mitentscheidend, dass wir nicht mehr viele Akzente nach vorn setzen konnten.“

Stimmen der Trainer von Eintracht Frankfurt und Union Berlin

Dino Toppmöller (Trainer Eintracht Frankfurt): „Es war ein sehr gutes und intensives Bundesliga-Spiel. Wir waren verdient in Führung. Dann ist Union eben Union, sie haben viele zweite Bälle aufgesammelt. In der zweiten Halbzeit hat man gesehen, dass Union ein Tick frischer war. Da hätten wir ein bisschen mehjr Spielkontrolle gebraucht. Wir haben viele Bälle verloren, dadurch ist Union immer stärker geworden. Hintenraus haben wir ein bisschen Glück, dass das Tor Abseits ist. Über die Gelb-Rote Karte werde ich heute nichts sagen.“

Bo Svensson (Trainer Union Berlin): „Wir haben uns in der ersten halben Stunde schwergetan. Frankfurt ist verdient in Führung gegangen, auch wenn das Tor vermeidbar war. Wir haben dann eine gute zweite Halbzeit gespielt und hätten natürlich auch am Ende noch gewinnen können. Schade, dass es nicht zum Sieg gereicht hat, aber die Leistung war echt super.“

Svensson sagte zum nicht gegebenen Siegtor: „Wenn es Abseits ist, dann ist es Abseits. Dafür kann der Schiedsrichter nichts. Aber er kann etwas dafür, dass es nur vier Minuten Nachspielzeit gibt. In Gladbach hatten wir acht Minuten Nachspielzeit, ohne Videoschiedsrichter.“

Stimmen der Spieler von Union Berlin

Christopher Trimmel (Union Berlin): „Frankfurt rückt perfekt raus – dafür haben wir die Linie. Wenn es Abseits ist, dann ist es Abseits. Ich akzeptiere das auch. Wir wissen, dass wir es speziell die ersten 25 Minuten nicht gut gemacht haben. Wir waren unsauber, das Gegentor ist Slapstick. Ich und Diogo können den Ball klären, wissen nicht, wer schlägt. Danach war es positiv, in der zweiten Halbzeit haben wir viel investiert und ordentlich Druck aufgebaut.“

Benedict Hollerbach (Union Berlin): „Es war eine emotionale Achterbahn. Wenn ich mir die Szene anschaue, dann finde ich es echt skandalös. Ich würde mir bei den VAR-Entscheidungen wünschen, dass es im Zweifel für den Stürmer entschieden wird. Es ist eh schon schwer, Tore zu machen – und die Leute wollen auch Tore sehen. Da kannst du nicht ein Lineal rausnehmen und wegen eines Zentimeters so ein schönes Tor wegnehmen. Das ist nicht im Sinne des Fußballs.“

1. FC Union Berlin – Spielplan für die Bundesliga-Saison 2024/25