Union Berlin: Svensson überrascht, Volland verletzt – so lief der Trainingsstart

Eiserner Trainerwechsel: Der neue Chefcoach Bo Svensson hat bei der ersten Übungseinheit des 1. FC Union Berlin genau hingeschaut.
Matthias KochEs war ein kurzer, aber knackiger Aufgalopp für die Profis des 1. FC Union Berlin. Gut eine Stunde dauerte am Mittwochmittag die erste Übungseinheit unter dem neuen Cheftrainer Bo Svensson.
Für Svensson und rund 250 Fans der Eisernen aus Köpenick gab es gleich die ersten Erkenntnisse im Hinblick auf die Saison 2024/25 in der Fußball-Bundesliga. Auffällig: Der Kader ist noch längst nicht komplett. Er besteht derzeit aus den etablierten Profis wie den Kapitänen Christopher Trimmel und Rani Khedira, Leih-Rückkehren und Nachwuchsspielern. Auf die EM-Fahrer muss Svensson vorerst im Training verzichten.
Dabei wurde der neue Coach gleich in der ersten Übungseinheit in puncto Intensität überrascht. „Wir wollten es eigentlich etwas ruhiger angehen. Aber die Jungs haben selbst das Tempo nach oben gepusht“, freute sich der Däne und lobte: „Das ist ein gutes Zeichen. Dass schon so viel Zug drin ist, war eigentlich nicht geplant. Aber da werde ich als Trainer nicht im Weg stehen. Es hat Spaß gemacht.“
Union Berlin: Neu-Coach Bo Svensson als Zuschauer
Bo Svensson verfolgte das Training zunächst meistens als Zuschauer. Mit seinem langjährigen Co-Trainer Babak Keyhanfar, Kristoffer Wichmann und Video-Analyst Tijan Nije bringt er viel neues Personal mit nach Köpenick. Babak Keyhanfar leitete große Teile der Übungseinheit, auch Analyst Tijan Nije war aktiv beteiligt. Die Schlussansprache fiel dann wieder in den Kompetenzbereich des Cheftrainers. Das anschließende Fazit von Svensson: „Es geht in der ersten Woche darum, reinzukommen. Die Jungs müssen sich an den Ball gewöhnen und ihren Körper spüren.“
Mit dabei beim Trainingsauftakt war auch ein gut gelaunter Robin Gosens, der in der Sommerpause als EM-Experte bei MagentaTV präsent war und viel Lob für seine authentischen Analysen erhielt. Gosens Zeit bei den Eisernen dürfte jedoch demnächst ablaufen. Der Verteidiger wird von Topclubs wie dem FC Bologna und Benfica Lissabon umworben. Im Wesentlichen geht es nur noch um die Höhe der Ablösesumme. Der FCU hatte im vergangenen Sommer rund zwölf Millionen Euro an Inter Mailand gezahlt. Horst Heldt als Geschäftsführer Profifußball spielt branchenüblich zunächst auf Zeit. „Robin hat einen Vertrag bei uns und ist demzufolge Teil der Mannschaft“, betonte Heldt.
Premiere für Union-Berlin-Neuzugang Ivan Prtajin
Die Fans bekamen am Mittwoch mit Ivan Prtajin vom SV Wehen Wiesbaden allerdings nur einen einzigen Neuzugang zu Gesicht. Leopold Querfeld, der am Dienstagabend durch die 1:2-Niederlage mit Österreich gegen die Türkei im EM-Achtelfinale ausgeschieden war, geht jetzt genau wie Laszlo Benes (Hamburger SV) erst einmal in den Urlaub. Auch die anderen EM-Fahrer Frederik Rönnow, Josip Juranovic, Andras Schäfer und Tymoteusz Puchacz stoßen später zum Team.
Schon jetzt um einen Platz im Kader kämpfen dagegen die Leih-Rückkehrer Yannic Stein (Lübeck), Tim Skarke (Darmstadt), Jordan Siebatcheu (Mönchengladbach) und Aljoscha Kemlein (FC St. Pauli).
Union Berlin: Roussillon und Laidouni fehlen beim Auftakt
Überraschend nicht dabei war neben Jerome Roussillon (trainierte individuell) auch Kevin Volland. Der Stürmer steht vorerst nicht zur Verfügung. Volland hatte am Ende der vergangenen Saison sowie in der Sommerpause immer wieder Knieprobleme und musste sich deshalb einem ärztlichen Eingriff unterziehen. „Es ist zwar nicht dramatisch, aber wir müssen ihn behutsam aufbauen, damit er wieder bei einhundert Prozent ist“, kündigte Bo Svensson an. Ob für Volland sogar der Bundesliga-Start im August gefährdet ist, ließ er offen: „Meine Hoffnung ist auf jeden Fall, dass er während der Vorbereitung einsteigen kann.“
Nach einer halben Trainingswoche in Köpenick steht für Svensson und sein Team am Samstag (6. Juli) schon das erste Testspiel auf dem Programm. Die Eisernen gastieren bei Regionalligist Chemie Leipzig. Spielbeginn im Alfred-Kunze-Sportpark in Leipzig-Leutzsch ist um 15.30 Uhr. Vom 13. bis 19. Juli reist der 1. FC Union ins Trainingslager nach Längenfeld in Österreich.

Mit Ivan Prtajin (rechts) bekamen die rund 250 Fans von Union Berlin bein Trainingsauftakt nur einen einzigen Neuzugang zu sehen.
Matthias KochUnion Berlin – Sommerfahrplan 2024
- Montag, 1. Juli 2024: Trainingsstart mit Tests und Untersuchungen
- Mittwoch, 3. Juli 2024: Erste Trainingseinheit
- Samstag, 6. Juli 2024: Chemie Leipzig – Union Berlin 0:4 (0:2)
- 13. bis 19. Juli: 2024: Trainingslager in Längenfeld (Österreich)
- Donnerstag, 18. Juli: Union Berlin – Dynamo Kiew 3:2 (1:1)
- Samstag, 27. Juli 2024: Union Berlin – Glasgow Rangers 4:4 (3:3)
- Samstag, 3. August 2024: Union Berlin – Olympique Lyon 0:4 (0:0)
- Freitag, 9. August 2024: Union Berlin – Real Sociedad (19 Uhr)
- Samstag, 17. August 2024: Greifswalder FC – Union Berlin (DFB-Pokal, 15.30 Uhr)


