Fußball in Berlin: Fan-Ansturm - doppelter Heimspieltag sorgt für Ausnahmezustand

Heimspiel-Kracher in Berlin: Die Hauptstadt-Klubs Hertha BSC und Union Berlin empfangen ihre Fußball-Rivalen.
Collage1: dpa/Andreas Gora, Friso Gentsch, Andreas Gora/MOZ/Jörn Sandner- Union Berlin und Hertha BSC spielen erstmals am selben Tag in Berlin – Ausnahmezustand erwartet.
- Hertha trifft im Olympiastadion auf Dynamo Dresden, Union spielt gegen SC Freiburg in der Alten Försterei.
- Polizei plant Mammuteinsatz mit zwölf Hundertschaften, da Hochrisiko-Spiel Hertha gegen Dresden stattfindet.
- Pro-Palästina-Demo und Baustellen im Verkehr verschärfen die Lage – S-Bahn und BVG erhöhen Kapazitäten.
- Dynamo Dresden reist mit über 25.000 Fans an, Sicherheitsprobleme vor und in der Stadt befürchtet.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das gab es noch nie: Am Sonnabend, 1. November, werden binnen weniger Stunden die Fußball-Spiele von Hertha BSC im Olympiastadion gegen Dresden (13 Uhr) und vom 1. FC Union in der Alten Försterei gegen den SC Freiburg (15.30 Uhr) angepfiffen.
Polizei, S-Bahn und die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) bereiten sich auf einen Ausnahmezustand vor. Schließlich werden an dem letzten Ferien-Samstag, an dem auch noch viele Touristen in der Stadt sind, Fans von vier Mannschaften der 1. und 2. Bundesliga in der Stadt aufeinandertreffen.
Normalerweise wollen Polizei und Deutsche Fußball Liga (DFL) genau das aus Sicherheitsgründen vermeiden. Doch weil der 1. November in mehreren Bundesländern mit Allerheiligen ein gesetzlicher Feiertag ist, war der Heimspiel-Kracher aus organisatorischen Gründen nicht zu vermeiden.
Fußball-Tag in Berlin: Mammuteinsatz für Polizei
Wie viele Beamte wo im Einsatz sein werden, wird derzeit von den Behörden ausgetüftelt, die genauen Zahlen dafür können sich je nach Lagebild noch bis zum Samstag verändern. Aktuell geplant werde mit 1000 Polizisten beim Spiel Hertha gegen Dresden und mit 200 Beamten bei Union gegen Freiburg, teilte Polizeisprecher Martin Stralau auf Anfrage mit.
„Es wird ein Mammuteinsatz, der auch nicht mit dem Abpfiff beendet ist, sodass wir mit vielen Alarmierungen aus dem Frei sowie Überstunden rechnen müssen“, prophezeit auch Benjamin Jendro, Sprecher der Polizei-Gewerkschaft GdP in Berlin.
Er spricht von einer besonderen Herausforderung, die die Kollegen neben dem alltäglichen Wahnsinn in der Hauptstadt dennoch bestmöglich über die Bühne bringen würden. Neben den Fußballspielen muss die Polizei am Sonnabend unter anderem eine Pro-Palästina-Demo von 14 bis 18 Uhr in Mitte absichern.
Was den Fußball angeht, so legen die Sicherheitsbehörden ein besonderes Augenmerk auf die Ultra-Fans von Dynamo Dresden, die schon öfter für negative Schlagzeilen gesorgt haben. Die Partie zwischen Berlin und Dresden gilt deshalb bei der Polizei als „Hochrisiko-Spiel.“
Schon in Vorfeld des Zweitliga-Spiels gegen Hertha BSC hatte es Drohungen gegeben. So war auf ein Gebäude des Vereinsgeländes am Berliner Olympiastadion eine herablassende Beleidigung gegen Hertha mit dem Zusatz „Dynamo kommt - Rückt mehr Karten raus, sonst fallen wir mit der Tür ins Haus!" gesprayt worden.
Dresden will mit über 25.000 Fans ins Olympiastadion einrücken, das insgesamt 74.475 Plätze bietet. Weil Berlin und Dresden nicht weit auseinander liegen, rechnet die Polizei aber auch mit Fans, die ohne Stadion-Tickets in die Hauptstadt pilgern. Man wolle die Fan-Gruppen von Hertha und Dynamo schon während der Anreise strickt vor einander trennen, erklärt Polizei-Sprecher Stralau.
Brenzlig könnte es auch werden, wenn Fan-Truppen des BFC Dynamo zufällig auf Anhänger des 1. FC Union treffen. Beide Klubs verbindet eine historische Feindschaft, die noch aus DDR-Zeiten herrührt.
Polizei hofft auf Unterstützung vom Bund
„Doch auch zwischen den relevanten Fanszenen der Vereine Union und Freiburg besteht ein rivalisierendes Verhältnis, weshalb insbesondere im Rahmen der An- und Abreise ein erhöhtes Konfliktpotenzial besteht“, betont Stralau. Im Rahmen des Doppel-Heimspieltages am 1. November werde die Polizei Berlin deshalb durch die Polizeien der Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg unterstützt.
Denn nicht nur vor den Stadien, sondern auch in den S- und U-Bahnen sowie auf Bahnhöfen könnte es für Fußball-Fans, aber auch für andere Fahrgäste am Sonnabend ungemütlich werden. Weil noch Ferien sind, wird unter anderem auf der U2 in Mitte gebaut, und es gibt Schienenersatzverkehr.
Die Bahnen Richtung Westen fahren erst ab Stadtmitte. „Wie immer bei Großevents wird aber auch das Angebot der U2 an diesem Samstag in Richtung Stadion erhöht. Während der An- und Abreise werden die Züge, die normalerweise am Bahnhof Theodor-Heuss-Platz enden, bis zum U-Bahnhof Olympiastadion verlängert“, erklärt BVG-Sprecher Markus Falkner.
Man stehe in gutem Austausch mit der Polizei und der S-Bahn. „Die Verkehrsangebote in Richtung Olympia-Stadion und Alte Försterei sind seit Jahren erprobt und laufen unabhängig voneinander“, erklärt Falkner. „Die Fußballspiele finden mit zweieinhalb Stunden Abstand statt. Der größte Teil der Fans reist zu beiden Spielstätten mit der S-Bahn an, die aufgrund der Fahrzeuggröße deutlich höhere Platzkapazitäten bietet.“
Mehr S-Bahnen zum Olympiastadion geplant
BVG und S-Bahn empfehlen Fans daher für die Anreise zu den beiden Stadien die weiträumige Umfahrung der Innenstadt mit der Ringbahn der S-Bahn über Ostkreuz zum Union-Spiel in der Alten Försterei und über Westkreuz zum Hertha-Spiel im Olympiastadion.
Die S-Bahn will am Sonnabend dazu einen Sonderverkehr einrichten. „Betrieblich, personell und mit Fahrzeugen sind wir vorbereitet“, erklärt ein Bahn-Sprecher. „Zum und vom Olympiastadion werden drei S-Bahnen innerhalb von zehn Minuten fahren. Nach und von Köpenick fahren die S-Bahnen im regulären Zehn-Minuten-Takt.“



