Hertha BSC gegen Dynamo Dresden
: Droht Fan-Chaos bei Risikospiel im Olympiastadion?

Hertha BSC gegen Dynamo Dresden - das Ostderby der 2. Liga sorgt schon im Vorfeld für Spannung zwischen beiden Clubs. SGD-Geschäftsführer Zimmermann kritisiert den Ticketverkauf.
Von
Frank Noack
Berlin
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Blau-Weiß und Schwarz-Gelb im Berliner Olympiastadion: Das Zweitliga-Ostderby zwischen Hertha BSC und Dynamo Dresden ist mit rund 75.000 Fans komplett ausverkauft.

Blau-Weiß und Schwarz-Gelb im Berliner Olympiastadion: Das Zweitliga-Ostderby zwischen Hertha BSC und Dynamo Dresden ist mit rund 75.000 Fans komplett ausverkauft.

dpa/Robert Michael, Andreas Gora
  • Ostderby Hertha BSC gegen Dynamo Dresden am 1. November 2025 im Olympiastadion ausverkauft.
  • 75.000 Fans erwartet, darunter bis zu 30.000 Dynamo-Anhänger – Sicherheitsbedenken groß.
  • Dynamo-Fans kauften viele Tickets im Heimbereich – Hertha will Gästefans dort nicht zulassen.
  • Hertha lehnte Dynamos Antrag auf mehr Gästetickets ab – nur 11.046 Karten im Gästeblock verfügbar.
  • Polizei und Sicherheitsdienste bereiten sich auf Großeinsatz wegen möglicher Fan-Konflikte vor.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Fans freuen sich schon seit Wochen auf dieses Ostderby in der 2. Fußball-Bundesliga: Am Samstag (1. November 2025) trifft Hertha BSC erstmals seit sechs Jahren wieder auf Dynamo Dresden (Anpfiff um 13 Uhr). Das Berliner Olympiastadion ist mit rund 75.000 Zuschauern komplett ausverkauft. Zuletzt trafen beide Teams in der Saison 2019/20 im DFB-Pokal aufeinander.

Damals färbten die Fans von Dynamo Dresden das Olympiastadion zumindest halbseitig in Schwarz und Gelb. Rund 30.000 Dynamo-Anhänger reisten nach Berlin. In diesen Größenordnungen dürfte sich auch diesmal wieder der Ansturm der SGD-Fans auf die Hauptstadt bewegen. Aber die Sicherheitslage ist kompliziert: Weil sich viele Dynamo-Fans im Vorverkauf Tickets für die ausdrücklich als Heimbereich ausgewiesenen Blöcke im Berliner Olympiastadion besorgt haben. Dynamo-Geschäftsführer Stephan Zimmermann spricht von „offensichtlichen Einkäufen im Heimbereich“ durch Dresdener Anhänger.

Das bedeutet: Es droht eine Vermischung und damit Fan-Chaos. Entsprechend groß sind die Sicherheitsbedenken bei diesem Hochsicherheitsspiel. Hertha BSC hat bereits angekündigt, erkennbare Gästefans nicht in den Heimbereich zu lassen. Für die Polizei sowie Sicherheitsdienst bedeutet das: Großeinsatz. Dazu kommt, dass am Samstagnachmittag in Berlin auch das Bundesliga-Spiel zwischen dem 1. FC Union Berlin und dem SC Freiburg stattfindet. Von einer zusätzlichen Großdemo, wie in verschiedenen Medien berichtet, ist der Polizei Berlin nach derzeitigem Stand jedoch nichts bekannt. Das ergab eine Anfrage dieses Nachrichtenportals bei der Pressestelle Berlin.

Dynamo Dresden beantragt mehr Tickets

Und dennoch: Die Brisanz dieses Derbys ist extrem hoch. Der Ticketverkauf hat schon im Vorfeld für Spannung zwischen beiden Clubs gesorgt. Hertha BSC hatte Dynamo Dresden 11.046 Gäste-Tickets zur Verfügung gestellt. Das ist zwar mehr als das Mindestkontingent von zehn Prozent, dennoch waren die Karten schnell vergriffen. Die Dynamo-Anfrage nach weiteren Tickets und eine Ausweitung des Gästeblocks - so wie beim Pokalspiel 2019 - lehnte Hertha BSC mit Verweis auf die Heimspiel-Atmosphäre im Olympiastadion sowie Dauerkarten-Inhaber in den betreffenden Blöcken ab. Die Folge: Tausende Dynamo-Fans besorgten sich ihr Ticket im freien Verkauf, wo vier Tickets pro Person gekauft werden konnten. Oder sie schlossen sogar Hertha-Mitgliedschaften ab, um beim bevorzugten Verkauf dabei zu sein.

Auf seiner Internetseite hatte Dynamo Dresden in der vergangenen Woche ausdrücklich auf den Start des freien Verkaufs für die Heimbereiche hingewiesen und seinen Fans empfohlen, sich nach Möglichkeit in angrenzenden Blöcken neben dem offiziellen Gästeblock Tickets zu sichern. Gleichzeitig richtete der Verein die Bitte an seine Fans, „auf ein faires und gemeinschaftliches Miteinander in diesen Blöcken zu achten“.

Dem Vernehmen nach hatte Dynamo Dresden zuvor beim Thema Kartenvorverkauf mehrere Vorschläge vorgelegt, um eine drohende Fan-Vermischung zu vermeiden. Eine Übereinkunft mit Hertha BSC gab es nicht, sodass die Sicherheitsbedenken weiterhin sehr groß sind. „Wir bedauern sehr, dass wir unseren Fans nicht mehr Gästetickets für das Spiel anbieten konnten. Verständlicherweise möchte Hertha BSC den Vorteil des Heimspiels nicht leichtfertig abgeben. Jedoch hätten wir uns nach den offensichtlich werdenden Einkäufen im Heimbereich eine barrierefreie gemeinsame Kommunikation gewünscht“, erklärte Dynamo-Geschäftsführer Stephan Zimmermann. „Wir sind an die Verantwortlichen mit unseren Bedenken bei der Planung herangetreten. Diese wurden jedoch größtenteils von Berliner Seite zurückgewiesen.“

Wie viele Dynamo-Fans werden also am Samstag im Olympiastadion sein? Der Zuschauerschnitt von Hertha BSC in dieser Saison liegt bei 46.344 Besuchern. Das bedeutet: 25.000 bis 30.000 Dynamo-Fans haben sich ein Ticket für das ausverkaufte Ostderby gesichert.