Dynamo Dresden 2. Liga
: Brutale Hitze – deshalb sind die blauen Eistonnen so begehrt

Schweißtreibendes Trainingslager: Dynamo Dresden kämpft bei über 30 Grad in Windischgarsten – Trinkpausen und zwei Eistonnen gehören zum Trainingsprogramm dazu.
Von
Frank Noack
Windischgarsten
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Abkühlung für die Profis von Dynamo Dresden: Stefan Kutschke (links) und Tony Menzel stiegen in Windischgarsten als Erste in die Eistonne.

Abkühlung für die Profis von Dynamo Dresden: Stefan Kutschke (links) und Tony Menzel stiegen in Windischgarsten als Erste in die Eistonne.

Olaf Rentsch
  • Dynamo Dresden trainiert bei über 30 Grad in Windischgarsten, Österreich – harte Bedingungen.
  • Eistonnen und Trinkpausen helfen gegen die Hitze, Training zweimal täglich bleibt intensiv.
  • Neuzugang Nil Fröling kämpft mit dem Klima, hofft aber auf schnelle Anpassung.
  • Medizinsche Eistonnen lindern Muskelbelastungen, erfahrene Spieler nutzen sie zuerst.
  • Gewitter und Abkühlung werden für Donnerstag erwartet – Hoffnung auf Erleichterung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Dynamo Dresden schwitzt im Trainingslager in Windischgarsten in Österreich. Am Mittwoch – dem wärmsten Tag der Woche – wurde bei Temperaturen von mehr als 30 Grad gleich zweimal trainiert. Die Spieler um Kapitän Stefan Kutschke mussten dabei an ihre Grenzen gehen – und sogar darüber hinaus.

Torjäger Christoph Daferner verzog sich nach getaner Arbeit erst einmal in den Geräteraum des Stadions in Windischgarsten, wo es wohltuenden Schatten gab. Neuzugang Nil Fröling machte die Hitze ebenfalls schwer zu schaffen. Er absolvierte nur einen Teil des Mannschaftstrainings. „Bei uns zu Hause in Schweden ist es nicht so heiß. Deshalb bin ich das nicht gewohnt. Aber gebt mir ein paar Tage, dann ist es okay“, versicherte der Offensivmann.

Eigentlich hatte man bei Dynamo Dresden hier in den idyllischen Bergen in Oberösterreich auf etwas frischere Temperaturen gehofft. Stattdessen herrscht seit Tagen Backofen-Klima. Die hohen Temperaturen haben auch Auswirkungen auf die Trainingsabläufe. „Natürlichen schauen wir genau auf die Trainingsbelastung“, betonte Co-Trainer Heiko Scholz. „Es gibt Trainer, die trainieren bei solchen Temperaturen nur abends. Ich finde es aber gut so, wie es bei uns ist. Denn es kann ja sein, dass wir gegen Greuther Fürth am frühen Nachmittag spielen.“ Dynamo Dresden startet am ersten August-Wochenende mit einem Auswärtsspiel bei der SpVgg Greuther Fürth in die Zweiliga-Saison.

Niklas Hauptmann fühlt mit: „Das tut weh“

Trainer Thomas Stamm gibt den Spielern hier in der Hitze von Windischgarsten fast nach jeder Übungsform eine Trinkpause von zwei Minuten – trotzdem waren die Einheiten am Mittwoch die härtesten seit langem. Am Vormittag standen die Profis fast zwei Stunden auf dem Platz, am Nachmittag wurden dann bei brütender Hitze Standards geübt. Einige Spiele holen sich in der Trinkpause gleich noch eine Wasserladung aus den Eistonnen am Spielfeldrand. Trinken, Trinken, Trinken ist die wichtigste Maßgabe. Außerdem schmieren sich viele Profis vor dem Beginn der Übungseinheit mit Sonnencreme ein.

Der nach einer Blinddarm-OP für sein Comeback schuftende Niklas Hauptmann hatte am Mittwoch seinen individuellen Lauf schon frühmorgens absolviert und fühlte mit seinen Kollegen auf dem Rasen. „Ich kenne ja die Spielformen auch, die die Jungs jetzt machen und weiß, wie sich das bei der Hitze auf dem Platz anfühlt. Das tut weh, aber die Jungs wissen auch – wir brauchen es“, erklärte Hauptmann und ergänzte: „Ganz ehrlich – ich wäre auch gerne dabei gewesen und hätte die Übungen gemacht, auch wenn es in dem Moment einfach massiv anstrengend ist.“

Trinken, Trinken, Trinken lautet bei hochsommerlicher die Devise für die Profis von Dynamo Dresden um Jonas Oehmichen (Mitte).

Trinken, Trinken, Trinken lautet bei hochsommerlicher die Devise für die Profis von Dynamo Dresden um Jonas Oehmichen (Mitte).

Olaf Rentsch

Und wie geht man mit der Hitze als Profifußballer am besten um? „Es gibt jetzt auch keine großen Zaubereien. Du versuchst, schon morgens nach dem Aufstehen viel zu trinken, um den Speicher aufzufüllen“, berichtete Hauptmann. „Bei den Übungsformen in der Vorbereitung ist es immer schwer. Egal, ob 15 oder 30 Grad sind. Anstrengend ist es so oder so. Über den Punkt musst du sowieso gehen.“

Die Eistonnen bieten dann nach der Übungseinheit eine willkommene Abkühlung. Wobei es eine klare Rangordnung gibt: Zuerst sind die erfahrenen Spieler an der Reihe, danach die Youngsters. Als erste Profis stiegen am Dienstag Stefan Kutschke und Tony Menzel in die Tonnen.

Die blauen Behälter sind mit Wasser gefüllt und werden bis auf zehn Grad heruntergekühlt. Es gibt jedoch auch einen medizinischen Hintergrund: Bei starken Belastungen durch das Training sammeln sich in der Muskulatur Abfallprodukte des Energiestoffwechsels. Es kann dadurch zu feinen Gewebeverletzungen kommen. Durch das kalte Wasser ziehen sich die Gefäße zusammen. Der Körper steuert mit Wärme dagegen. Es wird die Blutzirkulation angeregt und Abfallprodukte werden abtransportiert.

Eine Lockerungseinheit gibt es nach dem Training noch obenauf: Die Spieler legen den 1,5 Kilometer langen Weg vom Trainingsplatz zum Teamhotel „Dilly“ mit dem Fahrrad zurück. Aber es zeichnen sich gute Nachrichten für die Kicker von Dynamo Dresden ab: Für Donnerstag sind Gewitter und zumindest etwas Abkühlung angekündigt.