DEL2 Lausitzer Füchse: Warum Jonas Stettmer soviel Bier nach Weißwasser liefern muss
Ob Jonas Stettmer wirklich weiß, worauf er sich da eingelassen hat? Nach seinem ersten Shutout versprach der Torhüter der Lausitzer Füchse aus Weißwasser seinen Mitspielern zwei Kasten Bier als Belohnung für deren starke Abwehrarbeit. Das war Anfang September zum Abschluss der Saisonvorbereitung beim 4:0 gegen die Blue Devils Weiden.
Seitdem sind zwei weitere Shutouts für Jonas Stettmer hinzugekommen. Der Torhüter, der am Montag seinen 22. Geburtstag feierte, blieb auch bei den kürzlichen Auswärtssiegen in Bad Nauheim (4:0) und den Krefeld Pinguinen (1:0) ohne Gegentreffer. Es waren seine ersten beiden Shutouts in der DEL2 überhaupt. „Er ist momentan sehr stabil, sehr ruhig. Und er strahlt“, lobte Trainer Petteri Väkiparta nach dem Sieg in Krefeld den jungen Förderlizenz-Keeper von den Eisbären Berlin.
Jonas Stettmer hat derzeit also gut lachen. Dass sich die Lausitzer Füchse auf dem 6. Tabellenplatz in der DEL2 festgesetzt haben, ist auch sein Verdienst. Der gebürtige Straubinger wurde auf Anhieb zum wichtigen Rückhalt in Weißwasser. Der verdiente Lohn: Die Fans haben den Torhüter zum „Fuchs des Monats September“ gewählt.
In der vergangenen Saison saß Stettmer beim ERC Ingolstadt in der DEL2 meistens auf der Bank, ehe er in der Finalserie gegen den EHC München plötzlich zum Shootingstar avancierte. Im Sommer unterschrieb Stettmer einen Zweijahres-Vertrag in Berlin.
Spielpraxis soll er in dieser Saison aber vor allem bei den Lausitzer Füchsen in Weißwasser sammeln. „Spielzeit ist das wichtigste für einen jungen Torhüter, um sich weiterzuentwickeln. Diese Spielzeit kann ich hier in Weißwasser definitiv bekommen“, erklärt der Keeper. Jonas Stettmer hat sich für die laufende Saison ein klares Ziel gesetzt: „Ich will in Weißwasser ein stabiler Nummer-eins-Torhüter werden. Dazu gehört es, Ruhe auszustrahlen und der Mannschaft den nötigen Rückhalt zu geben. Und ich will immer da sein, wenn Berlin mich braucht.“ Zumindest von der Bank aus durfte er bei den Eisbären auch schon DEL-Luft schnuppern.
Stettmer pendelt zwischen Berlin und Weißwasser
Deshalb lebt Jonas Stettmer gerade das typische Leben eines Förderlizenzspielers, der sowohl in der DEL als auch in der DEL2 eingesetzt werden kann: Er pendelt immer zwischen Berlin und Weißwasser hin und her. Immer an seiner Seite ist Freundin Sina-Marie. Beide sind erst vor ein paar Monaten zusammengezogen. „Ich habe zum Glück an beiden Standorten eine Wohnung. Beide sind komplett eingerichtet, sodass ich eigentlich nur Klamotten und die Eishockey-Ausrüstung hin und her schleppen muss“, berichtet der Torhüter.
Das Pendeln sei zwar „auch ein gewisser Stress“, aber Stettmer kennt dieses typische Leben bereits aus den vergangenen Jahren. 2022/23 spielte er für Ingolstadt sowie für die Towerstars Ravensburg in der DEL2. „Für mich ist es also Normalität, für meine Freundin dagegen etwas Neues. Aber sie macht das sehr gut“, findet er.
Wohl auch deshalb hat sich Jonas Stettmer sehr schnell an seine Umgebung gewöhnt. Anpassungsprobleme gibt es keine – im Gegenteil: Mit den Lausitzer Füchsen hat er einen guten Saisonstart hingelegt. „Wir spielen aktuell als Team sehr gut zusammen und sind eine Einheit. Meinen Job als Torhüter macht das natürlich viel einfacher“, lobt Stettmer seine Mitspieler.
Allerdings wächst mit jedem Shutout sein Luxusproblem – die versprochene Bierlieferung aus seiner bayerischen Heimat. Sie muss vermutlich noch bis zur Länderspielpause im November warten. Bislang lässt der enge Terminplan kaum eine Verschnaufpause zu. „Es wird leider immer mehr, aber das zahle ich sehr gerne. Ich habe noch einiges gutzumachen“, schmunzelt der Torhüter. Er weiß also, worauf er sich da eingelassen hat.
Lausitzer Füchse – der Kader
Torhüter: Tommi Steffen, Jonas Stettmer, Nikita Quapp
Verteidiger: Ryan Bettahar, Kristian Blumenschein, Dominik Bohac, Marlon Braun, Korbinian Geibel, Rio Kaiser, Toni Ritter, Sam Ruopp, Julias Wäser, Sebastian Zauner
Stürmer: Louis Anders, Michael Bartuli, Clarke Breitkreuz, Jake Coughler, Samuel Dove-McFalls, Ilija Fleischmann, Maximilian Heim, Eric Hördler, Ville Järveläinen, Christoph Kiefersauer, Roope Mäkitalo, Lane Scheidl, Lukas Valasek, Eric Valentin, Justin van der Ven, Daniel Visner, Philip Ziesche



