DEL2 Lausitzer Füchse: Medizinischer Notfall überschattet Sieg von Weißwasser in Krefeld
Am Ende reckte Jonas Stettmer die Arme in die Höhe, danach verschwand er in einer gelben Jubeltraube. Angeführt vom erneut starken Torhüter holten die Lausitzer Füchse einen 1:0-Auswärtssieg bei den Krefeld Pinguinen. Trotz vieler Chancen gab es am Freitagabend nur ein einziges Tor: Louis Anders traf in der 57. Minute für Weißwasser. Die Mannschaft von Trainer Petteri Väkiparta rückte in der Tabelle auf Platz zwei vor.
Das Fazit von Väkiparta: „Es war ein gutes Eishockey-Spiel von beiden Seiten. Wir haben viele Zweikämpfe gesehen. Wir haben insgesamt nur nicht so viele Torchancen zugelassen. Das sollte auch in Zukunft unsere Identität sein. Wir nehmen diese Punkte gern mit.“
Überschattet wurde die Partie vor 3604 Zuschauern in der Krefelder Yayla-Arena durch einen medizinischen Notfall im Gästeblock zu Beginn des zweiten Drittels. Die Maßnahmen der Rettungskräfte fanden hinter einer schwarzen Plane als Sichtschutz statt. Beide Fanlager stellten vorübergehend den Support ein. Eine starke Geste! Der betroffene Füchse-Anhänger sei ansprechbar und bei Bewusstsein, teilte der Stadionsprecher nach einigen Minuten des Bangens mit. Beifall brandete auf, als der Fan dann beim Abtransport aus der Halle kurz den Daumen zum Zeichen der Entwarnung hob. Nach Informationen von LR.de hatte er sich eine Kopfverletzung zugezogen.
Die Lausitzer Füchse gingen mit dem Rückenwind von zuletzt zwei Siegen in dieses Auswärtss piel. Die Gastgeber um Ex-NHL-Profi Christian Ehrhoff liegen dagegen am Anfang der Saison noch weit hinter den Erwartungen. In den ersten sieben Partien gab es drei Siegen und vier Niederlagen für Krefeld. „Wir sind mit der Situation natürlich nicht zufrieden. Wir wollen gemeinsam mit den Fans da herauskommen“, sagte Ex-Fuchs Maximilian Adam vor dem Spiel.
Weißwasser übersteht Druckphase von Krefeld
Weißwasser musste zunächst eine Druckphase der Gastgeber überstehen. Danach gab es aber auch viele Chancen auf der anderen Seite. In der 11. Minute wurde es schmerzhaft für Dominik Bohac: Er blockte einen Schlagschuss von Jonathan Matsumoto mit dem Oberkörper. Dafür erhielt Bohac sogar Beifall von den Krefelder Fans.
Zu Beginn des zweiten Drittels richtete sich die Aufmerksamkeit erst einmal auf den medizinischen Notfall im Gästeblock. Erst danach rückte das Eishockey wieder in den Mittelpunkt. Weißwasser stand weiterhin gut in der Defensive und blieb auch bei einer doppelten Unterzahl unbeschadet.
In der 57. Minute fiel dann endlich das erste Tor in diesem Spiel. Louis Anders war nach einem Konter erfolgreich und sorgte damit für den Auswärtssieg.
Auch im Moment des Jubels dachte man bei den Lausitzer Füchsen an den verunglückten Fan. „Wir wünschen ihm gute Besserung. Manchmal gibt es wichtigere Sachen im Leben als Eishockey“, sagte Trainer Petteri Väkiparta.
Gute Nachrichten für Samuel Dove-McFalls
Gute Nachrichten gibt es für Samuel Dove-McFalls. Der Neuzugang der Lausitzer Füchse wartet zwar weiter auf seinen deutschen Pass und konnte auch in Krefeld noch nicht mitwirken. Stattdessen trainierte der kanadische Stürmer mit deutschen Wurzeln allein in Weißwasser im Kraftraum. Aber das Debüt von Dove-McFalls rückt näher.
„Die Unterlagen sind jetzt vollständig. Die Bearbeitung liegt jetzt bei der Landesdirektion Sachsen“, erklärt Dirk Rohrbach als Geschäftsführer der Lausitzer Füchse. Man sei mit der Behörde in Dresden schon seit Wochen in engem Kontakt. „Uns wurde zugesichert, dass das Verfahren schnellstmöglich abgeschlossen wird. Ich hoffe und gehe nach heutigem Stand davon aus, dass er in den nächsten zehn Tagen seinen deutschen Pass bekommen wird.“
Krefeld Pinguine – Lausitzer Füchse 0:1 (0:0, 0:0; 0:1)
Tore: 0:1 Anders (57.); Schiedsrichter: Schütz/Laudan; Zuschauer: 3604; Strafminuten: 6/12.
Das nächste Spiel: Lausitzer Füchse – ESV Kaufbeuren am Sonntag um 17 Uhr.


