Gerhart Baum ist tot: Früherer Bundesinnenminister stirbt im Alter von 92 Jahren

Der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum ist gestorben.
Rolf Vennenbernd/dpa- Gerhart Baum, ehemaliger Bundesinnenminister, starb im Alter von 92 Jahren.
- Baum war von 1978 bis 1982 Innenminister unter Helmut Schmidt.
- Er äußerte sich bis ins hohe Alter zur politischen Lage und verteidigte die Demokratie.
- Baum überlebte 1945 die Bombardierung von Dresden und sah die Stadt als Symbol für Hoffnung und Menschenwürde.
- Sein Engagement für Demokratie bleibt in Erinnerung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der frühere Innenminister der Bundesrepublik Deutschland Gerhart Baum ist tot. Dies bestätigte am Samstag (15. Februar) die FDP-Bundestagsfraktion. Zuvor hatte die ARD berichtet. Der FDP-Politiker wurde 92 Jahre alt. Baum hatte sich bis ins hohe Alter hinein immer wieder zur aktuellen Politik geäußert.
Zuletzt hatte Baum angesichts antidemokratischer Tendenzen zur Verteidigung der Demokratie aufgerufen. Diese hätten „leider auch“ seine Heimatstadt Dresden in den letzten Jahren in ein fragwürdiges Licht gerückt, hatte er noch zum 80. Jahrestag der Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg gesagt. Umso wichtiger sei, dass die Mehrheit der Menschen fest an Demokratie und Bürgerrechte glaube, zusammenhalte, aufstehe und kämpfe. „Seien wir mutig, lasst uns handeln!“
Baum gehörte neben seinem im März 2020 gestorbenen Freund Burkhard Hirsch zur zuletzt kleinen Gruppe sozialliberaler FDP-Mitglieder, die sich zusammen mit Hildegard Hamm-Brücher und dann auch mit Sabine Leutheusser-Schnarrenberger im Freiburger Kreis zusammenschlossen. Das bedeutete quasi linksliberale Opposition in der eigenen Partei.
Baum war Bundesinnenminister unter Helmut Schmidt
Von 1978 an war Baum vier Jahre lang Bundesinnenminister unter SPD-Kanzler Helmut Schmidt – in der Zeit des RAF-Terrors. Nach der Wende der FDP von der SPD zur Union 1982 war die sozialliberale Koalition am Ende. Etliche – vor allem junge – FDP-Mitglieder verließen damals die Partei. Baum blieb und war von 1982 bis 1991 noch FDP-Vize.
Nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag arbeitete er wieder als Rechtsanwalt. Bis zuletzt führte er – unter anderen gemeinsam mit Hirsch und Leutheusser-Schnarrenberger – erfolgreiche Verfassungsbeschwerden gegen staatliche Überwachung: gegen den Großen Lauschangriff, die Vorratsdatenspeicherung oder das Luftsicherheitsgesetz von Rot-Grün zum Abschuss entführter Passagiermaschinen.
Baum, geboren am 28. Oktober 1932, stammte aus dem Dresdner Bildungsbürgertum. Vater und Großvater waren ebenfalls Rechtsanwälte. Die Mutter, eine Russin, floh mit den Kindern nach der Bombardierung Dresdens im Februar 1945 an den Tegernsee. 1950 zog die Familie nach Köln.
Baum überlebte Luftangriffe auf Dresden 1945
Gerhart Baum überlebte als Zwölfjähriger mit Mutter und Geschwistern die Bombardierung Dresdens am 13. und 14. Februar 1945. Die Erinnerung daran habe sich tief in seine Seele eingebrannt und war ihm Antrieb.
„Die Stadt Dresden ist für mich nach wie vor ein wichtiger Bezugsort, ein Symbol – zum einen für eine Vergangenheit, wie wir sie nie wieder erleben wollen, aber nicht vergessen dürfen, und andererseits für die Hoffnung auf ein Leben in einer von Menschenwürde geprägten Demokratie.“
