In Thüringen gibt es bundesweit die höchste Corona-Inzidenz, fast überall gilt die sogenannte „Stufe 2“ im Frühwarnsystem der Corona-Verordnung. Jetzt ist im ersten Landkreis die dritte und höchste Warnstufe ausgerufen worden. Das sind die aktuellen Regeln.
  • Wie funktioniert das Warnstufen-System?
  • Was gilt für Gastronomie und Veranstaltungen?
  • Welche Regeln gelten in Schulen und Kitas?
  • Welche Erleichterungen gibt es für Geimpfte und Genesene?

Warnstufen in Thüringen: Wie funktioniert das Frühwarnsystem?

Entscheidend für Maßnahmen in Thüringen ist das Frühwarnsystem. Dieses basiert auf drei Werten: Die Sieben-Tage-Inzidenz, die Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz und die Intensivbettenbeslastung. Es gibt vier Stufen:
  • Basisstufe: Inzidenz unter 35, Hospitalisierung unter 4,0 oder Intensivebetten unter 3,0 Prozent
  • Warnstufe 1: Inzidenz unter 100, Hospitalisierung bei 4,0 oder ITS-Belastung bei 3,0 Prozent
  • Warnstufe 2: Inzidenz bis 200, Hospitalisierung bei 7,0 oder ITS-Belastung bei 6,0 Prozent
  • Warnstufe 3: Inzidenz über 200, Hospitalisierung bei 12,1 oder ITS-Belastung bei 12,1 Prozent
Je nach Stufe greifen unterschiedliche Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Über die konkreten Maßnahmen entscheiden aber die Landkreise und kreisfreien Städte. Dennoch schlägt die Landesregierung mögliche Corona-Regeln vor:
  • Basisstufe: AHA-Regeln, Testpflicht an Schulen in den ersten Wochen nach den Ferien
  • Warnstufe 1: 3G-Regel in Gastronomie und Hotellerie, Tests an Schulen
  • Warnstufe 2: Beschränkung der Teilnehmerzahlen bei Veranstaltungen
  • Warnstufe 3: Weitgehende Testpflichten, Testpflicht an Schulen
Zudem können Veranstalter und Gastronomen über das 2G- oder das 3G-System entscheiden. Demnach können entweder nur Geimpfte und Genesene (2G) oder Geimpfte, Genesene und Getestete (3G) zugelassen werden.

Wo gilt in Thüringen welche Warnstufe?

In den 17 Landkreisen und fünf kreisfreien Städten gilt aktuell (Stand 20. Oktober) fast überall die Warnstufe 1. Ausnahmen sind:
  • Kyffhäuserkreis: Warnstufe 3
  • Saale-Holzland-Kreis: Warnstufe 2
  • Gera: Warnstufe 2
  • Greiz: Warnstufe 2
  • Landkreis Schmalkalden-Meiningen: Warnstufe 2
  • Landkreis Hildburghausen: Warnstufe 2
An dem Warnstufen-System in Thüringen gibt es viel Kritik, beklagt wird der „Flickenteppich“, der durch die verschiedenen Regeln, die durch die Landkreise festgelegt werden, entsteht. Eine Umfrage des MDR hat ergeben, dass über 70 Prozent der Thüringer lieber eine einheitliche Verordnung hätte.

Schulen und Kitas: Ampelsystem in Thüringen

Für das Schuljahr 2021/22 hat die Thüringer Regierung ein Ampelsystem entwickelt. Diese sieht wie folgt aus:
  • Grün: Regelbetrieb
  • Gelb: Wechselmodell
  • Rot: Home-Schooling, Einrichtung muss schließen
In Schulen müssen während des Unterrichts keine Masken getragen werden, nur im Schulhausgebäude auf den Gängen und Fluren. Die Testpflicht entfällt, erst ab Warnstufe 3 müssen Schülerinnen und Schüler wieder regelmäßig Schnelltests machen.
An Hochschulen gilt die 3G-Regel, dabei dürfen Tests nicht älter als 48 Stunden sein.

Regeln in Thüringen bei Veranstaltungen

Für Feiern und Veranstaltungen im Freien mit mehr als 70 Personen muss das Gesundheitsamt informiert werden, damit Kontaktdaten erfasst werden können. Erlaubt sind Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen draußen und mehr als 500 Personen drinnen. Dafür muss aber auch das zuständige Gesundheitsamt informiert werden.