Bahnstreik: RE2 Cottbus – Berlin zusätzlich gesperrt – was Fahrgäste beachten müssen

Am Freitagabend um 17.04 Uhr fährt der letzte Direktzug von Cottbus nach Berlin bis zum Sonnabendfrüh.
Michael HelbigPendler und Reisende aus und in die Lausitz sind Stress mit der Bahn gewohnt. Gerade auf der so wichtigen Linie des Regionalexpress RE2 zwischen Cottbus und Berlin stockt es seit Monaten immer wieder.
Erst vor Kurzem war die Verbindung zwischen Königs Wusterhausen und Berlin für mehr als eine Woche komplett unterbrochen. Nicht einmal die Berliner S-Bahn konnte damals weiterhelfen, weil eine Brücke in Königs Wusterhausen komplett ausgetauscht werden musste. Ganz so schlimm kommt es diesmal nicht. Trotzdem ist der Zeitraum einer erneuten Unterbrechung brisant.
Die Sperrung kommt kurz vor dem diesjährigen großen Fahrplanwechsel bei der Bahn, der in der Nacht zum Sonntag, 10. Dezember, über die Bühne gehen soll.
Ein kurzfristig am Mittwochabend von der Lokführer-Gewerkschaft GDL angekündigter Warnstreik stellt alle „Notfall“-Varianten der Bahnfahrer jetzt aber komplett infrage. Ab Donnerstagabend sollen die meisten Züge stillstehen. Der Ausstand der soll bis zum Freitagabend um 22 Uhr andauern.
RE2-Unterbrechung ab 8. Dezember
Ausgerechnet vor dem Wochenende, ab Freitagabend (8. Dezember) bis Sonnabendfrüh (9. Dezember), muss die Strecke zwischen Cottbus und Berlin nämlich erneut komplett gesperrt werden. Grund dafür ist diesmal der Austausch einer Weiche am Grünauer Kreuz. Das Schienenkreuz befindet sich zwischen den Bahnhöfen Berlin-Ostkreuz und Königs Wusterhausen. Die Bahnunterbrechung könnte diesmal nicht nur Wochenendpendler überraschen, sondern auch all jene, die am Freitag noch einen abendlichen Abstecher auf die Berliner Weihnachtsmärkte geplant haben.
Ärger mit Weichen am Grünauer Kreuz
Eine kaputte Weiche am Grünauer Kreuz hatte bereits im Sommer für Probleme auf der Strecke des RE2 gesorgt. Weil sie nicht richtig funktionierte, konnten Gegenzüge nicht aneinander vorbeifahren und mussten dort warten, bis der Gegenzug die Trasse passiert hatte. Grund war damals ein Verschleißproblem, das bei einer turnusmäßigen Inspektion festgestellt worden war. „Der Fehler führt dazu, dass die Weiche nur einseitig befahren werden kann“, hieß es damals von der Bahn.
Für sie alle bedeutet das im Klartext: Züge des RE2, die von Cottbus nach 18 Uhr abfahren, enden in Königs Wusterhausen. Aus Richtung Berlin fährt der letzte durchgehende RE2 beispielsweise ab Berlin-Alexanderplatz um 18.09 Uhr auf der gewohnten Strecke durch den Spreewald nach Cottbus. Allerletzter Direktzug von Berlin nach Cottbus ist am Freitagabend ein IC (Abfahrt 18.45 Uhr ab Ostkreuz). Dieser IC kann mit Regionalfahrkarten und auch dem Deutschlandticket genutzt werden. Aber Achtung: der IC fährt dann ohne Halt auf einer Umleitung direkt bis nach Cottbus.
Keine Busse – dafür S-Bahn und Regio
Einen Ersatzverkehr mit Bussen gibt es diesmal bei der Sperrung in der Nacht zum Sonnabend nicht. Wer an diesem Abend mit dem Zug fahren will, muss sich mit der S-Bahn oder einem Regionalzug – beispielsweise der Linie RE7 – aus der Hauptstadt bis nach Königs Wusterhausen durchschlagen, um zum RE2 zu gelangen. Umgekehrt gehts natürlich dann genauso.
Ab 5 Uhr, am Sonnabend, 9. Dezember, sollen die Züge des RE2 dann wieder ohne Unterbrechung von Cottbus aus wieder in die Hauptstadt rollen und natürlich auch umgekehrt.
Der Fahrplanwechsel bei der Bahn in der Nacht zum Sonntag, 10. Dezember, bringt für die Lausitzer Bahnfahrer diesmal keine großen Veränderungen. Allerdings lohnt sich für Gewohnheitsfahrer in Blick in die einschlägigen Fahrplan-Apps der Bahn und des VBB, da sich einige Abfahrtszeiten geringfügig verändern.
