RE2 / RE7 Cottbus - Berlin
: Strecke gesperrt – Tipps von Profis gegen überfüllte Ersatzbusse

Die Bahnstrecke zwischen Cottbus und Berlin ist derzeit gesperrt. An den ersten Tagen mussten Zug-Reisende teils stundenlang warten, weil Ersatzbusse fehlten. Dabei gibt es jeden Tag auch Alternativen zu den Bussen.
Von
Lisa Hör
Cottbus / Berlin
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  • Am Samstag (11. November) konnten nicht alle Reisenden am Flughafen Berlin BER in den Ersatzbus Richtung Cottbus einsteigen.

    Am Samstag (11. November) konnten nicht alle Reisenden am Flughafen Berlin BER in den Ersatzbus Richtung Cottbus einsteigen.

    Thomas Schirmer / Pro Bahn
  • Am Montag, den 13. November war der Ersatzbus weniger voll.

    Am Montag, den 13. November war der Ersatzbus weniger voll.

    Lisa Hör
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Fast drei Stunden statt anderthalb. So lange dauert die Heimfahrt für Ernesto noch bis Ende November vom Berliner zum Cottbuser Hauptbahnhof. Wegen Bauarbeiten in Königs Wusterhausen fallen zuerst vom 10. bis zum 24. November alle Züge der Linie RE2 zwischen Berlin, dem Spreewald und Cottbus aus. Bis zum 29. November rollt danach auch noch kein Zug zwischen Lübben und der Lausitz, nach Cottbus oder Senftenberg.

Drei Wochen lang müssen Ernesto, der als Gebäudereiniger in Berlin arbeitet, und Hunderte weitere Berufspendler, jeden Tag zweimal, einen Hindernislauf starten und dazu starke Nerven beweisen.

Um mit einem der Ersatzbusse der Deutschen Bahn nach Hause in die Lausitz zu kommen, muss Ernesto erst mit dem Zug oder der S-Bahn zum Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) fahren. An diesem Montagabend sucht er mit etwa 20 anderen Fahrgästen Schutz vor dem Regen unter den Busunterständen. Diesmal findet Ernesto wenigstens einen Platz im Bus. Doch das ist nicht immer selbstverständlich. „Zahlreiche Pendler hatten in den zurückliegenden Tagen Pech“, sagt Thomas Schirmer, Sprecher des Fahrgastverbandes Pro Bahn Berlin-Brandenburg. Schirmer selbst hat es am Wochenende davor selbst erlebt.

Ersatzbusse sind nicht die beste Alternative

„Am Samstag, 11. November, um 21.45 Uhr kam nur ein einziger Bus für 80 Passagiere am BER an“, erzählt Thomas Schirmer. „Nur die Hälfte etwa konnte einsteigen, die anderen mussten eine weitere Stunde auf den nächsten Bus warten. Als Fahrgastverband kritisieren wir diese Planung. Natürlich ist die Kapazität an Bussen und Personal begrenzt, deshalb sollten die Fahrgäste lieber auf die alternativen Bahnlinien umgeleitet werden.“

Die Bahn kennt das Problem. „An den ersten Tagen gab es einzelne Fahrtausfälle wegen Krankheit beziehungsweise eines defekten Busses, sodass es punktuell zu Ausfällen kam. Dafür bitten wir um Entschuldigung“, sagt ein Bahnsprecher. Insgesamt 48 Expressbusse und 34 Busse mit Zwischenhalten würden jeden Tag zwischen Berlin und Cottbus sowie zwischen Berlin und Senftenberg (auf dieser Strecke gibt es auch Sperrungen, siehe Infokasten) eingesetzt.

Deshalb sind Ersatzzüge besser als Busse

Auch während der Bauarbeiten sind zusätzliche Züge im Einsatz, mit mehr Sitzplätzen und kürzeren Fahrzeiten. Nachteile in den Ersatzbussen: Die Mitnahme von Fahrrädern und Kinderwagen ist nur eingeschränkt möglich – Fahrräder haben Nachrang. Es gibt nur eine Toilette im Bus und die ist nicht barrierefrei. In den Expressbussen ist die Beförderung von Elektrorollstühlen nicht möglich. Nur, wenn ein Fahrgast selbständig ein- und aussteigen kann, können faltbare Rollstühle im Gepäckraum untergebracht werden.

Diese Züge stehen Pendlern zwischen Cottbus und Berlin zur Verfügung

Zwei Züge der Regionalexpresslinie RE2 fahren morgens um 5.37 Uhr und 7.37 Uhr von Cottbus nach Berlin. Nachmittags fahren zwei Züge der Linie RE2 in umgekehrter Richtung um 13.59 Uhr und 15.59 Uhr ab Berlin Hauptbahnhof. Die Züge aber müssen einen Umweg nehmen. Sie halten in Berlin Südkreuz - Wünsdorf-Waldstadt - Baruth - Luckau-Uckro - Finsterwalde - Calau. Die Fahrzeit beträgt in der Regel etwa zweieinhalb Stunden.

Mehr Züge zwischen Cottbus-Frankfurt (Oder) und Berlin

Gleichzeitig aber ist es auch möglich, mit Regionalzügen zwischen Cottbus und Berlin über Frankfurt/Oder zu fahren. Während der Sperrung fahren mehr Züge des RE1 direkt bis nach Cottbus. Eine Fahrt dauert dann etwas mehr als zwei Stunden. Andernfalls müssen Fahrgäste in Frankfurt/Oder umsteigen und die Fahrt verlängert sich ein paar Minuten. Tipp von Vielfahrern: Auch am vergangenen Sonntagabend waren die Züge des RE1 nicht überfüllt.

Die schnellste Verbindung ist der Intercity zwischen Berlin Hauptbahnhof und Cottbus (und umgekehrt), mit nur einem Halt in Berlin Ostbahnhof. Die Fahrt dauert knapp zwei Stunden. „Leider gibt es für die Intercityzüge, die auf besagtem Streckenabschnitt zugleich als Regionalexpress (RE17) verkehren, noch immer keine Lösung, das Deutschlandticket als Fahrkarte anzuerkennen“, bedauert der Fahrgastverband Pro Bahn. Andere regionale Zeitkarten allerdings gelten im IC (RE17)

Bauarbeiten auch zwischen Berlin und Senftenberg

Vom 10. bis 24. November fallen die Züge der Linie RE7 zwischen Berlin und Senftenberg und vom 24. bis 29. November die Züge zwischen Lübben (Spreewald) und Senftenberg aus. Auch hier bietet die Deutsche Bahn einen Schienenersatzverkehr mit Bussen an. Die Fahrpläne der Busse mit den Abfahrtszeiten können unter bahn.de, vbb.de, VBB-App „Bus&Bahn“ oder DB Navigator eingesehen werden.

Auch besseres Wegeleitsystem zum Ersatzbus gefordert

Zurück im Terminal 1 des Flughafens BER am Montagabend. Auch Student Valon will nach Cottbus. „Wäre ich vor einem Jahr nicht schon einmal hier gewesen, hätte ich die Haltestelle vor der Abfahrt nicht schnell genug gefunden“, sagt er. Denn der Bushalt liegt nicht direkt am Terminal, sondern einige Gehminuten entfernt.

Dieses Schild am Flughafen Berlin BER weist den Weg zum Fernbusparkplatz, wo die Ersatzbusse der Deutschen Bahn abfahren.

Lisa Hör

Auf der Informationstafel am Bahnsteig, wo die Fahrgäste aus Berlin aussteigen, gibt es zwar eine kleine Karte mit dem Weg zum Schienenersatzverkehr. Auch weisen einige dauerhafte Hinweisschilder den Weg zum Fernbusparkplatz. Doch diese Beschilderung reiche nicht aus, sagt auch Thomas Schirmer von Pro Bahn: „Die Deutsche Bahn sollte die Reisenden förmlich an die Hand nehmen und ein eindeutiges Wegeleitsystem installieren, zum Beispiel mit Fußabdrücken auf dem Weg.“

Was immer helfen kann: vor einer geplanten Zugfahrt nochmals die verschiedenen Alternativen vergleichen. Dafür nutzt man am besten die Internetseiten der Deutschen Bahn oder des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB). Beide Unternehmen bieten dafür auch eigene, kostenlose Apps für Apple- und Android-Handys an.

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