Corona-Mutation
: Flugpassagiere aus Großbritannien am BER getestet

Übernachten auf Feldbetten: Die neue Corona-Variante in Großbritannien hat am BER zu erhöhten Sicherheitsvorkehrungen geführt. 74 Reisende mussten zwangsweise am Flughafen ausharren.
Von
DPA, jk
Berlin
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74 Flugpassagiere aus Großbritannien wurden am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) auf eine neue Corona-Variante getestet. Foto: Cevin Dettlaff/dpa

Cevin Dettlaff

Als Maßnahme gegen die Ausbreitung einer neuen Variante des Coronavirus haben 74 Reisende aus Großbritannien zwangsweise von Sonntag bis Montag am BER ausgeharrt. Die Einreise war am Sonntagabend vorsorglich gestoppt worden, Feldbetten wurden im Terminal aufgestellt.

Schnelltests am Montagnachmittag brachten jedoch nach Angaben der Bundespolizei für alle 74 Passagiere negative Ergebnisse und sie durften den Flughafen verlassen. 43 von ihnen waren polnische Staatsbürger.

Einreise aus Großbritannien wegen Corona-Mutation gestoppt

Wegen der neuen Virusvariante war die Einreise aus Großbritannien an mehreren deutschen Flughäfen am Sonntagabend gestoppt worden. Ab Mitternacht untersagte Deutschland ohnehin Flüge aus dem Vereinigten Königreich.

Der Berliner Korrespondent der englischen Wochenzeitung „The Economist“, Tom Nuttall, war laut seinem Twitterkanal ebenfalls an Bord einer Maschine aus Großbritannien in Berlin gelandet und schilderte seine Erlebnisse. Die Polizei habe den Passagieren mitgeteilt, dass sie getestet würden: Wer ein negatives Ergebnis habe, werde nicht zurückgeschickt.

Ursprünglich waren am Sonntagabend 77 Passagiere gestoppt worden. Drei Briten entschieden sich jedoch gegen das Ausharren und für den umgehenden Rückflug, wie es von der Bundespolizei hieß.

Corona-Mutation um 70 Prozent ansteckender?

Nach ersten Erkenntnissen britischer Wissenschaftler ist die kürzlich in Südostengland entdeckte Corona-Variante womöglich um bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form. Der Virologe Christian Drosten äußerte jedoch Zweifel an der wissenschaftlichen Gewissheit dieses Wertes. Das Bundesinnenministerium hatte deswegen die Bundespolizei angewiesen, Reisende aus Großbritannien und Südafrika ab sofort systematisch zu kontrollieren. In Südafrika war eine ähnliche Variante aufgetaucht, die aber vermutlich unabhängig von der britischen Variante entstanden ist.

Ausgenommen vom Landeverbot aus Großbritannien sind reine Frachtflüge, Flüge mit medizinischem Personal oder nur mit Crews an Bord, die nach Deutschland zurückkehren wollen. Dies diene dem Schutz der Bevölkerung in Deutschland und der „Limitierung des Eintrages und der schnellen Verbreitung der neuen Virusvarianten“, hieß es. Das Verbot gilt zunächst bis 31. Dezember.