In Polen steigen die Corona-Infektionszahlen wieder. Das wird auch mit Sorge in Brandenburg beobachtet. Das Gesundheitsministerium in Warschau meldete am Montag 3890 bestätigte Neuinfektionen. Die 7-Tage-Inzidenz stieg in den vergangenen Tagen von 96 am 11. Februar wieder auf 135 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner an. Seit Beginn der Pandemie gab es landesweit mehr als 1,6 Millionen nachgewiesene Infektionen und mehr als 42.000 Todesfälle.

Entlang der Grenze will Brandenburg Teststationen aufbauen

In Potsdam werden deswegen mögliche Maßnahmen an der Grenze zum Nachbarland vorbereitet. Das erklärte Innenminster Michael Stübgen (CDU) am Dienstag nach der Sitzung des Brandenburger Kabinetts: „Unsere Nachbarn in Polen müssen gerade wieder einen bedauerlichen Anstieg der Infektionszahlen verzeichnen. Sollte diese Entwicklung anhalten und Polen zu einem Hochinzidenzgebiet werden, müssen wir mit einem Testregime an der Grenze reagieren.“ Deswegen sind laut Stübgen zurzeit Erkundungsteams in der Grenzregion unterwegs, die vor Ort prüfen, wie und wo Teststationen aufgebaut werden können. Auch eine mögliche Schließung ist nicht ausgeschlossen. „Wir wollen die Grenze offenhalten und den beruflichen und familiären Austausch zwischen Brandenburg und Polen weiter ermöglichen, aber wir müssen stets den notwendigen Schutz vor neuen Infektionswellen gewährleisten. Unser Testkonzept wird Anfang der kommenden Woche fertig auf dem Tisch liegen und kann dann jederzeit in die Tat umgesetzt werden“, so Stübgen.

Polen plant ebenfalls Grenzkontrollen

Ähnliche Planungen gibt es übrigens auch bereits auf polnischer Seite. Die polnische Regierung hat für diesen Mittwoch neue Corona- Regeln angekündigt. Demnach bereitet sich nach Medienberichten die polnische Grenzpolizei schon auf Grenzkontrollen vor. Zudem kündigte der polnische Gesundheitsminister Adam Niedzilski laut einem Bericht des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) am Montag auch Einschränkungen im kleinen Grenzverkehr an. Zukünftig sollen nur noch Personen die Grenze passieren dürfen, die einen negativen und aktuellen Corona-Test vorzeigen können.
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