Für wen öffnen die Schulen in Brandenburg und Sachsen am 20. April?

Unterricht findet nach den Osterferien zunächst weder in Brandenburg noch in Sachsen statt. Das heißt: Die Schulen – und Kitas – bleiben weiter zu. Einzige Ausnahme sind die Abiturienten.

„Das Abitur findet in Brandenburg unabhängig von der Öffnung der Schulen wie geplant statt. Prüfungsstart ist am Montag, 20. April“, teilt das Brandenburger Bildungsministerium mit.

In Sachsen lautet die Regelung so: „Nur für die Schüler aller Abschlussklassen an den Gymnasien, Berufsbildenden Schulen, Oberschulen und Förderschulen werden die Schulen nach den Osterferien wieder geöffnet. Die Schulen werden ab dem 20. April vorerst ausschließlich für das Personal geöffnet, welches zur Vorbereitung der Schüler auf ihre Prüfungen notwendig ist. Erst ab dem 22. April beginnt die eigentliche Prüfungsvorbereitung für die Schülerinnen und Schüler. Konsultationen für Abiturientinnen und Abiturienten sind allerdings schon ab dem 20. April möglich.“

Welche Schüler dürfen ab 27. April wieder zur Schule?

Ab 27. April werden in Brandenburg die Abschlussklassen, die in diesem Jahr den Mittleren Schulabschluss (Fachoberschulreife) oder die Erweiterte Berufsbildungsreife machen, wieder unterrichtet. „Das betrifft die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 an Oberschulen, Gesamtschulen und Gymnasien sowie Förderschulen mit dem sonderpädagogischen Schwerpunkt Lernen und Sehen“, teilt das Bildungsministerium mit.

Berufliche Schulen (Oberstufenzentren/OSZ) werden in Brandenburg ab 27. April vorrangig Abschlussprüfungen durchführen, und zwar an der Fachschule Sozialwesen, Berufsfachschule Soziales, Berufsfachschule Landesrecht sowie Fachschule Technik und Wirtschaft. In der Fachoberschule (FOS) findet der Unterricht im 2. Jahrgang in den Prüfungsfächern sowie die anschließende Prüfung der Fachhochschulreife statt. In der Berufsschule wird das 3. Lehrjahr zwecks Prüfungsvorbereitung unterrichtet.

Sachsen hat keine weiterführenden Festlegungen getroffen.

Wie geht es nach dem 4. Mai in den Schulen weiter?

„Ab 4. Mai werden Klassen, deren Schülerinnen und Schüler im nächsten Jahr einen Schulabschluss anstreben, wieder unterrichtet“, teilt das Brandenburger Bildungsministerium mit. Das betrifft:

1. die Jahrgangsstufe 9 an Oberschulen, Gymnasien und Gesamtschulen,

2. die Jahrgangsstufe 11 an Gymnasien und

3. die Jahrgangsstufe 12 an Gesamtschulen und beruflichen Gymnasien (OSZ), da sich diese Schülerinnen und Schüler im 1. Schuljahr der Qualifikationsphase für das Abitur befinden.

An den Grundschulen wird in Brandenburg die Jahrgangsstufe 6 ab 4. Mai wieder unterrichtet, um die Schülerinnen und Schüler auf den Übergang in eine weiterführende Schule vorzubereiten. Die Jahrgangsstufe 5 soll ab 11. Mai wieder unterrichtet werden.

„Bis zum Sommer werden wir keinen Regelunterricht in Brandenburg erleben“, kündigte Ministerin Ernst an.

Sachsen hat bisher lediglich festgelegt, dass Schulen in öffentlicher und freier Trägerschaft bis einschließlich 3. Mai geschlossen bleiben.

Und was ist mit den Kitas in Brandenburg und Sachsen?

„Die Kitas bleiben weiter geschlossen“, heißt es dazu in Brandenburg. Die Notfallbetreuung wird ab 27. April ausgeweitet. „Es bleibt beim Vorrang der häuslichen Betreuung. Grundvoraussetzung für eine Notfallbetreuung bleibt, dass die Sorgeberechtigten eine Betreuung nicht organisieren können“, so die Informationen des Ministeriums.

„Kindertageseinrichtungen bleiben weiterhin geschlossen und sind nur für Kinder in der Notbetreuung zugänglich“, heißt es auch in Sachsen. Der Anspruch auf Notbetreuung von Kindern in Kindertageseinrichtungen, Grund- und Förderschulen werde erweitert. „Für Kinder und Grundschüler, deren Eltern in systemrelevanten Sektoren beschäftigt sind, wird eine Notbetreuung angeboten. Die Bestimmungen dazu wurden jetzt erweitert und gelten ab dem 18. April“, teilt das Ministerium mit.

Welche Eltern dürfen die Notbetreuung in Brandenburg und Sachsen nutzen?

Brandenburg hat die Regelungen dazu erweitert. „Die sogenannte Ein-Eltern-Regelung, nach der es für den Anspruch auf Notfallbetreuung des Kindes ausreicht, wenn ein Elternteil in einer definierten Berufsgruppe arbeitet, wird für berufstätige Eltern in kritischen Infrastrukturen ausgeweitet“, teilt das Ministerium mit. Der Notfall-Betreuungsanspruch bestehe zudem – unabhängig von einer Tätigkeit in kritischen Infrastrukturen – für Alleinerziehende, wenn eine häusliche oder private Betreuung nicht anderweitig organisiert werden könne. „Diejenigen, deren Kinder bereits in der Notfallbetreuung sind, müssen keinen neuen Antrag stellen.“

Die erweiterte Liste der systemrelevanten Berufsgruppen kann hier eingesehen werden.

Details zu den Notfallbetreuungsmöglichkeiten sollen die Landkreise und Kommunen festlegen. So sollen in den von Waldbrand gefährdeten Regionen auch Feuerwehren zur kritischen Infrastruktur gezählt werden.

In Sachsen wurde die Regelung ebenfalls erweitert. Zu den systemrelevanten Berufen gehören nun auch folgende Sektoren: Notare, Rechtsanwälte, Steuerberater, Gerichtsvollzieher, Bestattungswesen, Verkaufspersonal im Einzelhandel, Handwerker, Beschäftigte der stationären Kinder-, Jugendlichen- und Behindertenhilfe, Tierpfleger, Schüler mit eigenen Kindern mit Betreuungsbedarf sowie das für den Schuldienst an Schulen in öffentlicher und freier Trägerschaft erforderliche Personal.

Die Ein-Eltern-Regel gilt in Sachsen nur für folgende Berufsgruppen: „Gesundheitsvorsorge und Pflege, Rettungsdienst (einschließlich Berufsfeuerwehr), Öffentlicher Personennahverkehr, Polizei- und Justizvollzugsdienst, Schuldienst und Kindertagesbetreuung, Schülerinnen und Schüler in Abschlussklassen mit eigenen betreuungspflichtigen Kindern, Kommunal- oder Staatsverwaltung (sofern man mit Aufgaben der Bekämpfung der Corona-Pandemie betraut ist).“

Was ist, wenn Eltern mit dem Homeschooling überfordert sind?

Für Kinder, die durch Homeschooling nicht gut erreicht werden, sollen die Schulen in Brandenburg ab 4. Mai ein pädagogisches Präsenz-Angebot an Grundschulen und in der Sekundarstufe I (Klassen 7 bis 10) anbieten, „wenn die Rahmenbedingungen zu Abstandsregeln, Lerngruppen und Hygiene geklärt sind“, heißt es vom Bildungsministerium in Potsdam. Wie das praktisch aussehen soll, bleibt offen. Lehrer könnten einschätzen, welche Schüler für das Angebot in Frage kommen, sagt Ministerin Ernst.

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