Man setze alles daran, „damit Sie die Allgemeine Hochschulreife in diesem Schuljahr erreichen können“, schreibt Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) in einem Brief an die Abiturienten im Land.

Mit ähnlichen Briefen hat die Ministerin auch die Schulträger informiert, wie das Abitur 2020 unter den Bedingungen der Covid-19-Pandemie stattfinden soll. Die Botschaft: Die Gesundheit der Schüler steht im Vordergrund. Aber auch ihre Zukunft, dafür brauchen sie ein hochwertiges Abitur, trotz Corona.

Abiprüfungen in Brandenburg finden statt, auch wenn Schulen zu bleiben

Die schriftlichen Prüfungen sollen stattfinden - unabhängig davon, ob die Schulen dann wieder geöffnet oder noch geschlossen sind. An diesem Beschluss der Kultusministerkonferenz am 25. März will die Landesregierung nicht rütteln.

Wie Berlin hat auch Brandenburg den Schulen freigestellt, die schriftlichen Abiturprüfungen entweder zu den Hauptterminen zu schreiben, oder die Nachschreibetermine zu nutzen. Das Votum fiel deutlich aus: 85 Prozent der Schulen wollen die Haupttermine zwischen dem 20. April und dem 5. Mai nutzen. Für diese Schulen geht es plangemäß mit den gesellschaftlichen Fächern los. Die restlichen Schulen prüfen an den Nachschreibeterminen, die zwischen dem 13. und dem 27. Mai liegen.

Abi-Prüfungen in 1,5 Meter Abstand

Das entspricht den Forderungen des Landesschülerrats. Der hatte sich ausdrücklich gegen ein Abitur ausgesprochen hatte, das ohne Prüfungen anhand der Durchschnittsnoten gegeben würde. Man wolle keinen Abschluss, der „im Gegensatz zum konventionellen Abitur deutlich an Wert verliert“, so die Begründung.

Für die Prüfungen gelten strenge Hygienevorschriften. So sollen „Kontakte zwischen allen Personen, die an der Prüfung beteiligt sind, auf ein absolut nötiges Minimum reduziert werden“, heißt es im Brief der Ministerin. Die Schüler sollen in einem Mindestabstand von 1,5 Meter zueinander sitzen. Weil das mehr Platz benötigt, sollen auch Aulas und Mensen als Prüfungsräume genutzt werden. Gruppenbildungen auf dem Schulhof sollen vermieden werden. Deshalb werden Prüflinge vorab informiert, wann sie in der Schule erscheinen müssen. Zudem sollen die Lehrkräfte bei der der Übergabe der Papiere nach Möglichkeit Handschuhe tragen.

Kein Notabitur in Sachsen

Ähnliche Standards gelten in Sachsen. Dort starten am 22. April die Abiturprüfungen im Fach Religion. Eine Verschiebung der Prüfungen ist noch nicht vorgesehen. „Die Schulgebäude sind betretbar und unbelastet“, schrieb Kultusminister Christian Piwarz (CDU) am 27. März in einem Brief an die Abiturienten. Er sprach sich darin gegen ein Durchschnittsabitur - oder Notabitur aus. „Die Chance, mit den Prüfungsergebnissen auch das eigene Notenbild zu verbessern, will ich Ihnen nicht nehmen.“

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