Zampern in Gablenz: Warum es für die Zamperer eine Fahrbereitschaft gibt

Das war am 1. Februar 2020, wenige Wochen vor Corona. Das letzte Zampern der Oldtimer-Feuerwehr in Gablenz. Da hatte Vereinsvorsitzender Maik Schuster (vorn) noch allen Grund, sein Glas zu erheben und ein Prosit auf den Erfolg auszusprechen.
Ingolf Tschätsch- Das Zampern in Gablenz wird 2025 wiederbelebt, startend am 18. Januar.
- Frank Hoffmann organisierte die Wiederbelebung, nachdem Corona das Fest 2020 stoppte.
- Zwei Truppen mit etwa 70 Teilnehmern ziehen durch das Dorf, unterstützt von Helfern.
- Ein Tanz im Sommer ersetzt den traditionellen Zamperball; Einnahmen gehen an die Kita.
- Zampern dauert rund zehn Stunden; kein Musiker dabei.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Groß Düben, Rohne und Pechern waren im Jahr 2025 die ersten, die bunt kostümiert durch die Dörfer gezogen sind, um bei den Einwohnern um klingende Münze und Speisen fürs Eieressen zu bitten. Das Zampern hat in vielen Dörfern der Lausitz eine lange Tradition. Der Fastnachtsbrauch mit sorbischem Ursprung leitet nämlich das Winterende ein und wird demzufolge im zeitigen Frühjahr gefeiert. Da bildete Gablenz keine Ausnahme.
2020 war die bunte Truppe letztmalig durchs Dorf gezogen. Dann zeigte ein kleiner Virus große Wirkung und legte das öffentliche Leben lahm. Doch auch nach diese Einschränkungen durch Corona war es schwergefallen, den alten Brauch wiederzubeleben. Das bedauert der Gablenzer Bürgermeister Dietmar Noack (CDU) sehr. „Ich hoffe für nächstes Jahr, dass dafür Menschen gefunden werden“, lautete sein Wunsch beim Neujahrsempfang 2024.
Wie ist es nun um diesen Wunsch bestellt? Es sieht gut aus, muss man sagen. Sogar überraschend gut, wie Frank Hoffmann LR auf Nachfrage wissen lässt. Der Gemeinderat der Unabhängigen Wählervereinigung Gablenz/Kromlau und Vorsitzender des FSV Gablenz hatte sich Mitte dieses Jahres einfach mal den Hut aufgesetzt.
Denn klar ist, Zampern ist durchaus auch sportlich zu sehen, wenn man weiß, wie groß das Dorf ist. Vorher war immer wieder verlautet worden, wie schade es sei, dass diese Tradition in Gablenz gerade einzuschlafen droht.
Zampern in Gablenz: Wann es losgeht
Ein Aufruf im Amtsblatt „Unsere Dorfzeitung“ hatte eine Erfolg, der alle Hoffnungen übertroffen hat. „Es war echt schön zu erleben, wie die Menschen Lust haben, dabei wieder mitzumachen“, so Frank Hoffmann. Und nicht nur die Gablenzer selber haben sich angesprochen gefühlt, sondern auch Helfer aus Bad Muskau, Weißwasser oder Schleife.
Da gibt es Angebote, die Arbeit in der Küche zu übernehmen oder sich die Zollhäuschen für eine Schönheitskür anzugucken. Eine Fahrbereitschaft wird es geben, um die Zamperer in die Wossinka zu bringen. Klar, dass auch erfahrenen Zamper-Freunde nicht lange gebeten werden müssen.
So sind Andreas Krahl und Maik Schuster zur Stelle, um die zwei Truppen, die durchs Dorf ziehen werden, anzuführen. Gegen 7.30 Uhr soll es am Samstag, 18. Januar 2025, losgehen. Lediglich auf Musiker muss man 2025 verzichten.
Rund 70 Teilnehmer werden beim Zampern dabei sein. Natürlich auch in den historischen Kostümen. Wer also Lust hat, kann mit dem Bären, dem Schenker oder der Zigeunerin eine flotte Sohle auf den gepflasterten Hof legen, nachdem ein Gläschen Schnaps die Beine und die Hüfte gelockert haben.
Bis 18.30 Uhr, so hofft es Frank Hoffmann, werde man die Runde durchs Dorf geschafft haben. Damit dürfte man dann mehr als zehn Stunden in den Beinen haben. Und sicherlich so manches Getränk im Bauch.
Da wiegelt der Vereinschef gleich ein bisschen ab. Tee und Kaffee sind zwischendurch wichtige warme Getränke, die es braucht, um durchzuhalten. „Sonst überlebt man den Tag nicht“, ist sich Frank Hoffmann sicher.
Es wird keinen Zamperball geben, dafür aber was anderes
Die große Frage ist nun, was mit dem eingenommenen Geld passieren soll. Klar ist, es wird keinen Zamperball geben. Das ist nicht zu stemmen. Dafür wird Gablenz erstmals einen Tanz in den Sommer vor den großen Ferien erleben. Sollte bei allem noch Geld übrig bleiben, geht das an die Kita Knirpsenland. So ist es mit den Zamperaken besprochen. Jetzt haben es die Gablenzer selbst in der Hand, wie erfolgreich das Zampern 2025 wird.


