Es ist kaum zu glauben, dass diese Bescherung an Heiligabend noch zu toppen ist. Zumindest nicht bei Bad Muskaus Stadtwehrleiter Andreas Haertel. Der freut sich als gestandener Feuerwehrkamerad wie ein kleiner Junge, als der neue Tanker auf das Gelände des Feuerwehrgerätehauses an der Clara-Zetkin-Straße einbiegt.

Wasserfontäne fürs neue Auto

Wie die Gablenzer Kameraden einen Tag vorher, haben sich auch die Bad Muskauer Einsatzkräfte bis hin zur Alters- und Ehrenabteilung am Donnerstagabend gegen 21.30 Uhr versammelt, um dem nigelnagelneuen Gefährt einen gebührenden Empfang zu bereiten. Allerdings legen sie noch eine Schippe drauf.

Am Eingang versprühen zwei Feuerwehrschläuche das Wasser für die Taufe. Kaum steht das Auto, dass an diesem Tag aus Giengen an der Brenz geholt worden war, lassen es die Kameraden richtig krachen. Einige Silvesterraketen steigen in den Himmel.

Große Freude bei Kameraden

Das alles zeigt mehr als deutlich, die Freude ist riesengroß, dass lang ersehnte Auto endlich auf dem Hof zu haben. Er soll den Tanker ablösen, der seit 1994 seinen Dienst in Bad Muskau tut.

Dafür haben die Kameraden der Feuerwehr Bad Muskau allerhand in Kauf genommen. Denn für den Interreg-Antrag aus dem EU-Förderprogramm haben sich nicht nur drei polnische und zwei deutsche Kommunen zusammengetan. Es ist zeitaufwändig geübt worden: Es gab die größte Feuerwehrübungen in der Region, bei der fast 500 Einsatzkräfte gefordert waren. Am 18. Januar 2020 wird das Projekt mit einer Abschlusskonferenz im Raum Zary (Sorau) seinen Abschluss finden.

Über die Autobahn

Aber das alles tritt im Angesicht des neuen Autos in den Hintergrund. Christoph Speer ist der Kamerad, der auf dem Heimweg als erster hinter das Steuer darf. Insgesamt hatten sich fünf Feuerwehrmänner auf den Weg gemacht, den Tanker heimzuholen.

Mit 320 PS geht es zurück über die Autobahn. Allradantrieb, Automatikschaltung, 4500 Liter Wasserfassungsvermögen und 500 Liter Schaum gehören neben vielen technischen Komponenten auf die Habenseite des Fahrzeugs. „Mit dieser Löschtechnik sind wir und Gablenz nun wirklich ganz weit vorn“, unterstreicht Dirk Enax von der Stadtverwaltung Bad Muskau. Bürgermeister a.D. Andreas Bänder und Bürgermeister Thomas Krahl (CDU) sind ebenfalls vor Ort, um das neue Schmuckstück in Augenschein zu nehmen. Vor allem die technische Ausstattung zieht alle interessiert in den Bann. Mit rund 410 000 Euro Anschaffungskosten ist es für Bad Muskau nur durch die EU-Förderung von 85 Prozent möglich gewesen.