Nur ein kleiner Schluck Sekt ist es, mit dem das neueste Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Gablenz getauft wird. Nicht etwa, weil es in Gablenz nicht für eine ganze Sektflasche reichen würde. „Das Auto ist frisch geputzt. Das wird nicht dreckig gemacht“, findet Freddy Schmidtke am Mittwochabend eine ganz pragmatische Erklärung.

Neues Feuerwehrfahrzeug aus Giengen abgeholt

Dem Gablenzer Wehrleiter und seinen Mitstreitern ist die Erleichterung geradezu anzumerken. Ein langer Weg liegt schließlich hinter ihnen, bis das neue Löschfahrzeug – LF 10 genannt – in sein Gablenzer Depot rollen konnte. Da sind die 575 Kilometer von Giengen an der Brenz (Baden-Württemberg) in die Oberlausitz in dieser Woche noch die kleinste Etappe des Weges. Der begann mit einem Fördermittelantrag, den die fünf Bürgermeister aus Łeknica (Lugknitz), Zary-Land (Gemeinde Sorau), Lubsko (Sommerfeld), Gablenz und Bad Muskau gemeinsam angeschoben haben.

Im Januar 2018 begann das Daumendrücken. Vorher wurde eine Heidenarbeit in den Fördermittelantrag gesteckt. 88 Seiten umfasste das Papier unter der sehr umfassenden Überschrift „Feuerwehrleute im sächsisch-polnischen Grenzgebiet mit einer innovativen Rettungs- und Löschausrüstung bedeuten Schutz für eine sich entwickelnde Wirtschaft und wirken dem Migrationsproblem der Bevölkerung entgegen“.

Das Paket hatte eine Gesamtumfang von 2,2 Millionen Euro. Während die Polen mit den neuen Löschfahrzeugen bereits im Frühjahr 2019 vorfahren konnten, hat es in Deutschland „etwas“ länger gedauert.

Großes Dankeschön an die Partner der Feuerwehrleute

Dabei war die Abstimmung in der Arbeitsgruppe Fahrzeugbeschaffung unter Regie von Philipp Noack noch die kleinste Übung. Übung ist nämlich genau das richtige Stichwort. 13 Stück haben die Gablenzer gemeinsam mit ihren Bad Muskauer Kameraden, Floriansjüngern aus dem Altkreis Weißwasser sowie den polnischen Partnern absolviert. Sie gehörten zum Projektumfang und haben alle Beteiligten bis an die Grenzen der Belastbarkeit gebracht. Ein paar graue Haare sind deshalb nicht nur bei Wehrleiter Freddy Schmidtke dazu gekommen.

Viel Zeit ist sozusagen als Vorschuss in das Auto geflossen. „Ohne Euch als Partner wäre das alles gar nicht möglich gewesen“, geht deshalb von Freddy Schmidtke am Mittwochabend bei der Fahrzeugbegrüßung ein dickes Dankeschön an Frauen, Freundinnen und Kinder.

In das Dankeschön klinkt sich auch Bürgermeister Dietmar Noack (CDU) mit ein. Er lobt all jene, die sich für die Beschaffung des neuen Autos eingebracht haben. Denn ohne die Förderung wäre die Anschaffung im Wert von 462 000 Euro für Gablenz gar nicht möglich gewesen. „Ich hoffe, das Auto wird nur zu Übungen gebraucht“, so Noack.

Ein Feuerwehrfahrzeug mit modernster Löschtechnik

Im Fall des Falles ist es mit modernster Löschtechnik ausgestattet. Aus 2000 Litern Wasser und der an Bord befindlichen Schaumtechnik können 20 000 Liter Löschmittel werden. Mit 270 PS, Automatikschaltung und Allradantrieb macht die Neuanschaffung weiter von sich reden. „Als ich es aus der Werkhalle gefahren haben, hatte ich schon Herzklopfen“, so Kamerad Jan Flieger. Er gehörte zum achtköpfigen Überführungstrupp, der Auto und Ausrüstungsgegenstände aus Baden-Württemberg geholt hat.

Übrigens ist die Zeit des Übens für die Gablenzer Wehr und ihr neues Auto nicht zu Ende. Denn die Kameraden müssen sich nun mit der neuen Technik vertraut machen.

Der Verkauf ist geplant


1997 haben die Gablenzer letztmalig ein neues Feuerwehrauto in Dienst gestellt. Dieses gut gepflegte Fahrzeug soll nun verkauft werden. Vorher gehen noch einige Ausrüstungsteile an die Feuerwehr Kromlau.

Nur wenige Stunden nach den Gablenzern haben auch die Bad Muskauer Kameraden ihr Auto in Empfang nehmen können. Es ist am Donnerstag in die neue Heimat gerollt.