Sicherheit in Weißwasser: Wie man sich vor Einbruch, Betrug oder Diebstahl schützt

Ein kleiner Kniff kann auch Autos mit schlüssellosem Startsystem vor Diebstahl schützen. Ralph Hauschild ist polizeilicher Berater in der Polizeidirektion Görlitz und kann Tipps geben - wenn sie gewollt sind.
Jürgen Scholz- Polizei und Verbraucherzentrale beraten in Ostsachsen zu Einbruch, Betrug und Diebstahlschutz.
- Schwachstellen an Fenstern, Türen und Autos erhöhen das Risiko – einfache Maßnahmen helfen.
- Telefonbetrug trifft oft ältere Menschen – gezielte Beratung soll Bewusstsein schaffen.
- Vorsorgedokumente wie Patientenverfügung sollten alle fünf Jahre aktualisiert werden.
- Beratung vor Ort, telefonisch oder per Termin – teilweise kostenpflichtig ab 60 Euro.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wie sicher sind die eigenen vier Wände? Normalerweise dauert es nur wenige Minuten, bis Ralph Hauschild die Schwachstellen in den Häusern oder Autos seiner Gesprächspartner kennt. Und dann bietet er ihnen an, auch vorbeizukommen. Polizeihauptmeister Hauschild ist polizeilicher Berater in Ostsachsen.
Eine seiner Standardfragen: Wie alt sind die Fenster? Sie müssen nicht mal ganz alt sein, um Schwachstellen aufzuweisen. Schon die vermeintlich neuen Fenster und Türen aus den 1990er-Jahren bieten heute nicht mehr wirklich Schutz, erklärt Hauschild am Beispiel eines Schließsystems, das er griffbereit hat.
Fenster, Türen, Beleuchtung, Klingelanlage – Hauschild geht die wichtigsten Punkte stichpunktartig durch. Wenn Grundstück zwar mit einem Zaun umgeben, aber das Tor nicht verschlossen ist, kann dies schon eine Einladung für ungebetene Gäste sein, sich umzusehen. Und ist juristisch dann schwer greifbar. „Das Tor muss geschlossen, nicht abgeschlossen sein.“ Dann wird gegebenenfalls ein Hausfriedensbruch draus. Dazu gehört natürlich, dass auch der Briefkasten vor dem Tor montiert ist – wie auch die Klingel. Im Idealfall ist die mit einer Kamera versehen.
Schon zwei Meter hinter der Tür finden Diebe viel Wertvolles
Aber schon der sprichwörtliche Schlüssel in der Haustür ist auch nicht so selten, wie man glaubt. Auch wenn die Bewohner nur eben im Garten oder anderswo im Haus sind: Zwei Meter hinter der Haustür finden Diebe häufig viele Sachen, die für sie interessant sind, so der Berater der Polizei: Handtaschen, Geldbörsen, weitere Schlüssel, auch für Fahrzeuge und deren Papiere, andere Wertgegenstände.
Die meisten kennen die eigenen Schwachstellen, hat Hauschild schon oft beobachtet. Zum Beispiel die Gefahr der Startsysteme ohne mechanischen Schlüssel („keyless“) bei neueren Fahrzeugen. Deren Signal können aufgefangen und verstärkt und dann zum Starten der Autos genutzt werden. Dabei gibt es auch mechanische Hilfen, die eine Hemmschwelle darstellen. Eine Lenkradkralle oder ein Zusatz-Schloss an der Schaltung. Spätestens dann ist die Fachwerkstatt gefragt. Auch im Haus seien nachträgliche Sicherungen oft möglich. Denn viele schrecken die hohen Kosten für neue Fenster und Türen ab.
Alles, was Zeit kostet und Aufwand verursacht, kann laut Hauschild Diebe bereits abschrecken. So hätten Fahrraddiebe meistens nur ein Werkzeug dabei. Ist ein hochwertiges Rad mit zwei verschiedenen Systemen – also Bügel-, Kabel-, Ketten- oder Faltschloss – geschützt, dann ist das schon ein logistisches Hindernis. Zumindest aber steigt das Risiko, entdeckt zu werden. Das gilt auch bei Caravans und Campinganhängern.
Der überwiegende Teil der Gespräche drehte sich in Weißwasser aber um Telefonbetrug, von denen oft Ältere betroffen waren. Nicht alle fallen darauf rein, oft legen sie auch einfach auf wie die 81-jährige Ursula V. aus Weißwasser erzählt. Wie sie zum Ziel wird? Schon allein ihr Vorname im Telefonbuch könne sie als potenziell altes und leichtes Opfer herausstechen lassen, so Polizeiberater Hauschild. Die Anrufer seien meist gut geschult, könnten regelrechte Hörspiele abliefern, um die Opfer schließlich auszunehmen.

Alicia Krimmelbein (links) und Steffi Meßner arbeiten für die Verbraucherzentrale Sachsen. Der Info-Bus ist regelmäßig in Ostsachsen unterwegs.
Jürgen ScholzSolche Fälle sind auch Steffi Meißner und Alicia Krimmelbein bekannt. Die Mitarbeiterinnen der Verbraucherzentrale sind einmal im Quartal mit Hauschild zusammen in einer ostsächsischen Stadt, um ergänzend zu beraten. Da Hauschild dann oft der Ansprechpartner für alles Kriminelle ist, konzentrieren sich sie die Verbraucherberaterinnen in Weißwasser auf ein anderes Thema, die Vorsorgedokumente.
Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung seien eigentlich jedem über 18 Jahren zu empfehlen. Viele hätten sie auch, aber denken nicht daran, sie regelmäßig zu überprüfen, und den vielleicht veränderten Lebensabschnitten anzupassen. Alle fünf Jahre sollten die Dokumente überprüft werden, empfiehlt Steffi Meißner. Das gehe an einem Stand vor dem Supermarkt natürlich nur eingeschränkt. Aber sowohl Verbraucherberatung als auch Polizeiberater kommen, auch wenn gewünscht, zu Vereinen, Gruppen oder Einrichtungen oder bieten Einzelberatungen an. Aber manchmal reicht es auch, das Thema anzusprechen. Dann ist das Bewusstsein wieder darauf gelenkt. Ziel erreicht.
Polizei und Verbraucherzentrale bieten in Ostsachsen auch Beraterbesuche an
Die Polizei bietet persönliche Beratung vor Ort oder bei Veranstaltungen an. Termine können im Fachdienst Prävention vereinbart werden unter Telefon 03581 650507 oder Mail praevention.pd-gr@polizei.sachsen.de.
Die Verbraucherberatung Sachsen ist in Ostsachsen auch mit ihrem Info-Bus unterwegs, beispielsweise jeden dritten Dienstagvormittag auf dem Markt in Niesky. Daneben können aber auch telefonisch persönliche Termine vereinbart werden (Telefon 03576 242100 oder Termintelefon 0341 696 2929), die dann beispielsweise in der Straße der Kraftwerke 11 in Weißwasser stattfinden, oder es können Absprachen zu Veranstaltungen oder Vorträgen erfolgen. Eine Terminvereinbarung übers Internet ist über www.verbraucherzentrale-sachsen.de/terminvereinbarung möglich.
Allerdings sind nicht alle Beratungen der Verbraucherzentrale kostenfrei. Die staatlich unterstützte Einrichtung muss teilweise Eigenanteil erwirtschaften. Für eine bis zu einstündige Vorsorgeberatung werden beispielsweise 60 Euro genommen. Näheres regelt die ebenfalls im Internet abrufbare Preisliste.

