Sabotage in Sachsen
: Anschläge auf Stromnetz - Ermittler machen neue Funde

Nach Angriffen auf die Infrastruktur bei Schleife und Lippen ist der Polizeieinsatz beendet. Einsatzkräfte entdeckten weitere Sprengsätze. Der aktuelle Stand.
Von
Jan Augustin
Weißwasser
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Polizeieinsatz in Sachsen

Beim Polizeieinsatz in Sachsen ist auch nahe Schleife nach Sprengvorrichtungen gesucht worden.

Jürgen Lösel/dpa
  • Polizei beendet Groß-Einsatz in Ostsachsen – weitere Sprengsätze an Trassen gefunden.
  • Südlich des Umspannwerks Graustein wurden neun Geräte entdeckt, insgesamt nun 21.
  • Leitungen wurden kurzzeitig abgeschaltet, es gab keine Versorgungsprobleme oder Schäden.
  • Verdächtig ist ein 48-Jähriger aus Grevenbroich; Fahndung nach Daniel V. läuft weiter.
  • Hinweise zu Aufenthaltsort oder Taten: Hinweisportal NRW oder Telefon 0331-505950.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nach den versuchten Angriffen auf die elektrische Infrastruktur in Ostsachsen hat die Polizei ihren großangelegten Einsatz vor Ort beendet. Wie die Generalstaatsanwaltschaft Dresden, das Landeskriminalamt Sachsen und die Polizeidirektion Görlitz am Montag, 7. September 2026, in einer gemeinsamen Mitteilung bekanntgeben, wurden bei der abschließenden Absuche südlich des Umspannwerkes Graustein nahe Schleife (Landkreis Görlitz) neun weitere selbst hergestellte Sprengvorrichtungen im unmittelbaren Bereich von Hochspannungstrassen gefunden.

Spezialkräfte des Landeskriminalamtes Sachsen entschärften auch diese Objekte. Damit erhöhte sich die Gesamtzahl der in Sachsen vorgefundenen Sprengsätze auf 21. Bereits am Freitag hatten Ermittler nach dem Hinweis eines Bürgers acht Vorrichtungen südlich des Umspannwerkes Bärwalde nahe Lippen (Landkreis Bautzen) sowie vier östlich des Umspannwerkes Graustein sichergestellt.

Nach Behördenangaben sollten die Vorrichtungen Schäden an den Hochspannungsleitungen durch Kurzschlüsse verursachen. Während der Entschärfungsarbeiten mussten die Leitungen kurzzeitig stromlos geschaltet werden. Zu Beeinträchtigungen der Stromversorgung oder tatsächlichen Schäden sei es jedoch nicht gekommen. Eine Gefahrenlage für die Bevölkerung habe laut den Ermittlern nicht bestanden.

Fahndung nach Daniel V. läuft nach erfolgloser Suche weiter

Im Zentrum der Ermittlungen steht ein 48-jähriger Mann, der in Grevenbroich (NRW) gemeldet ist. Ihm wird vorgeworfen, ein Bekennerschreiben verfasst zu haben, das sich gegen die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen richte. Zudem stehe er im Verdacht, Sprengstoffanschläge an Hochspannungsleitungen in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Sachsen geplant und durchgeführt zu haben.

Die Zentralstelle Extremismus Sachsen (ZESA) bei der Generalstaatsanwaltschaft Dresden und das Landeskriminalamt Sachsen ermitteln wegen des Verdachts des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion in Tateinheit mit versuchter Störung öffentlicher Betriebe und versuchter verfassungsfeindlicher Sabotage.

Der Tatverdächtige scheint jedoch weiter auf der Flucht zu sein. Eine Fahndungsaktion der Kölner Polizei am Sonntagmittag im Hambacher Forst bei Kerpen verlief ergebnislos. Gegen 19 Uhr wurden die dortigen Suchmaßnahmen ohne Funde beendet.

Mit diesen Fotos sucht die Polizei nach einem 48-jährigen Mann. Er steht im Verdacht, mehrere Sprengstoffanschläge an Hochspannungsleitungen in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Sachsen geplant und durchgeführt zu haben.

Mit diesen Fotos sucht die Polizei nach einem 48-jährigen Mann. Er steht im Verdacht, mehrere Sprengstoffanschläge an Hochspannungsleitungen in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Sachsen geplant und durchgeführt zu haben.

Polizeidirektion Görlitz

Die Sicherheitsbehörden prüfen weiterhin mögliche Zusammenhänge zu Verfahren in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen. Die Ermittlungsbehörden bitten die Bevölkerung unter Verwendung von Veröffentlichungen des Tatverdächtigen um Hinweise. Angaben zum Aufenthaltsort oder zu den Sabotageakten können über das Hinweisportal NRW (nrw.hinweisportal.de) oder telefonisch unter 0331-505950 übermittelt werden.