Einsatz bei Bautzen
: Sprengvorrichtungen offenbar auch in Sachsen entdeckt

UPDATE 5. September 10.30 Uhr: Die mutmaßliche Anschlagsserie auf das ostdeutsche Stromnetz hat Sachsen erreicht. Die Polizei bestätigt einen Großeinsatz nördlich von Bautzen.
Von
Susann Michalk,
Marco Marschall
Bautzen/Weißwasser
Jetzt in der App anhören

In Lippen bei Lohsa (Landkreis Bautzen) ist es zu einem Einsatz der Polizei an Freileitungen gekommen. Offenbar sollte erneut das Stromnetz sabotiert werden. Die Polizei bestätigte einen Einsatz nördlich von Bautzen.

xcitepress / Jenny Pohl
  • In Sachsen wurden an zwei Umspannwerken bei Weißwasser Spreng- oder Brandvorrichtungen entdeckt.
  • Die Polizei bestätigte einen laufenden Großeinsatz – nähere Angaben blieben aus.
  • Beide Anlagen liegen an der Grenze zu Brandenburg im Lausitzer Tagebaugebiet nahe Boxberg.
  • Zuvor gab es im Landkreis Spree-Neiße einen Einsatz wegen mutmaßlicher Sabotage an der Stromversorgung.
  • Am Umspannwerk Turnow-Preilack wurden Schäden festgestellt, wohl durch raketenähnliche Vorrichtungen.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

In Sachsen ist es offenbar zu weiteren Versuchen gekommen, das Stromnetz zu sabotieren. Nach Informationen dieses Nachrichtenportals war die Polizei noch bis in den späten Abend in Lippen bei Lohsa im Einsatz. Bilder vom Geschehen zeigen, wie das THW die Arbeiten unterstützt und die mutmaßlichen Tatorte ausleuchtet.

Die Polizeidirektion Görlitz bestätigte am Freitagabend auf Nachfrage lediglich einen größeren Polizeieinsatz nördlich von Bautzen. Der Einsatz laufe bereits seit dem Vormittag, hieß es. Teilweise seien Polizisten die ganze Nacht über mit der Sicherung von Spuren beschäftigt gewesen, sagte eine Sprecherin der Polizeidirektion Görlitz dann am Samstagmorgen. Mit Details und Hintergründen zu dem Einsatz nördlich von Bautzen hielt sie sich weiter bedeckt. Im Laufe des Tages sei eine Information geplant, hieß es.

Das sächsische Innenministerium hatte am Freitagabend davon gesprochen, dass „unbekannte Sprengvorrichtungen“ entdeckt wurden. Die Rede war von vier Objekten an zwei Fundorten. Sie sollten entschärft werden.

Polizei bei Spremberg, Graustein und Schleife beobachtet

Polizei ist am Freitag an mehreren Stellen im Bereich der Landesgrenze von Brandenburg und Sachsen, bei Spremberg, Graustein (Spree-Neiße) und Schleife (Landkreis Görlitz) beobachtet worden. Bereits in der Nacht zu Freitag soll es im Landkreis Spree-Neiße einen Einsatz wegen mutmaßlich geplanter Sabotage am Umspannwerk Graustein gegeben haben.

Seenland

Alles Wichtige aus dem Seenland.

Datum: 04.09.2026 / Ort: Lohsa OT Lippen

Im Lohsaer Ortsteil Lippen (Landkreis Bautzen) ist es am späten Freitagabend zu einem Einsatz der Polizei an Freileitungen gekommen. Nach Informationen vor Ort handelt es sich offenbar um einen weiteren Sabotageversuch.
Die Spurensicherung war im Einsatz und nahm die Arbeit noch in der Nacht auf. Das Technische Hilfswerk unterstützte die Einsatzkräfte beim Ausleuchten der Einsatzstelle.
Zu Hintergründen, möglichem Schaden und zum Stand der Ermittlungen wollen sich die Behörden am Samstag äußern.

Einsatz in Lohsa: Das Technische Hilfswerk unterstützt die Suche der Polizei und leuchtet die mutmaßlichen Tatorte aus.

xcitepress / Jenny Pohl

Die Bild berichtete am Freitag, dass an einem Umspannwerk im Landkreis Görlitz Spreng- oder Brandvorrichtungen an Freileitungen entdeckt wurden. Offenbar sollte dort ein weiterer Anschlag auf das Stromnetz verübt werden. Unbestätigten Angaben zufolge könnte der Tatort nahe Boxberg liegen.

Am 1. September waren am rund 50 Kilometer entfernten Umspannwerk Turnow-Preilack bei Jänschwalde Schäden an Freileitungen festgestellt worden. Dort kamen raketenähnliche Sprengvorrichtungen zum Einsatz, die beim Einschlag in Hochspannungsleitungen offenbar Kurzschlüsse auslösen sollten.

Die Anlagen liegen im Lausitzer Tagebaugebiet, wo die Leag Braunkohle fördert und in den Kraftwerken Jänschwalde und Boxberg verstromt.

Fahndung nach 48-jährigem Verdächtigen

Inwieweit die Einsätze miteinander zusammenhängen, ist nicht klar. Die Polizei bittet um Verständnis dafür, dass aus ermittlungstaktischen Gründen keine weiteren Informationen herausgegeben werden können.

Nach den Anschlägen auf die Umspannwerke in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen fahnden die Ermittler mit Hochdruck nach einem 48-jährigen Verdächtigen. Nach ersten Erkenntnissen soll es sich laut Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) um einen Fall von „Klimaterrorismus“ durch einen mutmaßlichen Einzeltäter handeln. Eine abschließende Beurteilung sei aber noch nicht möglich.