Anschlag bei Schleife und Lohsa: Ermittler entdecken zwölf Sprengvorrichtungen

Sabotageversuch an Hochspannungsleitungen in Ostsachsen: Großer Polizeieinsatz am späten Abend im Lohsaer Ortsteil Lippen (Landkreis Bautzen). Jetzt haben die Ermittler offiziell bestätigt, dass insgesamt zwölf selbst hergestellte Sprengvorrichtungen gefunden worden sind.
Christian Essler / xcitepress- In Ostsachsen wurden zwölf Sprengvorrichtungen an Hochspannungsleitungen entdeckt.
- Ermittlungen laufen in Lohsa, Ortsteil Lippen, und Schleife – Tatverdacht auf Sabotage.
- Spezialkräfte entschärften alle Vorrichtungen, Stromversorgung blieb unbeeinträchtigt.
- Ein 48-jähriger Mann aus Grevelsberg soll ein Bekennerschreiben verfasst haben.
- Behörden prüfen Bezüge zu Brandenburg und NRW, Hinweise werden erbeten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Im Bereich Lohsa, Ortsteil Lippen (Landkreis Bautzen) und Schleife (Landkreis Görlitz) laufen Ermittlungen zu Angriffen auf die elektrische Infrastruktur in Sachsen. Das haben die Generalstaatsanwaltschaft Dresden, das Landeskriminalamt Sachsen und die Polizeidirektion Görlitz am Samstagnachmittag (5. September) bestätigt. Demnach ermitteln die Behörden wegen des Verdachts des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion in Tateinheit mit versuchter Störung öffentlicher Betriebe und versuchter verfassungsfeindlicher Sabotage.
Ausgangspunkt ist nach Behördenangaben ein 48-jähriger Mann, der in Grevelsberg in Nordrhein-Westfalen gemeldet ist. Er soll ein Bekennerschreiben verfasst haben, in dem er sich gegen die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen wendet.
Am Freitag (4. September) kam es nach behördenübergreifenden Informationen und dem Hinweis eines aufmerksamen Bürgers zu einem umfangreichen Polizeieinsatz unter Führung der Polizeidirektion Görlitz. Im unmittelbaren Bereich von Hochspannungstrassen wurden den Ermittlern zufolge insgesamt zwölf selbst hergestellte Sprengvorrichtungen entdeckt – acht südlich des Umspannwerks Bärwalde nahe Lippen und vier östlich des Umspannwerks Graustein nahe Schleife.
Sprengvorrichtungen sollten Kurzschlüsse auslösen
Nach bisherigen Erkenntnissen sollten die Vorrichtungen Schäden an den elektrischen Hochspannungsleitungen durch einen Kurzschluss verursachen. Spezialkräfte des Landeskriminalamtes Sachsen entschärften die Sprengvorrichtungen und stellten sie für weitere Untersuchungen sicher. Zudem untersuchten Kriminaltechniker die Tatorte.
Während der Arbeiten vor Ort mussten die Hochspannungsleitungen kurzzeitig stromlos geschaltet werden. Zu einem tatsächlichen Schaden oder zu Beeinträchtigungen der Stromversorgung kam es den Angaben zufolge jedoch nicht. Für die Bevölkerung besteht keine Gefahrenlage, so die Ermittlungsbehörden.
Derzeit wird außerdem geprüft, ob es eine Verbindung zu Ermittlungsverfahren in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen gibt. Hintergrund sind ein im Bekennerschreiben erwähnter Tatort sowie die Art der gefundenen Sprengvorrichtungen. Die sächsischen Strafverfolgungs- und Sicherheitsbehörden stimmen sich dazu nach eigenen Angaben eng mit den betroffenen Ländern ab.
Die vorsorgliche Absuche der elektrischen Infrastruktur nach weiteren Sprengvorrichtungen dauert unter Führung der Polizeidirektion Görlitz weiter an. Weitere Auskünfte zum Verfahren werden wegen der laufenden Ermittlungen derzeit nicht erteilt.
Ermittler bitten um Hinweise
Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden, das Landeskriminalamt Sachsen und die Polizeidirektion Görlitz bitten die Bevölkerung um Unterstützung. Hinweise können über das Hinweisportal NRW unter nrw.hinweisportal.de sowie über das Hinweistelefon 0331-505950 übermittelt werden. Besonders gefragt sind Beobachtungen zu Personen oder Fahrzeugen im Bereich von Hochspannungstrassen sowie mögliches Bild- und Videomaterial.



