Ortsschild Tzschelln geklaut: Das sagt die Polizei und so finden Gäste zum Picknick

Das Dorf Tzschelln an der Spree existiert seit fast 50 Jahren nicht mehr. Ehemalige Einwohner haben diese Ortstafel nachgebaut. Das Exemplar ist aber geklaut worden.
Richter-Zippack, Torsten- Ortsschild des früheren Dorfs Tzschelln an der Spreestraße wurde vor Ostern gestohlen.
- Tzschelln verschwand vor 50 Jahren durch den Tagebau Nochten; Erinnerungsstätte existiert seit 25 Jahren.
- Picknick am Stein verschoben auf den 16. August wegen Schulanfangs in Sachsen – Jubiläum wird gefeiert.
- Orientierung für Gäste: Luftballons markieren die Abzweigung von der Spreestraße zur Gedenkstätte.
- Polizei konnte keinen Tatverdächtigen ermitteln, Verfahren liegt bei der Staatsanwaltschaft.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Vor fast einem halben Jahrhundert musste das einzige Dorf des Kreises Weißwasser an der Spree, Tzschelln, dem Tagebau Nochten weichen. Knapp 200 Menschen wurden umgesiedelt. Allerdings nahmen die Bergleute nicht sämtliche Fluren des Ortes in Anspruch. Teile der Streusiedlungen entlang der Spree blieben erhalten. Hier und dort lassen sich bis heute Mauerreste sowie alte Obstbäume und Ziergehölze finden.
Seit nunmehr 25 Jahren existiert eine Erinnerungsstätte für Tzschelln. Diese besteht aus dem Gedenkstein, einer Schautafel, der sorbischen Linde sowie einer überdachten Sitzgelegenheit. Zu finden ist das Ensemble auf dem ehemaligen Anwesen Schillack unweit der Spree. Dorthin lädt alljährlich im August der Heimatverein Tzschelln zum Picknick am Stein ein. Ehemalige Einwohner treffen sich und halten die Erinnerungen an die frühere Heimat wach.
Darum wird das Picknick am Stein verschoben
Normalerweise findet das Picknick am Stein an jedem zweiten Sonnabend im August statt. Anders hingegen in diesem Jahr: Wegen des Schulanfangs in Sachsen am 9. August wurde die Veranstaltung um eine Woche auf den 16. August verschoben. Ab 15 Uhr, so kündigt Vereinsvorsitzende Christina Wolsch an, werde das Jubiläum der Gedenkstätte gefeiert. Aus diesem Anlass habe die Beschriftung auf dem Gedenkstein neue Farbe erhalten. Für Essen und Trinken sorge Henry Hubatsch aus Nochten.

Alljährlich im August treffen sich die ehemaligen Tzschellner an ihrer Erinnerungsstätte unweit der Spree. Unterstützt werden sie dabei vom Partyservice Hubatsch aus Nochten. Das Unternehmen war auch schon bei der Einweihung der Erinnerungsstätte anno 2000 dabei.
Torsten Richter-ZippackEin Problem gibt es allerdings: Alljährlich zum Stein-Picknick wurde an der Spreestraße (K8481) die selbstgebastelte Ortstafel von Tzschelln aufgestellt. Jeder Gast wusste dann, wo er abbiegen musste, wenn er zur Veranstaltung wollte. Im Rahmen der diesjährigen 100. Oster-Tzschelln-Fahrt der Spremberger Kanuten (Otefa) wurde das Schild gestohlen. Christina Wolsch hatte daraufhin dem Dieb eine Frist eingeräumt, das Exemplar wieder abzuliefern. Das geschah allerdings nicht, und so wurde Anzeige bei der Polizei erstattet.
Das sagt die Polizei Görlitz zur Tzschellner Tafel
Christina Wolsch sagt, dass die Anzeige wohl im Sande verlaufen sei. Von der Polizeidirektion Görlitz ist zu erfahren, dass ein Tatverdächtiger nicht ermittelt worden sei. „Das Verfahren liegt mittlerweile bei der Staatsanwaltschaft“, erklärt die Görlitzer Polizeisprecherin Anja Leuschner.
Wie kommen die Gäste zum Stein-Picknick?
Aber wie finden die Gäste am Sonnabend dennoch von der Spreestraße zur Erinnerungsstätte? Früher war das einfacher, da wurde einfach am zweiten Pflasterband der Trasse abgebogen. Dieses ist aber im Zuge der Fahrbahnsanierung verschwunden. Dafür haben sich die Tzschellner folgende Lösung ausgedacht: „An der Spreestraßen-Einfahrt werden wir irgendwie ein paar Luftballons anbinden, damit sich jeder findet, der kommen möchte“, kündigt Christina Wolsch an.


