Aufgrund der anhaltenden Trockenheit haben sich in den Gewässern im Landkreis Görlitz sehr niedrige Wasserstände eingestellt. Eine Änderung dieser Situation sei laut Fachleuten derzeit nicht absehbar. Aufgrund der angespannten Wasserhaushaltssituation hat das Landratsamt Görlitz als Untere Wasserbehörde wie in den vorangegangenen Jahren eine Allgemeinverfügung erlassen, die den Eigentümern und Anliegern an oberirdischen Gewässern die Entnahme von Wasser mittels Pumpvorrichtungen für den eigenen Gebrauch untersagt.
Diese Allgemeinverfügung gelte seit Mittwoch bis einschließlich 30. September oder bis auf Widerruf, weist Behördensprecherin Julia Bjar hin.

Ausnahmen für das Wasserentnahme-Verbot des Kreises Görlitz

Vom Verbot ausgenommen sind demnach gewerblich arbeitende Gärtnerei- und Landschaftsbaubetriebe sowie Wasserentnahmen zum Zwecke der Viehtränke. Darüber hinaus appelliert die Behörde insbesondere in Trockenzeiten an alle Bürger des Landkreises, mit Rücksicht auf den Wasserhaushalt der Region Wasser sparsam zu verwenden. Der sogenannte Gemeingebrauch, also das Schöpfen per Hand, sei allerdings weiterhin zulässig, so Bjar.
Auch Inhaber von wasserrechtlichen Erlaubnissen zur Entnahme von Wasser aus oberirdischen Gewässern insbesondere für Beregnungszwecke sind gehalten, sich an die auferlegten Bestimmungen zu halten. Diese beinhalten Einschränkungen für die Entnahme in Niedrigwassersituationen und sind an die Bedingung geknüpft, einen Mindestwasserabfluss im Gewässer sicherzustellen. Auf der Internetseite des Landeshochwasserzentrums des Freistaates Sachsen können die Wasserstände und Durchflüsse abgelesen werden.
Besonders in den kleineren Zuflüssen bestehen kritische Situationen, die bis zum Austrocknen der Quellgebiete führen können. Mit der jetzt erlassenen Allgemeinverfügung versucht die Behörde den Naturhaushalt der regionalen Gewässer aufrechtzuerhalten sowie wirtschaftliche wie öffentliche Nutzungen, die vom Durchfluss bestimmter Wassermengen abhängig sind, sicherzustellen.