Konzert in Weißwasser: Rock-Nacht kommt mit sechs Bands und freiem Eintritt

Sebastian Krüger, Franziska Stölzel und Patrick Pirl präsentieren das Line-up zur ersten Rock-Nacht in Weißwasser. Sie haben sogar ein Soli-T-Shirt entwerfen lassen, das gegen eine freiwillige Spende zu haben ist.
Willy Klein- Erste Rock-Nacht in Weißwasser mit sechs Bands, freiem Eintritt und breiter Musikvielfalt.
- Alternative Rock, Punk, Rock ’n’ Roll und War Metal im Line-up, u. a. One Last Chance und L.O.B.O.
- Förderung durch „Partnerschaft für Demokratie“ ermöglicht kostenfreies Event für alle Altersgruppen.
- Ziel: Livemusik in der Region stärken und Gemeinschaft durch Musik fördern.
- Veranstalter hoffen auf Fortsetzung, evtl. als Kneipennacht oder größeres Festival in Zukunft.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wer Franziska Stölzel vor einiger Zeit schon einmal live auf der Bühne erlebt hat, wundert sich vielleicht, was genau sie mit einer Rock-Nacht am Hut hat. In der Vergangenheit performte die Weißwasseranerin eher Schlager-Hits von Helene Fischer und Co. Doch seit einiger Zeit ist Stölzel auch die Frontfrau der Bad Muskauer Band One Last Chance, wo sie singt und gleichzeitig Gitarre spielt.
Statt „Atemlos durch die Nacht“ gibt es jetzt eigene Songs der Band wie „Scream Out Loud“ oder „Pale Ale“ zu hören. Musikalisch verordnet sich die Gruppe in den Alternative Rock, „mit einem Hauch von Punk.“ Und auch der regionale Bezug kommt nicht zu kurz. „Wir haben meinen ESW-Song neu aufgelegt“, freut sich die Weißwasseranerin.
Livemusik hat in Weißwasser an Stellenwert verloren
„Als Franzi (Franziska Stölzel, Anm. d. Red.) mit der Idee, eine Rock-Nacht zu veranstalten, auf uns zugekommen ist, waren wir begeistert“, erinnert sich Patrick Pirl vom Soziokulturellen Zentrum (SKZ) in der Hafenstube. Livemusik eine Bühne zu geben, das sei ihm und seinen Kollegen nämlich eine Herzensangelegenheit.
„Leider hat Livemusik aber nicht mehr den Stellenwert, den sie in der Region einmal hatte“, schätzt Pirl realistisch ein. Das zeige sich auch an den sinkenden Zuschauerzahlen bei Konzerten, mit Ausnahme richtig bekannter Bands. Mit der Aktion „Auf unseren Nacken“, bei denen Jugendliche bis 19 Jahren freien Eintritt zu Konzerten erhalten, wurde zwar versucht, diesem Trend etwas entgegenzusetzen, dennoch seien die meisten Konzertveranstaltungen ein defizitäres Geschäft.
Darum ist die Rock-Nacht in Weißwasser kostenfrei
Dass die Rock-Nacht in Weißwasser am 8. November 2025 ab 17:00 Uhr dennoch stattfinden kann und obendrein für Besucher aller Altersklassen auch noch kostenfrei ist, hängt mit einer Förderung über das Programm „Partnerschaft für Demokratie“ (PfD) zusammen. In dessen Rahmen werden verschiedene Projekte vom Seifenkistenrennen bis hin zu historischen Ausstellungen und nun eben auch die erste Weißwasseraner Rock-Nacht gefördert.
Für die Veranstalter passt dieses Format wie die Faust aufs Auge und auch bei der PfD war man gleich Feuer und Flamme. „Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass wir eine Gemeinschaft sind, die zusammen Musik macht“, erklärt Patrick Pirl. Er hofft, dass durch die musikalische Bandbreite auch Menschen den Weg in die Telux finden, die sonst nicht zum Stammpublikum gehören und sich in lockerer Atmosphäre austauschen.
Für seinen Kollegen Sebastian Krüger ist es auch eine willkommene Gelegenheit, denen eine Bühne zu geben, die sonst eher im Hintergrund bei Veranstaltungen mitarbeiten. Wie zum Beispiel einem Tontechniker, der viele Veranstaltungen in der Telux betreut und bei der Band L.O.B.O. spielt.
Diese Bands treten bei der Rock-Nacht in Weißwasser auf
Neben One Last Chance, der Band von Organisatorin Franziska Stölzel, und L.O.B.O. treten noch vier weitere Bands bei der Rock-Nacht in Weißwasser auf. Das sind Epnoia, Band mit Stecker, The Ton Schuhs und Theodicy. Die Genres sind dabei bunt gemischt. Es geht von Punk über Rock ’n’ Roll bis hin zu War Metal. Fast jeder, der mit Gitarre und Schlagzeug etwas anfangen kann, dürfte hier auf seine Kosten kommen.
Für The Ton Schuhs ist die Weißwasseraner Rock-Nacht der erste Auftritt überhaupt. Alle Bandmitglieder haben zuvor jedoch bereits in anderen Projekten mitgewirkt. Auch sie freuen sich sehr. „Wir sind fünf Freunde hier aus der Gegend und haben uns über die Musik kennengelernt. Wir hoffen einfach, dass die Leute Spaß mit uns haben“, erklärt Schlagzeuger Max Joachim und gibt gleich noch das Motto seiner Band bekannt: „Just feel the music!“
Rock-Nacht-Veranstalter hoffen auf Fortsetzung
Patrick Vesper von der Band Theodicy (War Metal) freut sich auf die Rock-Nacht. „Unser Sänger ist ja aus Weißwasser, war dann über 14 Jahre weg. Er hat schon auf dem Wacken gespielt, aber noch nie in Weißwasser“, berichtet er. Vesper denkt gleich weiter. „Vielleicht kann man dann 2026 eine zweite Runde machen und ein paar nostalgische Reunions erwirken“, sagt er und stellt Namen wie die Mean Machines, Twilightbreath oder die Äh-Xperten in den Raum.
Noch optimistischer und möglicherweise mit einer Spur Ironie sieht Franziska Stölzel die Zukunft der Veranstaltung. „Vielleicht werden wir ja in zehn Jahren so etwas wie das Wacken 2.0“, sagt sie.
SKZ-Mitarbeiter Sebastian Krüger hat bereits konkrete Ideen, wie es weiter gehen könnte. „Wir sind offen dafür, das Konzept weiter auszuarbeiten, zum Beispiel als Kneipennacht“, schlägt er vor. So könnten sich die einzelnen Bands etwas länger präsentieren, als in den etwa 35 Minuten Nettospielzeit, die es bei der Rock-Nacht gibt.


