Weißwasser 2025
: So steht es um die Zukunft der Partnerschaft für Demokratie

Die „Partnerschaft für Demokratie“ war in Weißwasser Grundstein für Projekte wie die Weihnachtsfeuerwehr oder das Demokratie-Picknick. So geht es 2025 weiter.
Von
Willy Klein
Weißwasser
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Am 3. Oktober 2023 fand auf der Bahnhofstraße in Weißwasser das Seifenflitzer–Rennen statt. Gefördert wurde es über das Bundesprogramm Partnerschaft für Demokratie. Dieses Jahr gibt es eine Regatta auf dem Jahnteich.

Das erste Seifenkisten-Rennen fan am 3. Oktober 2023 auf der Bahnhofstraße in Weißwasser statt.

Am 3. Oktober 2023 fand auf der Bahnhofstraße in Weißwasser das Seifenflitzer–Rennen statt. Gefördert wurde es über das Bundesprogramm Partnerschaft für Demokratie. Doch was hat das eine mit dem anderen zu tun und wie geht es jetzt mit dem Projekt weiter?

Jürgen Scholz (Archiv)
  • Seifenkistenrennen und Picknicks gefördert durch Partnerschaft für Demokratie.
  • Romy Ganer gerührt von Video-Rückblick auf 3 Jahre PFD in Weißwasser.
  • Projekte umfassen Wildbienenschutz, Skateboard-Workshops und Enttabuisierung der Periode.
  • Weißwasser hat weniger Probleme mit Rechtsextremismus dank starker Zivilgesellschaft.
  • Entscheidung über weitere Finanzierung 2025 erwartet.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Bei Romy Ganer vom Sozialen Netzwerk Lausitz (SNL) fließen die Tränen, als im Ratssaal ein Video vorgestellt wird, dass auf drei Jahre „Partnerschaft für Demokratie“ (PFD) in Weißwasser zurückblickt. Trotzdem sie es schon oft gesehen habe, löse das Video immer wieder große Emotionen bei ihr aus, wie man unschwer erkennen kann. Romy Ganer ist stolz auf das, was im Rahmen des Projektes entstanden ist und auf die Zivilgesellschaft in Weißwasser im Allgemeinen.

Auch für das SNL, das als Koordinierungsstelle zwischen den jeweiligen Projektträgern und der Stadtverwaltung vermittelt, gibt es viel Lob. „Das hätten wir als Verwaltung gar nicht hinbekommen“, erklärt Stadtsprecher Wulf Stibenz. Seiner Ansicht nach habe Weißwasser im Vergleich zu anderen Kommunen viele Projekte in relativ kurzer Zeit umsetzen können.

Diese Projekte sind durch die Partnerschaft für Demokratie in Weißwasser entstanden

Die Liste der Projekte, die durch die PFD entstanden sind, ist lang. Demokratie-Picknicks, ein Seifenkistenrennen, ein Projekt zum Schutz von Wildbienen, das Jolka-Fest, ein Skateboard-Workshop mit Jugendlichen und eine Initiative von Schülerinnen zur Enttabuisierung der weiblichen Periode sind nur einige Beispiele dafür, welche Förderungen im Rahmen des Bundesprojektes bewilligt wurden.

„Durch solche niederschwelligen Projekte werden Dinge angestoßen. Am Anfang mussten wir uns oft rechtfertigen, warum wir solche Unterhaltungsprojekte genehmigen und was das mit Demokratie zu tun hat“, erinnert sich Wulf Stibenz. Doch genau darin sieht er den Kern der PFD. Es sollen Leute zusammenkommen, die sonst so vielleicht nicht zusammengekommen wären.

Wie steht es um die Demokratie in Weißwasser

„Wir haben gemerkt, dass der Rechtsruck, der in anderen Städten, auch im Landkreis Görlitz, sehr, sehr stark zu spüren ist, in Weißwasser, aus meiner Sicht aufgrund der starken Zivilgesellschaft, nicht so stark spürbar ist“, erklärt Romy Ganer.

Auch Wulf Stibenz stimmt dieser Einschätzung grundsätzlich zu. „Es wäre nicht so einfach, hier in Springerstiefeln, Bomberjacke und so weiter, mit einem Fackelzug durch die Botanik zu laufen“, vermutet er und unterstreicht diesbezüglich ebenfalls nochmal die Bedeutung einer starken Zivilgesellschaft. Er gibt zwar auch zu, dass Weißwasser „nicht kein Problem“ mit Rechtsextremismus habe, es aber, belegbar durch Zahlen aus der Sicherheitsanalyse, im Vergleich zu anderen Städten relativ ruhig sei.

Wie geht es mit der Partnerschaft für Demokratie 2025 weiter

Schwarz auf weiß habe man es noch nicht, dass Weißwasser weiter ein Teil des Projektes bleibt. Alle Beteiligten scheinen aber zuversichtlich zu sein. „Wir haben den Antrag eingereicht. Es soll weiter Geld geben“, erklärt Wulf Stibenz. Etwas, dass so gut laufe zu stoppen, könne man nur schwer rechtfertigen, erklärt der Stadtsprecher. Allerdings stehen wohl nur noch 75.000 Euro pro Jahr zur Verfügung. Für 2024 seien es noch 93.000 Euro gewesen. Für Anfang des Jahres 2025 wird eine Entscheidung erwartet.

Im Schatten der Bäume am Turnerheim trafen sich gut 40 Teilnehmer des Picknicks, um über Sport in Weißwasser zu sprechen.

Im Schatten der Bäume am Turnerheim trafen sich gut 40 Teilnehmer des Picknicks, um über Sport in Weißwasser zu sprechen. Auch diese Veranstaltung wurde über die PFD finanziert.

Jürgen Scholz

Romy Ganer ermutigt Menschen, Vereine oder Initiativen, die bereits eine Idee haben, sich jetzt bereits bei ihr zu melden, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Einzelne Akteure haben bereits mit den Planungen begonnen. Beispielsweise prüft die Station in Weißwasser, ob ihr Projekt „Endstation“ gefördert werden kann. Dabei geht es unter anderem um den Abschied von dem Gebäude, in dem der gemeinnützige Verein über Jahrzehnte aktiv war.

Diese Wünsche haben die Beteiligten für die Zukunft

Wenn es nach Stadtsprecher Wulf Stibenz geht, sollen neben den niedrigschwelligen Projekten in Zukunft auch Veranstaltungen mit einem konkreteren politischen Bezug wie zum Beispiel Diskussionsforen verstärkt gefördert werden. „Ich glaube, das ist angesichts der großpolitischen Wetterlage vielleicht auch mal angebracht“, erklärt er.

Außerdem ist die Bürokratie ein Hauptproblem des Projektes. Besonders für Träger, die bisher noch wenig Erfahrungen im Umgang mit Fördermittelanträgen haben, sei das Prozedere sehr umständlich.

Zahlen und Fakten zum Projekt Partnerschaft für Demokratie

Budget für Weißwasser:

  • 2022: 55.000 Euro (Start 2. Halbjahr)
  • 2023: 89.000 Euro
  • 2024: 93.000 Euro

Über 6.500 Stunden intensive Demokratiearbeit sind in das Projekt geflossen.

Aus 63 Antragsgesprächen, die Romy Ganer geführt hat, wurden ganze 49 Projekte umgesetzt.