Klangschmelze in Weißwasser 2025: Star-Besetzung beim Nachfolger der Kneipentour

Popmusik in der Kirche gibt es nicht alle Tage. Bei der Klangschmelze in Weißwasser treten fünf verschiedene Künstler an fünf verschiedenen Orten auf.
Frank Lublow- Klangschmelze Weißwasser 2025: Konzerte an fünf Orten, darunter Kirche und Glasmuseum.
- Höhepunkt: Leipziger Band „Die Art“ spielt Dark Wave im Turnerheim, begrenzte Plätze.
- Indie-Folk-Sängerin Mari Mana eröffnet um 17 Uhr im Glasmuseum, weitere Künstler folgen.
- Gastronomie zieht sich zurück, Veranstalter suchen neue Finanzierungswege für 2026.
- Eintritt teils kostenlos, Spenden willkommen; Ausnahme: Telux-Konzert für 10 Euro.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Eine richtig bekannte Band in eine Kleinstadt wie Weißwasser zu holen, ist nicht leicht. Vielleicht grenzt es sogar an die Unmöglichkeit, wenn es nicht irgendeinen ganz besonderen Anlass, wie zum Beispiel ein Benefizkonzert, gibt. Die Gage wäre schlichtweg zu teuer, damit in einer kleinen Location über die Ticketverkäufe genug Geld in die Kasse kommt.
Wobei, eine Möglichkeit gibt es doch. Man bucht eine Künstlerin oder einen Künstler, bevor der ganz große Durchbruch kommt. Die Indie-Folk-Sängerin Mari Mana, die auch auf großen Festivals wie „der Fusion“ auftritt, könnte eine dieser Künstlerinnen sein, von denen man einmal sagt: „Wahnsinn, die hat mal hier gespielt.“ Das vermutet jedenfalls Frank Lublow, Organisator der Veranstaltung „Klangschmelze“ in Weißwasser.
Die Klangschmelze geht am 6. September in ihre zweite Auflage. Bereits im vergangenen Jahr zog sie viele Musikinteressierte von nah und fern in die Glasmacherstadt. Genau dieser Begriff – Glasmacherstadt – ist ein gutes Stichwort. „Die Glastradition ist der kleinste gemeinsame Nenner vieler Menschen hier. Glas ist unsere DNA“, erklärt Frank Lublow. Er will die Glastradition mit der Klangschmelze auch ins Zentrum des Stadtmarketings rücken.
Auch viele der Veranstaltungsorte, Glasmuseum, Neufertbau und Telux, sind eng mit der Glastradition verbandelt. Außerdem dabei sind die evangelische Kirche und das Turnerheim. Für den scheidenden City-Manager, dessen Aufgabe die Wiederbelebung der Weißwasseraner Innenstadt war, ist die Klangschmelze das letzte Projekt, das er im Rahmen seiner im August ausgelaufenen Stelle noch umsetzen wird.
Klangschmelze: Nachfolger der Kneipentour, aber doch anders
Die Verbindung von Kunst und Industriekultur scheint also gelungen. Lediglich an der Einbindung der Gastronomie hapert es noch. „Sie haben sich in diesem Jahr komplett zurückgezogen“, sagt Frank Lublow. Im Mai hatte er alle infrage kommenden Kneipen zu einem Treffen eingeladen, aber kaum Rückmeldungen erhalten. Er findet es schade und kann die Gründe dafür auch nicht wirklich nachvollziehen.

Bei der ersten Ausgabe der Klangschmelze in Weißwasser begeistert die Band Tezlav die Zuschauer im Glasmuseum.
Anne-Sophie Hußler„Ich bin nicht sauer, vielleicht etwas enttäuscht“, sagt Lublow, der optimistisch ist, dass die Veranstaltung im nächsten Jahr wieder stattfinden wird, vielleicht mit einer stärkeren Einbindung der Weißwasseraner Gastronomie. „Ich bin vielleicht der Impulsgeber, aber die Klangschmelze steht auf vielen Beinen“, weiß er.
Da eine Fortführung der Klangschmelze im nächsten Jahr nicht über das City-Management gefördert werden kann, müssen sich die Veranstalter selbst um die Finanzierung der jeweiligen Künstler kümmern. Es gibt aber auch Vorteile. Bisher konnten nur Veranstaltungsorte eingebunden und gefördert werden, die in der Innenstadt liegen. Weit außerhalb gelegene und eigentlich gut für Veranstaltungen geeignete Locations wie die Quetsche oder das Waldhaus sind dadurch ausgeschlossen. Die Telux fällt in ein Randgebiet, was bedeutet, dass sie zwar teilnehmen können, aber keine Förderung erhalten. Deshalb wird die dortige Veranstaltung, im Gegensatz zu den anderen vier, auch 10 Euro Eintritt kosten. Spenden sind aber bei allen Konzerten gern gesehen.
Highlight: „Die Art“ tritt im Turnerheim Weißwasser auf
Die wohl bekannteste Band des Abends heißt „Die Art“. Die Leipziger gehörten zu den prägenden Gruppen der Wendezeit und haben noch heute viele Fans. Musikalisch bewegen sie sich zwischen Dark Wave und Punk, singen sowohl auf Deutsch, als auch auf Englisch, mal melancholisch, mal energiegeladen.
Aufgrund der begrenzten Anzahl an Plätzen ist hier zeitiges erscheinen fast schon Pflicht. „Es wird keinen Vorverkauf geben“, bestätigt Lublow. Eigentlich wollte er den Auftritt von Die Art nicht namentlich ankündigen. Auf der Website der Veranstaltung steht jetzt noch „No Name“. Durch das Internet lassen sich solche Geheimnisse heute aber nur noch schwer bewahren und so wurde der Auftritt jetzt doch öffentlich gemacht.
Doch für diejenigen, die nicht mehr ins Turnerheim reinkommen sollten oder sowieso eher Lust auf Blues und American Roots haben, gibt es noch eine Alternative. Dr. Slide wird in der Quetsche Weißwasser auftreten. Dort geht es ebenfalls um 21 Uhr los.
Das ist das Programm der Klangschmelze am 6. September 2025
- 17 Uhr: Mari Mana (Indie Folk), Glasmuseum
- 18 Uhr: Michael Schütz (Orgel Pop, Rock & Movie), Evangelische Kirche
- 19 Uhr: DJ Lydi-Jah (Jungle), Neufertbau (Führung eventuell möglich)
- 21 Uhr: Die Art (Dark Wave), Turnerheim
- 22 Uhr: DJ-Party Basswerk, Hafenstube Telux
Die verschiedenen Stationen sind so konzipiert, dass sich Besucher alle Programme ansehen und anhören können. Lediglich bei den letzten beiden Stationen wird es eine zeitliche Überschneidung geben.


